Pro Senectute aktiv in Ämtler Gemeinden

Engagierte Ortsvertreterinnen und Ortsvertreter bereichern das Alltagsleben älterer Menschen

Disco-Anlässe für Seniorinnen und Senioren sind zurzeit ein gefragtes Angebot. (Bilder Pro Senectute)

Disco-Anlässe für Seniorinnen und Senioren sind zurzeit ein gefragtes Angebot. (Bilder Pro Senectute)

Dazugehören ist ein urmenschliches Bedürfnis – auch im Alter.

Dazugehören ist ein urmenschliches Bedürfnis – auch im Alter.

Man muss den Schritt nach aussen tun, um Alterseinsamkeit entgegenzuwirken.

Man muss den Schritt nach aussen tun, um Alterseinsamkeit entgegenzuwirken.

Die lokale Verankerung ist ein zentraler Pfeiler der Altersarbeit. Pro Senectute Kanton Zürich ist deshalb in jeder Ämtler Gemeinde mit einer Ortsvertretung vertreten. Diese freiwillig engagierten Personen ergänzen die kommunale Altersarbeit und sorgen dafür, dass Angebote dort entstehen, wo sie gebraucht werden – nah bei den Menschen.

Die Ortsvertretungen von Pro Senectute übernehmen dabei eine wichtige Brückenfunktion: Gemeinsam mit den Fachpersonen von Pro Senectute erkennen sie Lücken im bestehenden Angebot, gestalten die lokale Gemeinschaft aktiv mit und ermöglichen Seniorinnen und Senioren sowie ihren Angehörigen einen niederschwelligen Zugang zu Beratung und Unterstützung. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Lebensqualität älterer Menschen.

Françoise Jucker, Leiterin der Ortsvertretung Hausen, beobachtet in ihrer Tätigkeit, dass heutige Jungseniorinnen und -senioren sehr aktiv sind und ein vielfältiges Know-how mitbringen. Dies macht die Aufgabe als Ortsvertreterin oder Ortsvertreter interessant und auch für den eigenen Alltag bereichernd.

Persönliches Engagement der freiwilligen Ortsvertretung

Jede Ortsvertretung verfügt über ein individuelles Angebotsportfolio, das sich an den lokalen Bedürfnissen orientiert. In allen Gemeinden engagieren sich zudem weitere Institutionen, die Seniorinnen und Senioren mit Angeboten aktivieren und der Einsamkeit im Alter entgegenwirken. Pro Senectute versteht sich dabei nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung. Annagret Grass, Leiterin der Ortsvertretung Knonau, lobt die Altersarbeit in ihrem Dorf: «Hier in Knonau wird bereits vieles von der Gemeinde, den Kirchen und anderen Organisationen sowie von Freiwilligen der Ortsvertretung, Nachbarn und Familien geleistet. Ich sehe im Moment weder zusätzlichen Handlungsbedarf noch konkrete Möglichkeiten für ein weiteres Engagement. Das ergibt für mich ein sehr positives Gesamtbild von Knonau.»

Françoise Jucker in Hausen sieht ihre Hauptaufgabe im Vernetzen: «Ich möchte die vielfältigen und zahlreichen Angebote für die 60+-Bevölkerung im Oberamt – natürlich mit Schwerpunkt Hausen – koordinieren, zusammenführen und erweitern.

Auch in Mettmenstetten steht bei der Altersarbeit das Vernetzen im Zentrum. In Zusammenarbeit mit der Kommission für Altersfragen und lokalen Institutionen werden verschiedene Aktionen initiiert oder aktiv mitgetragen. Rosmarie Küng, Leiterin der Ortsvertretung Mettmenstetten, engagiert sich gern: «Ich bin motiviert, in der Gemeinde, in der ich wohne, mitzuwirken, etwas zu bewirken, wie beispielsweise den freiwilligen Fahrdienst.» Am Herzen liegen ihr die «Let’s dance +/- 60-Anlässe» in der alten Brennerei: «Zusammen tanzen, Kontakte knüpfen und pflegen, lachen – da spüre ich Lebensfreude auch im höheren Alter.»

