«Kampf mit strukturellen Herausforderungen»

Reto von Schulthess (62), parteilos, bisher

Ich wohne seit über 25 Jahren in Rifferswil und arbeite auch im Dorf. Dank dieser Voraussetzung konnte ich mich in der vergangenen Amtszeit als Gemeinderat vertieft mit der Infrastruktur unserer Gemeinde auseinandersetzen. Meine berufliche Erfahrung im Bereich Umwelt und Tiefbau, gepaart mit Realpolitik und dem Willen zur Konsensfindung, ermöglicht es mir, die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen.

Die Infrastruktur von Wasserversorgung und Siedlungsentwässerung ist teilweise über 50 Jahre alt. Entsprechend wichtig sind werterhaltende Massnahmen, damit kein Sanierungsstau entsteht. So sind beim Trinkwasser Faserzementleitungen und Zähler zu ersetzen. Ausserdem steht ein Neubau des Reservoirs Letten an. Beim Abwasser sind undichte Leitungen zu sanieren. Tempo 30 möchte ich nun 2026 umsetzen. Im Bereich Umwelt sind konkrete Ziele im Bereich Netto-Null zu definieren, Biodiversitätsmassnahmen zu konkretisieren und gemeindeeigene Solaranlagen beim Abwasserpumpwerk und auf dem Turnhallendach zu planen und umzusetzen. Einige dieser Projekte werden wir der Gemeindeversammlung zur Bewilligung vorlegen.

Rifferswil kämpft, wie viele kleinere Landgemeinden, mit strukturellen Herausforderungen: bescheidene Einkaufsmöglichkeiten, wenige Arbeitsplätze, bescheidene Anbindung des ÖV an die grossen Zentren. Das kleine Team der Gemeindeverwaltung und des Werkdienstes hat Grosses zu leisten. Die Strukturen dazu sind noch nicht optimal. Doch Rifferswil hat in den letzten Jahren gezeigt, dass die Behörden gemeinsam mit der hoch motivierten Bevölkerung erstaunliche Entwicklungen vollziehen können.

Rifferswil ist einzigartig. Die Häuser und auch die Landschaft eröffnen spezielle Möglichkeiten. Rifferswiler und Rifferswilerinnen sind engagiert und realisieren eigenständig grossartige Projekte, zum Beispiel den öffentlichen Backofen, den Riffi- und den Weihnachtsmarkt, nachhaltiges Rifferswil, Chilbi und vieles mehr. Unser Dorf ist aktiver als so manche grössere Gemeinde. Damit das so bleibt, hat der Gemeinderat optimale Voraussetzungen für dieses private Engagement zu schaffen.

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