Kein Geld aus dem gemeinnützigen Fonds für die Auto-Einstellhalle
Der Regierungsrat ist nicht bereit, die im Rahmen einer Erneuerung der Klosterdomäne Kappel geplante Auto-Einstellhalle über den Gemeinnützigen Fonds (ehemals Lotteriefonds) zu finanzieren. So wird der Verein Kloster Kappel (VKK) die rund 1,1 Mio. Franken in eigener Regie aufbringen müssen.

Vor exakt zehn Jahren erfolgte der Start zum Projekt einer Revitalisierung und Entwicklung der Klosterdomäne Kappel. Mit ihrer Unterschrift unter den Masterplan im Frühjahr 2018 gaben Regierungsrat, Kirchenrat und die Gemeinden endgültig grünes Licht für eine Umsetzung der ambitionierten Pläne. Seit einem Jahr liegt auch eine rechtskräftige Baubewilligung vor. Allerdings ist das Gesuch über einen Gesamtbeitrag von 11,87 Mio. Franken noch beim Gemeinnützigen Fonds hängig. Darüber muss letztlich der Kantonsrat entscheiden. Rund 1,4 Mio. Franken sind bislang in die Planung geflossen, wovon rund 1 Mio. Franken aus besagtem Fonds stammt. Den Anteil des VKK von 3,98 Mio. Franken bewilligte die Kappelerpflege im November letzten Jahres.
Inzwischen ist das Gesuch beim Gemeinnützigen Fonds vor dem Regierungsratsentscheid von den zuständigen Stellen einer vertieften Prüfung unterzogen worden. In diesem Rahmen hat sich ergeben, dass sich die geplante Einstellhalle für 24 Autos nicht über den Fonds finanzieren lässt. «In unserem Gesuch hatten wir argumentiert, dass die Einstellhalle eine direkte Folge der abzubrechenden Garagen und der Konzentration der Parkplätze ausserhalb der Klostermauern sei – exakt gemäss vereinbartem Masterplan», sagte VKK-Präsident Gerhard Gysel an der VKK-DV. Offensichtlich haben sich die politischen Gewichte etwas verschoben, und zudem sind im Gemeinnützigen Fonds auch weniger Mittel vorhanden.
Mix an Massnahmen
«Es war uns bewusst, dass der beim Kanton beantragte Beitrag höher ausgefallen ist als beim Projektstart vorgesehen. Schade nur, dass die Rückmeldung aus Zürich lange gedauert hat und die Sache nun unliebsam verzögert wird», fügte Gysel bei.
Er machte aber klar, dass diese Einstellhalle ein zentrales Element des Masterplans darstelle und fest zugeteilte, gedeckte Plätze für die gute Vermietbarkeit der Wohnungen auf dem Klosterareal eine wichtige Voraussetzung seien. «Um diese zu erfüllen, muss der VKK diese Einstellhalle selber finanzieren», so Gerhard Gysel. Er schlug den Delegierten einen Mix von Massnahmen vor, die eine Eigenregie-Finanzierung in der Höhe von rund 1,1 Mio. Franken erlauben: unter anderem eine Verschiebung der mittelfristig geplanten Renovationen von Rossweid und/oder ehemaliges Restaurant Post, Einsparung von bereits budgetierten Sonder-Projektkosten sowie Zusatz-Verschuldung.
Über einen entsprechenden Antrag muss die VKK-DV womöglich an einer ausserordentlichen Sitzung entscheiden. Sie stimmte bei wenigen Enthaltungen aber einem Antrag zu und gaben grünes Licht, sodass nun der Vorstand einen entsprechenden Plan zur Eigenfinanzierung der Einstellhalle ausarbeiten kann.
Wann nun der Regierungsrat über das Fondsgesuch von nunmehr 10,77 Mio. Franken zuhanden des Kantonsrats entscheiden wird und wann das Parlament, ist weiterhin offen – ebenso der ursprünglich für 2022 geplante Baustart.


