Liebeserklärung an den Schweizer Wald

Und ein neues Baum-Projekt in Hedingen

Redner am 1. August in Hedingen: Gemeindepräsident Ruedi Fornaro (links) und der stellvertretende Förster des Forstreviers, Fabian Grond. (Bild Daniel Vaia)

Redner am 1. August in Hedingen: Gemeindepräsident Ruedi Fornaro (links) und der stellvertretende Förster des Forstreviers, Fabian Grond. (Bild Daniel Vaia)

Gäbe es einen Wettbewerb um den schönsten 1.-August-Festplatz, so würde Hedingen mit seinem idyllisch gelegenen Dorfweiher am Waldrand bestimmt einen Rang weit vorne belegen. Passend dazu gab Festredner Fabian Grond am Donnerstag eine Art Liebeserklärung an den Wald ab.

Der stellvertretende Förster und Betriebsleiter im Forstbetrieb UMag blickte dabei auf die Geschichte des Schweizer Walds zurück. Der Bündner erinnerte in seiner in Dialekt gehaltenen Rede an die beginnende Industrialisierung in der Schweiz im 19. Jahrhundert. Zusammen mit dem Bevölkerungswachstum und begleitet von Unwissen und Gier sei es damals «mit dem Schweizer Wald und der Natur zum ersten und bisher einzigen Mal wirklich massiv bergab gegangen». Nur dank des 1876 in Kraft getretenen ersten Schweizer Waldgesetzes habe diese Entwicklung gestoppt und der Wald gerettet werden können. Heute, in Zeiten des Artensterbens und der Monokulturen, gehe es vor allem darum, die Biodiversität zu fördern: «Weg vom perfekten englischen Rasen, hin zu einheimischen, blühenden Wiesen und Büschen, um einer möglichst grossen Anzahl von Insekten Nahrung und ein Daheim zu ermöglichen.» Grond kündigte das Projekt «Min Hedinger Baum» an. Private sollen dabei die Patenschaft für einen Baum übernehmen und so sicherstellen können, dass dieser «niemals durch Menschenhand gefällt wird». Musikalisch sehr unterhaltsam begleitet wurde die Feier vom Musikverein Hedingen mit einer breiten Palette an Melodien. Für Festwirtschaft und Höhenfeuer sorgte der Turnverein, für die Sicherheit Feuerwehr und Samariterverein. Rein Politisches gab es, ganz bewusst, nur am Rande. Gemeindepräsident Ruedi Fornaro, FDP, sprach sich in einer kurzen Begrüssungsrede für eine «ausgewogene, liberale Meinungshaltung» und für Offenheit aus. Allerdings habe er nicht für alles Verständnis: «Für nicht arbeitswillige Immigranten und Querulanten sollten wir unseren knappen Wohnraum nicht opfern müssen.»

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