Lebenshof Bunte Bande gibt Tieren ein artgerechtes Zuhause

Verantwortungsbewusst und kreativ gelebte Liebe zu Tieren in Ottenbach

Mini-Pig-Boss Buddy ist nicht der Schönste, aber liebenswert. (Bild Regula Zellweger)

Mini-Pig-Boss Buddy ist nicht der Schönste, aber liebenswert. (Bild Regula Zellweger)

Beacon heisst übersetzt Leuchtfeuer. Der Jagdhund war in Spanien in einem Tierheim aufgenommen worden. Zuvor hatte er zwei Jahre lang in einem Zwinger ein trauriges Dasein gefristet. Eine Narbe rund um seinen Hals erzählt davon, dass man versucht hatte, ihn zu erhängen. Jäger «entsorgen» Hunde, die nicht mehr jagdtauglich sind, oft auf brutale Weise. In Spanien fallen Jagdhunde als Nutztiere nicht unter das Tierschutzgesetz.

Beacon war traumatisiert und liess keinen Menschen an sich heran. Er versteckte sich, so gut er konnte. Dabei steckte in ihm kein Funke Aggressivität. Trotz der sorgsamen Fürsorge im spanischen Tierheim befand er sich in einem schlechten körperlichen und psychischen Zustand. So lernten Eva Lehmann und Thomas Ackermann den goldbraunen, menschenscheuen Hund auf einer Ferienreise kennen. In den zwei Jahren im Tierheim hatte er keine Fortschritte gemacht. Er galt als hoffnungsloser Fall. Man kann sich zwar vorstellen, dass Beacon einst ein süsser, übermütiger Welpe war, doch heute war von seinem Namen – Leuchtfeuer – nichts mehr zu spüren.

Tier-Lebensgeschichten berühren

Genau solche Schicksale motivieren das Paar, Tieren auf ihrem Lebenshof Bunte Bande ein artgerechtes Zuhause sowie liebevollen Schutz und Geborgenheit zu bieten. Vor einem Jahr kam Beacon nach Ottenbach – und sonderte sich zunächst von Menschen und Tieren ab. Erst als sich Megumi, eine kleine Hündin, seiner annahm, änderte sich sein Verhalten. Er folgt ihr noch heute auf Schritt und Tritt. Eva Lehmann erklärt den Begriff «reguliert» im Zusammenhang mit Beacon und Megumi: «Das bedeutet, dass ein Hund in der Interaktion mit einem anderen, ruhigen Hund lernt, seine Aufregung, Frustration oder Angst besser zu kontrollieren und wieder zur Ruhe zu kommen.»

Eva Lehmann hat sich schon lange vor der Gründung des Vereins eine Menge Fachwissen über das Verhalten von Tieren angeeignet. Vor bald drei Jahren gründete sie zusammen mit ihrem Mann Thomas Ackermann den Verein Lebenshof Bunte Bande. Beide sind mit Tieren aufgewachsen und hatten schon früh eine grosse Affinität zu ihnen.

Heute wohnen neun Hunde bei ihnen. Nur zwei davon sind gesund; die übrigen sieben benötigen regelmässige Pflege und Medikamente. Besucht man das Paar, kommen die Hunde vertrauensvoll angerannt. Lediglich der grösste Hund, Farah, eine sehr schlanke Hündin mit langen Beinen, ist erst seit Kurzem auf dem Hof und lässt sich von Fremden noch nicht anfassen. Sie ist hin- und hergerissen zwischen der Neugier, Kontakt aufzunehmen, und der Angst vor schlechten Erfahrungen. So rennt sie bei Besuch aufmerksam hin und her. Zu Eva Lehmann lässt sie bereits Körperkontakt zu. In den ersten drei Wochen auf dem Hof hat sie nun bereits grosse Fortschritte gemacht.

Mini-Pigs als kluge Freunde

Ausgeprägte Persönlichkeiten sind die vier Mini-Pigs. Buddy ist der Boss, darum darf er auch auf das Titelbild. Seine Hauer und Klauen waren lange Zeit nicht gepflegt worden. Er ist vielleicht nicht der Schönste, aber äusserst liebenswert. Was noch so für Tiere auf dem Lebenshof Bunte Bande leben und wie sie aussehen, ist in der Fortsetzung dieses Beitrags zu erfahren.

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