Losentscheid und 2. Wahlgang in Hausen

Bürgerliche klare Sieger im «Wahldrama» in Hausen

Der neu gewählte Gemeinderat von Hausen (von links): Sven Kammer, parteilos; Ruedi Taverna, parteilos; Toni Schönbächler, parteilos; Barbara Moser, SP; Peter Thiele, parteilos; Esther Lendenmann, FDP; und Olivier Hofmann, FDP.(Bild Daniel Vaia)
Der neu gewählte Gemeinderat von Hausen (von links): Sven Kammer, parteilos; Ruedi Taverna, parteilos; Toni Schönbächler, parteilos; Barbara Moser, SP; Peter Thiele, parteilos; Esther Lendenmann, FDP; und Olivier Hofmann, FDP.(Bild Daniel Vaia)

Eineinhalb Mal hat am Sonntag in Hausen der Zufall die Wahl des siebenköpfigen Gemeinderats und des Gemeindepräsidiums mitentschieden. Unter dem Strich haben die bürgerlichen Vertreterinnen und Vertreter ihre Mehrheit im Gemeinderat problemlos verteidigen können.

Ob das auch für das Gemeindepräsidium gilt, ist noch offen: Es kommt am 14. Juni zu einem zweiten Wahlgang. Olivier Hofmann, FDP (neu), verpasste als Erstplatzierter das absolute Mehr von 570 Stimmen um gerade mal 7 Stimmen – zumindest ein halbes Zufallsergebnis.

Siebenköpfiger Gemeinderat

In den siebenköpfigen Gemeinderat gewählt wurden (Reihenfolge gemäss Stimmenzahl): Ruedi Taverna, parteilos (bisher), 966 Stimmen; Sven Kammer, parteilos (bisher), 913 Stimmen; Anton «Toni» Schönbächler, parteilos (bisher), 889 Stimmen; Olivier Hofmann, FDP (neu), 727 Stimmen; Esther Lendenmann, FDP (neu), 721 Stimmen; und Barbara Moser, SP (neu), 700 Stimmen. Siebtes Mitglied ist Peter Thiele, parteilos (neu), der als neugewählter Präsident der Primarschulpflege automatisch im Gemeinderat Einsitz nimmt. Nicht gewählt ist: Rexhep Neziri, parteilos (neu), 469 Stimmen; Vereinzelte, 76 Stimmen.

Als Drama und Zufall muss die Abwahl von Andrea Sidler, SP (bisher), bezeichnet werden. Sie hatte wie ihre Parteikollegin Barbara Moser 700 Stimmen erhalten, das absolute Mehr erreicht und war damit ebenfalls auf dem sechsten Platz gelandet. So musste schliesslich das Los entscheiden. Und dieses entschied für Moser und gegen Sidler.

Barbara Moser, die als Biologin in der Eidg. Forschungsanstalt WSL arbeitet, war das Resultat der Losentscheidung sichtlich unangenehm. Spontan hätte sie die Wahl wohl am liebsten abgelehnt und ihrer erfahrenen Parteikollegin den Vortritt gelassen. Wegen des sogenannten Wahlzwangs ist dies aber nicht möglich.

Für Andrea Sidler ist die Abwahl doppelt bitter. Sie kippt durch einen Zufallsentscheid aus dem Gemeinderat und muss auch im Rennen ums Gemeindepräsidium und die Nachfolge von Gemeindepräsident Stefan Gyseler, FDP, eine relativ knappe Niederlage einstecken: Mit 494 Stimmen blieb sie auf Sichtdistanz zu Gegenkandidat Olivier Hofmann (563 Stimmen). Sidler hatte die letzten acht Jahre die Primarschulpflege präsidiert und war damit zugleich Gemeinderatsmitglied. Das nebenberufliche Doppelmandat habe zeitweise einem 50-Prozent-Pensum entsprochen, erklärte sie gegenüber dem «Anzeiger». Deshalb habe sie etwas kürzertreten und sich auf den Gemeinderat konzentrieren wollen.

Daraus wird nun nichts. «Für mich gheit kei Wält zäme», sagte Sidler, nachdem der erste Schock abgeklungen war, an einer SP-Feier im Ortsteil Unterheisch. Dort wurde sie immer wieder von Parteimitgliedern und -sympathisanten tröstend umarmt. Sidler will sich nun auf ihre Arbeit als Hauswirtschaftslehrerin konzentrieren – und als Tanzlehrerin.

Deutlich gelöster war die Stimmung im bürgerlichen Lager, das im «Löwen» feierte. Die FDP übernimmt mit der Wahl von Esther Lendenmann den Sitz der nicht mehr kandidierenden SVP-Vertreterin Beatrice Sommerauer.

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