«Immer noch mit Leib und Seele dabei»
Zwei Zwilliker Feuerwehrleute mit besonderem Jubiläum

Beide sind 70 und beide seit exakt 50 Jahren in der Feuerwehr: Godi Bircher und Werner Baumann. Die beiden Zwilliker feiern ein nicht alltägliches Jubiläum.
In luftigen Höhen
Vertreter der Feuerwehr Albis, umfassend Affoltern, Aeugst und Ottenbach, liessen die beiden Jubilare am letzten Sonntag buchstäblich hochleben – mit der Autodrehleiter wurden sie im Rahmen des 70. Geburtstags von Godi Bircher in Zwillikon in luftige Höhen gehoben. Das ist mitunter als Dank für eine aussergewöhnliche Treue zu verstehen. Mit 20 traten Bircher und Baumann in die Feuerwehr ein, dienten vorerst im (aufgelösten) Zwilliker Löschzug – offenkundig zu aller Zufriedenheit, denn Godi Bircher avancierte schon im ersten Dienstjahr zum Korporal, absolvierte dann weitere Kurse bis zum Grad eines Oberleutnants. Während rund 30 Jahren führte er als Verkehrschef einen Spezialistenzug mit Elektrikern, Samariterinnen und Sanitätern. Baumann avancierte zum Wachtmeister. Beide betonen ihre Leidenschaft für den Feuerwehrdienst und freuen sich über die kollegiale Ambiance. «Wir sind immer noch mit Leib und Seele dabei», sagen sie übereinstimmend. In den späteren Jahren leisten sie insbesondere Verkehrsdienst, sei das bei Unfällen, Bränden oder Veranstaltungen. Und beide haben natürlich auch Grossereignisse in Erinnerung: etwa den Brand bei Zingg in Hedingen oder jenen Fahrer, der zu schnell unterwegs war, einen Selbstunfall baute und im Zwilliker Weiher ertrunken ist. «In Rettungsabsicht sprang damals ein Offizier – es war November – in den Weiher und wurde krank. Als prägende Ereignisse haben die beiden auch ihre Einsätze bei Suiziden (zum Beispiel Bahnunfälle) in Erinnerung und dazu Alarmierungen zu «unpassenden» Zeiten, etwa beim Besuch eines Jodlerchränzlis.
Weiter dabei
Auch nach 50 Jahren lautet ihre Devise: immer bereit sein. So führt Godi Bircher in seinem Auto immer die Feuerwehrausrüstung mit und fährt ohne Umweg zum Depot in Affoltern direkt zum Ereignis. Und das auch künftig. «Wir machen einstweilen weiter», sagen beide. Während in früheren Jahren in der Feuerwehr mit 50 Schluss war, gilt diese Grenze an vielen Orten nicht mehr – auch um den Sollbestand halten zu können. (-ter.)


