Sanierung Sportanlage: Kritische und positive Stimmen

Informationsveranstaltung in Affoltern zur Sportanlage Im Moos

Stadtpräsidentin Eveline Fenner (links) und Eliane Studer Kilchenmann, Stadträtin Immobilien, auf der grünen Wiese, wo das neue Infrastrukturgebäude erstellt werden soll. Im Hintergrund das alte Garderobengebäude. (Bild Marianne Voss)

Stadtpräsidentin Eveline Fenner (links) und Eliane Studer Kilchenmann, Stadträtin Immobilien, auf der grünen Wiese, wo das neue Infrastrukturgebäude erstellt werden soll. Im Hintergrund das alte Garderobengebäude. (Bild Marianne Voss)

Übersichtsplan des geplanten Projektes. (Visualisierung zvg)

Übersichtsplan des geplanten Projektes. (Visualisierung zvg)

Der Stadtrat Affoltern hatte die Bevölkerung am vergangenen Montag eingeladen, sich über das Projekt «Neues Infrastrukturgebäude und Sanierung, Erneuerung und Erweiterung der Sportanlage Im Moos» zu informieren. Nicht alle, aber viele Stühle im Kasinosaal waren besetzt, es herrschte reges Interesse, Details zu dem Vorhaben zu erfahren. Stadträtin Eliane Studer Kilchenmann, zuständig für Immobilien, präsentierte das Projekt ausführlich und anschaulich. Sie betonte die Zielsetzungen: «Wir möchten die Sportanlage zu einem zeitgemässen, generationenübergreifenden Angebot für Freizeit, Sport und Begegnung weiterentwickeln.» Die Attraktivität der Anlage solle gesteigert und für die ganze Bevölkerung zu einem Mehrwert werden.

Die Sportanlage Im Moos umfasst aktuell sechs Spielfelder, eine Leichtathletikanlage und einen Kinderspielplatz. Zwei Gebäude stehen zur Verfügung, das städtische Garderobengebäude und das Mooshüsli des FCA, die sich beide in schlechtem Zustand befinden und rückgebaut werden sollen. An ihrer Stelle ist ein gemeinsames, grosszügiges, neues Infrastrukturgebäude mit genügend Garderoben für Gruppen und Einzelpersonen geplant. Der Projektierung dieses Gebäudes ging eine Zusammenarbeit mit dem FCA voraus. Der Rückbau des Mooshüsli zieht für den Verein einen grossen finanziellen Abschreiber nach sich.

Im neuen Infrastrukturgebäude, das aus Schweizer Holz gebaut werden soll, befinden sich auch WC-Anlagen, multifunktionale Nebenräume, Lagerräume und Garagen für den Unterhalt sowie ein Gastrobereich. Es ist ein öffentliches Restaurant vorgesehen, das einen ganzjährigen Betrieb führt.

Sport und Erholung für alle

«Das gesamte Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit den Sportvereinen erarbeitet», führte die Stadträtin aus. «So konnten die Bedürfnisse direkt abgeholt werden.» Neuerungen sind die vielseitige Rollsportanlage mit Pumptrack und Skatepark sowie ein direkter Zugang zum Jonenbach. Dabei handelt es sich um ein Projekt von «#hallowasser», ein kantonales Förderungsprojekt für Erholungsmöglichkeiten am Wasser. Der Kinderspielplatz wird mit neuen Geräten ausgestattet, und in einer separaten Begegnungszone besteht das Angebot, Tischtennis oder Pétanque zu spielen.

Die 400-Meter-Rundbahn wird saniert und erhält sechs Bahnen. In den Innensektoren entstehen neue Ausbauten für Kraft, Fitness oder Mannschaftssport. Eines der Spielfelder verfügt bereits über Kunstrasen. Ein weiterer Platz soll nun auch einen Kunstrasen erhalten, drei Naturrasenplätze werden saniert.

Die Gesamtkosten werden auf 18,62 Millionen Franken geschätzt, davon gehen 9,7 Millionen Franken an das neue Infrastrukturgebäude. Am 28. September entscheiden die Stimmberechtigten von Affoltern an der Urne über den ­Objektkredit. Bei einem positiven Entscheid ist der Baustart auf den Mai 2026, die Inbetriebnahme der neuen Anlage auf Sommer 2027 geplant. «Während der Bauzeit ist natürlich mit gewissen Einschränkungen zu rechnen», gab Eliane Studer Kilchenmann zu bedenken. «Da wir in Etappen vorgehen, sollten diese möglichst kleingehalten werden.» Abschliessend fasste sie zusammen: «Wir sind überzeugt, dass die neue Anlage den Wert steigert und für die ganze Bevölkerung ein vielseitiges Sport- und Erholungsangebot bietet.»

Parkplatzproblem und FCA im Fokus

Während der anschliessenden Frage- und Diskussionsrunde wurden viele positive sowie auch kritische Voten ­abgegeben. Mehrmals ging es um das Parkplatzproblem, das einer dringenden Lösung bedürfe. Auch zum Eindruck, dass der FC Affoltern anderen Vereinen gegenüber bevorzugt werde, wurden mehrere Stimmen laut. Andere Themen waren unter anderen die Beschattung, die Barrierefreiheit und der Standort der Rollsportanlage, dies im Zusammenhang mit entstehenden Lärmemissionen. Die Stadträtin beantwortete die Fragen und konnte in den meisten ­Fällen die Zusammenhänge erklären. Zum Parkplatzproblem betonte sie: «Dieses Thema ist uns bekannt, und wir sind dran, umfassende Lösungen zu finden.»

Was die Finanzen betrifft, erklärte sie, dass dieses Projekt keine Auswirkungen auf den Steuerfuss haben werde. Und wenn das Projekt an der Urne scheitert? «Dann entstehen trotzdem hohe Kosten, da gewisse Sanierungen zwingend getätigt werden müssen.» Ein Herr erhob fast zum Schluss seine Stimme für das Projekt. Er betonte die Wichtigkeit, dass Affoltern etwas für die Jugend und den Sport tue. «Die Kinder und ­Jugendlichen lernen auf dem Sportplatz viel fürs Leben. Sie lernen Gemeinschaft und sie lernen, zu verlieren und zu ­gewinnen. Dieses Projekt ist eine Investition für die Zukunft.»

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