Kommunikation und Prävention bei den Gemeinden

Der «Anzeiger» hat die 14 Ämtler Gemeinden zu Kommunikation und Prävention befragt. Mit den Antworten von elf Gemeinden kann das Resultat als repräsentativ gelten. Ergänzend gibt Stefan Trottmann, Präsident der regionalen Gemeindeschreibervereinigung, Auskünfte.

Die Abwehr von Cyber-Kriminalität wird in den nächsten Jahren nicht nur Unternehmen und Private, sondern auch Gemeinden fordern. (Grafik bs)
Die Abwehr von Cyber-Kriminalität wird in den nächsten Jahren nicht nur Unternehmen und Private, sondern auch Gemeinden fordern. (Grafik bs)

Wichtigstes Instrument insbesondere der internen Kommunikation ist nach wie vor das persönliche Gespräch, sei es an Sitzungen, am Schalter oder im Büro. Für die Kommunikation mit der Bevölkerung liegt die Website der Gemeinde knapp vorne, gefolgt von Kontakten per Telefon und E-mail sowie von Weisungen und Abstimmungsunterlagen zu Sachgeschäften. Die Bedeutung von Gemeindepublikationen und des Anzeigers aus dem Bezirk Affoltern werden gleich hoch bewertet, während überregionale Medien deutlich zurückliegen. Social Media betrachten die Gemeinden als unbedeutend.

Gut ein Viertel der Gemeinden verfügt über eine Kommunikationsstrategie und ein Krisenkonzept, das in den letzten zwei Jahren überarbeitet oder – im Fall der Krisenkommunikation – trainiert worden ist. Gleich viele Gemeinden verfügen weder über das eine noch das andere. Bei etwa der Hälfte der Gemeinden ist beides vorhanden, aber nicht mehr ganz aktuell.

Im Bereich der Prävention von Cyber-Kriminalität ist die Vorbereitung auf Manipulationen finanzieller Transaktionen gemäss der Befragung am weitesten fortgeschritten (vgl. Grafik), gefolgt von der Sicherung des Hackings von E-Mail-Accounts. Zwei Drittel der Gemeinden bereiten sich auf Manipulation von Daten und Ausfall von EDV-Systemen vor. Diebstahl von Einwohnerdaten und Manipulation der Gemeindewebsite ist für die Hälfte der Gemeinden ein Thema, Manipulation der Infrastrukturanlagen für ein Drittel.

Verantwortung für Daten und Passwörter

Drei Gemeinden erwähnen in der Befragung, dass sie die Daten ausgelagert haben. Dazu hält der Affoltemer Gemeindeschreiber Stefan Trottmann fest: «Viele wissen nicht, dass die Ausgliederung der Daten die Gemeinden nicht von der Verantwortung befreit.» Sodann erwähnt Stefan Trottmann ein weiteres Sicherheitsrisiko: die fehlende Sensibilisierung der Mitarbeitenden.

Mit Ausnahme des vertraulichen Notfallkonzepts sind die wesentlichen kommunalen Regelungen im Bereich ICT-Sicherheit auf der Website der Gemeinde Affoltern, www.affoltern-am-albis.ch, abrufbar, nämlich die ICT-Sicherheitsleitlinie und die ICT-Weisung. Wer ICT-Anlagen oder das Netzwerk der Gemeinde nutzt, ist verpflichtet, die Weisung einzuhalten. Diese definiert unter anderem die Nutzung der Anlage – kein Anschluss eigener, möglicherweise unsicherer Geräte – und den Umgang mit Passwörtern. Hier ortet Stefan Trottmann eine erhebliche Gefahr, denn wer überall dasselbe, leicht erratbare Passwort verwendet, öffnet Angreifern nicht nur persönlich Tür und Tor, sondern gefährdet das ganze Netzwerk.

Die ICT-Sicherheitsleitlinie der Gemeinde Affoltern erläutert detailliert das sicherheitskonforme Verhalten. Weisung und Leitlinie basieren auf kantonalen Vorlagen. Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung müssen unterschreiben, dass sie die Dokumente gelesen und verstanden haben.

Die frei zugänglichen Affoltemer Dokumente können von Gemeinden, regionalen Organisationen und KMU konsultiert werden. Stefan Trottmann betont zudem den guten Austausch unter den Gemeindeschreibern des Bezirks, da die Abwehr von Cyber-Angriffen vor allem für kleinere Gemeinden schwierig ist.

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