Mit neuen Methoden die Deponie-Auffüllzeit verlängern

Wissenschaftlich begleitetes Verfahren in der Obfelder Deponie Tambrig

Spross-Mitarbeiter bei der Seitenabdichtung der Deponie: Bitumen statt Lehm. (Bild Werner Schneiter)
Spross-Mitarbeiter bei der Seitenabdichtung der Deponie: Bitumen statt Lehm. (Bild Werner Schneiter)

Aus einer Tonne Hauskehricht entstehen bei der Verbrennung zirka 200 kg Schlacke und 20 kg Filterasche aus der Rauchreinigung. Pro Kopf werden im Kanton Zürich zudem rund 8 kg Klärschlamm produziert. Und aus Altholzfeuerungen entstehen pro Tonne zirka 40 kg Asche – all diese Materialien lassen sich nicht recyceln und müssen auf einer Deponie Typ D sicher deponiert werden. In der Vergangenheit wurden diese laut Josef Binzegger, Geschäftsführer Transport und Recycling, dem Anfall folgend quasi in «crèmeschnittartigen» Schichten eingebaut.

Staubfrei und dichter

Von der Universität Bern begleitet, kommt nun in der Deponie Tambrig eine moderne Konditionierungs- und Stabilisierungsanlage für Verbrennungsrückstände zum Einsatz. Primär werden all diese Verbrennungsrückstände bearbeitet, damit sie sich in chemischer und physischer Hinsicht für eine dauerhafte Endlagerung eignen. Im Rahmen der Konditionierung werden diese Verbrennungsrückstände in der geschützten Halle gezielt mit Wasser und Bindemitteln vermischt. Dadurch wird das Material staubfrei, dichter und durch eine sogenannte Schadstoff-Immobilisierung nachhaltiger. Der Einbau erfolgt in 30-cm-Schichten, welche mit einer 15-Tonnen-Walze verdichtet werden. «Dieser neue Prozess schont das ohnehin knappe Deponievolumen und minimiert das Sickerwasseraufkommen und ist somit ein ökonomischer sowie ökologischer Vorgang. Wir überwachen das Material mit Prüfkörpern, das Sickerwasser mit zusätzlichen Analysen und den Volumenzuwachs bzw. die Dichte mit Drohnenflügen», hält Josef Binzegger fest. Neu ist auch, dass im «Tambrig» anstelle einer ein Meter dicken Flankenabdichtung aus Lehm neu eine Seitenabdichtung – wie die Basisabdichtung – mittels Bitumen erfolgt – in einer Dicke von 40 cm. Auch das schont das Deponievolumen und erhöht zudem die Sicherheit – eine Methode, die ursprünglich aus dem Bau von dichten Dammkernen stammt und die schweizweit beim Deponiebau noch einzigartig ist.

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