«Kinder-Reha spürbar machen»

Fortsetzung von «Tag der offenen Tür in der Kinder-Reha Schweiz»

Franziska Spreitler zeigte im Ganglabor, wie mithilfe eines High-End-Motion-Capture-Systems, von Kraft- und Druckmessplatten sowie Elektromyografie Gelenkswinkel, Belastungen und Muskelaktivitäten beim Gehen präzise dokumentiert und berechnet werden. (Bilder Regula Zellweger)

Franziska Spreitler zeigte im Ganglabor, wie mithilfe eines High-End-Motion-Capture-Systems, von Kraft- und Druckmessplatten sowie Elektromyografie Gelenkswinkel, Belastungen und Muskelaktivitäten beim Gehen präzise dokumentiert und berechnet werden. (Bilder Regula Zellweger)

Besuchende konnten ausprobieren, wie mobil man mit einem Rollstuhl ist.

Besuchende konnten ausprobieren, wie mobil man mit einem Rollstuhl ist.

Die beiden Therapiehunde begeisterten Gross und Klein.

Die beiden Therapiehunde begeisterten Gross und Klein.

Und zwar zum Thema Forschung und Robotik. Im Rahmen des Tags der offenen Tür der Kinder-Reha Schweiz berichtete Hubertus van Hedel, Leiter Forschung und Robotik, vom Einsatz technischer Hilfsmittel. «Seit 2019 setzt unser Robotik-Team erfolgreich den Roboter ‹Rysen› ein. Er besteht aus einem speziellen, an der Decke montierten Gurtsystem. Motorisch gesteuerte Seile ermöglichen Bewegungen im Raum, entlasten einen Teil des Körpergewichts und verhindern Stolpern. Der Roboter kann aktiv unterstützen – etwa indem er ein Kind sanft nach vorne zieht – oder gezielt Widerstand leisten, beispielsweise durch einen leichten Zug nach hinten, um die Beinkraft zu trainieren.»

Darüber hinaus wurden interaktive Spiele entwickelt, die mittels Projektoren auf den Boden projiziert werden. «So können spezifische therapeutische Ziele spielerisch und motivierend geübt werden.» Die Ergebnisse werden systematisch ausgewertet und dokumentiert. Daraus entsteht ein wichtiger Kreislauf: «Therapeutische Erfahrungen fliessen direkt in die wissenschaftlichen Projekte ein, während die Forschungsergebnisse langfristig dazu beitragen, den Einsatz der Technologie weiter zu optimieren.»

Führend in der Neuropsychologie

Auch in der Neuropsychologie nimmt die Kinder-Reha Schweiz eine führende Rolle ein. «Als Teil des Psychologischen Dienstes spielt sie eine wichtige Rolle bei der Reintegration von Kindern und Jugendlichen in ihren Alltag», erklärt Claudia Westhues, Leiterin der Spitalschule. So begleitet eine Neuropsychologin beispielsweise die Eltern und ihre achtjährige Tochter, die infolge eines Schädel-Hirn-Traumas eine Hirnverletzung erlitten hat, von Beginn ihres Aufenthalts an. Sie arbeitet mit dem Kind in den Bereichen Kognition, Emotion und Verhalten und berät das interdisziplinäre Team hinsichtlich der weiteren Förderung. «Für die Rückkehr ins häusliche Umfeld und in die zweite Klasse koordinieren wir gemeinsam mit der Schulbehörde, dem Schulpsychologischen Dienst, den Eltern und der Spitalschule, wie eine schrittweise Wiedereingliederung gelingen kann und welche Unterstützungsmassnahmen dafür notwendig sind.»

Ein richtiges Sommerfest

Die Kinder-Reha liegt im Grünen, und entsprechend spielte sich an diesem Tag vieles im Freien ab. Es gab Vorführungen mit den Therapiepferden, die Besuchenden konnten selbst Erfahrungen im Umgang mit einem Rollstuhl sammeln und die Kletterwand ausprobieren. Mit Tombola, Glücksrad oder beim Dosenwerfen versuchte man sein Glück. Die Spitalclowns brachten das Publikum zum Lachen. Für das kulinarische Angebot sorgte die Spitalküche.

Izabela Aires, Leiterin Facility Management, hatte im Vorfeld formuliert: «Wir hoffen, dass die Besuchenden einen fröhlichen und abwechslungsreichen Tag erleben. Der Tag der offenen Tür soll eine positive und möglichst transparente Atmosphäre schaffen. Gleichzeitig steht die Information im Mittelpunkt. Es ist eine schöne Gelegenheit, die Kinder-Reha in einem freundlichen Rahmen kennenzulernen, Fragen zu stellen und die Menschen hinter dieser Arbeit zu treffen. Wichtig ist dabei auch, einen authentischen Einblick zu vermitteln und das besondere Gefühl der Kinder-Reha spürbar zu machen – insbesondere, wie hier gearbeitet wird, welche Werte gelebt werden und wie Kinder, Jugendliche und ihre Familien im Alltag begleitet werden.» Dieses Ziel wurde am vergangenen Samstag vollkommen erreicht – dank des grossen Engagements der Klinikleitung, der Mitarbeitenden, zahlreicher weiterer Helferinnen und Helfer sowie der musikalischen Beiträge der Harmonie Affoltern, des Alphornduos Cathy und Walti Winkler und der Melody Factory.

Zu den besonderen Klängen der Kinder-Reha gehört das Glöcklein auf dem Dach. Normalerweise erklingt es, wenn ein Kind nach Hause zurückkehren darf. An diesem Samstag jedoch läutete es beinahe ununterbrochen und schien damit die Botschaft zu verkünden: «Die Kinder-Reha Schweiz entspricht einem grossen Bedürfnis und ist hervorragend geführt.»

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