Monica Flückiger, Abteilungsleiterin Marketing und Kommunikation, Pro Senectute Kanton Zürich, bestätigt: «Besonders beliebt sind aktuell Discos 60+». Sie erwähnt vonseiten des Kantons explizit Mettmenstetten lobend.

Es wird bereits viel getan: Ortsgruppenvertreter geben Beispiele

Ein gelungenes Beispiel für vernetzte Altersarbeit ist Ottenbach, wo bereits 2021 ein Altersleitbild – mit Prozessbegleitung durch Pro Senectute – erarbeitet wurde. Dieses bietet der Bevölkerung umfassende Informationen und ist geprägt von den Werten Würde, Selbstbestimmung, Selbstständigkeit und Vernetzung.

Entsprechend vielfältig präsentiert sich das Angebot: «Die Ortsvertretung organisiert für unsere Seniorinnen und Senioren zahlreiche Aktivitäten und Begegnungsmöglichkeiten. Zusammen mit den Freiwilligen aus dem Team von Ottenbach60plus organisieren wir Gratulationen, gemeinsame Mittagessen, Senioren-Nachmittage, Seniorenreisen, Besuchs- und Fahrdienste, Spaziergruppen, Ausflüge mit dem öffentlichen Verkehr sowie Computer-Sprechstunden», so die Ortsgruppe Ottenbach.

Beraten, begleiten, vernetzen, organisieren

Monica Flückiger erklärt: «Eine Ortsvertretung besteht aus einer bestätigten Leitung, einer verantwortlichen Person für die Kassenführung und weiteren Mitgliedern. Die Freiwilligen leben meist in der Gemeinde und kennen die Situation vor Ort. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, von der Organisation von Veranstaltungen über Besuchsdienste bis hin zu administrativen Aufgaben im Hintergrund. Zudem pflegen die Ortsvertretungen die Zusammenarbeit mit Behörden und anderen Organisationen der Altersarbeit und vermitteln bei Bedarf weitere Dienstleistungen von Pro Senectute.»

Wie wird man Mitglied oder Leiterin oder Leiter einer Ortsvertretung? «Vor dem Engagement findet ein Erstgespräch mit einer Gemeinwesenberaterin oder einem Gemeinwesenberater statt. Zusätzlich wird ein Privatauszug eingereicht, und je nach Aufgabe werden Einführungskurse besucht. Alterseinschränkungen gibt es keine.» Oder wie es eine Ortsvertretung treffend formulierte: «Es braucht keine speziellen Voraussetzungen. Wir nutzen die Eigenschaften, welche die Menschen mitbringen.»

Zu den Tätigkeiten gehören unter anderem Gratulationen zu Jubiläen sowie die Organisation von kulturellen, geselligen, integrativen und informativen Anlässen. Dazu zählen Tagesausflüge, Reisen, Film- und Theatervorführungen, Tanzveranstaltungen, Konzerte, Vorträge, Mittagstische sowie Bewegungs- und Bildungsangebote.

Mehrwert für Freiwillige von sinnstiftender Tätigkeit

«Wer sich engagiert, profitiert auch persönlich: eine sinnstiftende Tätigkeit, fachliche Einführung und Begleitung, ein umfangreiches Kurs- und Weiterbildungsprogramm mit rund 130 Angeboten, Spesenvergütungen und Versicherungen, regelmässiger Erfahrungsaustausch sowie Einladungen zu Wertschätzungsanlässen und das Magazin Visit», so motiviert Monica Flückiger Freiwillige für ein Engagement.

In mehreren Gemeinden werden derzeit Freiwillige für die Altersarbeit gesucht. Unter «engagieren.ch» finden sich weitere Informationen sowie Anmeldemöglichkeiten.

Fazit: Die Ortsvertretungen zeigen eindrücklich, wie freiwilliges Engagement und professionelle Facharbeit Hand in Hand gehen können – zum Nutzen der Gemeinden und ihrer älteren Bevölkerung.

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