Markante Entwicklung steht bevor
Neugestaltung des Stalliker Dorfzentrums stösst am Infoabend auf reges Interesse

Die Aussicht, dass Stallikon einmal ein neues Dorfzentrum bekommen und sich in städtebaulicher Hinsicht markant weiterentwickeln könnte, lockte am Mittwochabend zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner in die Loomatt-Turnhalle. Dort standen Planerinnen und Planer sowie der Gemeinderat von Stallikon bereit, um dem Stimmvolk Red und Antwort zu stehen.
Verlässliche Einnahmequelle
Wie bereits berichtet, plant die Gemeinde auf mehreren Grundstücken rund um das Gemeindehaus Alters- und Mietwohnungen sowie eine Neugestaltung des Dorfplatzes. Das hinter dem alten Schulhaus und der Gemeindeverwaltung liegende Grundstück würde die Genossenschaft Hofgarten aus Zürich im Baurecht nutzen und dort nach neuester Berechnung 36 Alterswohnungen realisieren. Dafür erhält Stallikon einen Basislandpreis von 1.5 Millionen Franken und in der Folge einen regelmässigen Baurechtszins, der für die Gemeinde eine über die Jahre verlässliche Einnahmequelle darstellt. Im Bereich links und rechts der Dorfstrasse sollen 39 Familienwohnungen gebaut werden. Die Mieten sollten heutiges Marktniveau haben (2500 bis 2900 Franken bei einer Viereinhalb-Zimmer-Wohnung), sich dann allerdings in Zukunft nicht weiter nach oben entwickeln, sagte Eva-Maria Nufer von der Genossenschaft Hofgarten. Das Land dazu würde die Genossenschaft für einen Preis von 3.8 Millionen Franken von der Gemeinde kaufen. Der Dorfplatz selber bleibt aber weiterhin Gemeindeland. Über die Kosten informierte Gemeindepräsident Reto Bernhard. Insgesamt müsste das Stimmvolk am 8. März einer Kostenbeteiligung von maximal 1.9 Millionen Franken zustimmen. Darin enthalten sind der Rückbau des Schulhauses Dorf (550000 Franken), Entsorgungskosten aufgrund von Bodenbelastungen (350000 Franken) oder auch der neue Dorfplatz (350000 Franken). «Der Kostenbeitrag ist hart, aber fair verhandelt worden», versicherte Bernhard. Sein Fazit: «Der Gemeinderat ist überzeugt, dass der Verkauf des Grundstücks in der Kernzone trotz eines tieferen Verkaufspreises im Interesse der Allgemeinheit liegt», so Bernhard. Mit dem Projekt werde dringend benötigter altersgerechter Wohnraum geschaffen. Dies entspreche einem wichtigen öffentlichen Anliegen.
Bei der Aussprache nach der Präsentation und auch beim nachfolgenden Apéro kamen zahlreiche Detailpunkte zur Sprache. Klar wurde dabei, dass die neue geplante Tiefgarage keine öffentlichen Parkplätze beinhalten wird.
Auch wenn die ersten Überlegungen zur Thematik bereits 2014 gemacht wurden: Viel schneller wird es auch jetzt nicht gehen. Wenn das Stimmvolk am 8. März ein Ja in die Urne legt, wird erst einmal ein Gestaltungsplan erstellt. 2027 folgt eine weitere Abstimmung in der Gemeinde.
Auch die Mitglieder der Genossenschaft Hofgarten müssen dann zustimmen. 2030 könnte der Baubeginn erfolgen. Erstbezug wäre dann etwa 2032. Wer heute schon weiss, dass er einmal dort wohnen möchte, kann sich bei der Gemeinde in eine Warteliste eintragen lassen. Die liegt bereits jetzt auf. «Stalliker werden bei der Wohnungsvergabe bevorzugt», hiess es.


