Moorgebiete wieder vergrössern

Moore sind Hotspots der ­Biodiversität. Doch nur noch wenige sind erhalten. Der Kanton Zürich hat ehemalige Moor­gebiete festgelegt, welche wiederher­gestellt werden sollen. Im Bezirk Affoltern sollen 240 Hektaren Agrarflächen mittelfristig in Moore rückverwandelt werden.

Mit aktuell rund 1800 Hektaren Moorfläche ist Zürich der moorreichste ­Kanton des Mittellands. Doch das sind nur noch zehn Prozent der ehemaligen Fläche. Und zu wenig und zu isoliert, um langfristig die Biodiversität und den Artenreichtum zu erhalten.

Das Amt für Landschaft und Natur des Kantons Zürich hat nun ehemalige Moorgebiete festgelegt, die mittelfristig wiederhergestellt werden sollen. Im ganzen ­Kantonsgebiet sind das 1300 Hektaren, 240 Hektaren entfallen auf den Bezirk Affoltern. «Ziel ist die ­künftige Regenerierung und Aus­weitung von Moor­flächen. Damit ­möchten wir erreichen, dass wieder ­ausreichend Lebensraum für heute ­gefährdete Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung steht», sagt Ursina Wiedmer, Leiterin der Fachstelle Naturschutz ­Kanton Zürich.

Der Kanton hat die einstigen, heute entwässerten Moore und Feuchtgebiete eruiert, die das grösste Regenerationspotenzial aufweisen. Konkretes Ziel ist es, ehemalige Moorlandschaften, die in der Vergangenheit mit der Intensivierung der Landwirtschaft trockengelegt wurden, um Ackerland zu gewinnen, wieder zu renaturieren. Der Kanton richtet auf diesen Flächen keine Subventionen für die Sanierung oder Erneuerung der Drainagen mehr aus, wie Ursina Wiedmer erklärt. Auch landwirtschaftliche Bodenaufwertungen werden nicht mehr bewilligt. Den Landwirten steht es frei, die Flächen weiterhin zu nutzen wie bisher. Sie können aber auch die im Rahmen der Direktzahlungen des Bundes geforderten Biodiversitäts­flächen an solchen Orten anlegen und sich den Ertragsverlust entschädigen lassen, wenn sich wieder Moore ent­wickeln. In einer nächsten Phase wird die Baudirektion prüfen, wie die Moorregeneration auf diesen Flächen gezielt gefördert werden kann.

Zufrieden und unzufrieden

Der Zürcher Bauernverband ist mit dem Vorgehen des Kantons einverstanden. In einem Communiqué bezeichnet er die geplanten Massnahmen als «sehr gute Gelegenheit, die Qualität vor der Quantität zu fördern». Voraussetzung dafür sei eine faire und transparente Interessenabwägung, damit geeignete Flächen zu Feuchtgebieten würden und ungeeignete Flächen wieder der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden könnten. Positiv sei, dass die Freiwilligkeit gegeben sei, an einem Vernässungs- oder Vernetzungsprojekt teilzunehmen.

Weniger zufrieden sind die Umweltschutzverbände Pro Natura, BirdLife Zürich, WWF Zürich. In einer gemeinsamen Mitteilung kritisieren sie, dass es ein Vierteljahrhundert gedauert habe, bis nur die Flächen definiert wurden, die wieder zu Feuchtgebieten werden sollen. Ein konkreter Plan für die Umsetzung fehle noch immer. Die Verbände fordern, dass die Zürcher Regierung diesen innert eines Jahres vorlegen soll.

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