Motivationsspritze mit viel Humor

Vereinskonferenz in Affoltern ermöglicht Vernetzung der Vereine

Vereinscoach Hanu Fehr (rechts) gibt Inputs zur Diskussion in der Gruppe. Neben ihm Stadtrat Felix Fürer. (Bild Marianne Voss)

«Das haben wir schon immer so gemacht!» Diese Haltung sei der grösste Killer der Vereinsarbeit, betonte Hanu Fehr am vergangenen Donnerstag ­anlässlich der Vereinskonferenz in Affoltern. Humorvoll, pointiert und realitätsbezogen ging der Vereinscoach auf die typischen Probleme, Hürden und Fragen im Vereinsalltag ein und rüttelte auf. Vorgängig hatten sich die rund 85 Teilnehmenden aus 40 verschiedenen Affoltemer Vereinen in Gruppen über verschiedene Themen ausgetauscht. Es ging dabei um Finanzen und Sponsoring, um die Mitgliederwerbung und um die Vorstandsarbeit.

Hanu Fehr zeigte auf, wie man es nicht machen soll und welche Wege zielführend und erfolgreich sein können. «Ihr seid oft in den alten Vereinsstrukturen gefangen», erklärte er und gab Ideen, wie daraus ausgebrochen werden kann, um auch für junge Menschen ­attraktiv zu bleiben. Junge Mitglieder seien heute meistens nicht mehr bereit, sich über Jahrzehnte zu verpflichten. «Aber sie sind durchaus bereit, im ­Vorstand Aufgaben zu übernehmen, vielleicht solche, die sich auf ein bestimmtes Projekt beziehen.» Wichtig sei auch, dass sich der Verein nach aussen attraktiv und aktuell präsentiere. «Zeigt euch mit positiven Botschaften und ­Bildern, damit ihr wahrgenommen werdet!» Weiter gab er den Input, dass Mitglieder neue Mitglieder werben sollen. «Wenn alle in ihrem Umfeld ihre Freunde gluschtig machen, hat das mehr Auswirkungen als Inserate oder Flyer.» Zum Sponsoring sagte er, dass es sich lohne, direkt persönlich bei Firmen vorzusprechen und die Vereinsarbeit kurz, peppig und prägnant vorzustellen.

Verschiedene Vereine, ähnliche Probleme

Im Kasinosaal sassen Mitglieder aus sehr unterschiedlichen Vereinen wie zum Beispiel dem Akkordeon-Orchester, dem Familienclub, der Pfadi, der Feldschützen-Gesellschaft, dem Fussballclub, den Säuliguggern, dem Singkreis, dem Feuerwehrverein oder der Tauchschule. Die Ausrichtung dieser Vereine und ihre Aktivitäten sind sehr verschieden und reichen von kulturell über sportlich oder musikalisch bis zu sozial. Doch die Herausforderungen in unserer heutigen Gesellschaft erleben viele ähnlich. Das wurde beim Austausch in den Gruppen und auch bei den Gesprächen an den Tischen beim Nachtessen oder beim Dessert deutlich. Zu wenig Mitglieder, keine Bereitschaft für Verbindlichkeit oder Überlastung im Vorstand waren Themen, die wiederholt zur Sprache kamen.

Die Vereinskonferenz in Affoltern hat bereits Tradition. Sie wurde wieder von der Fachstelle Gesellschaft organisiert, teilnehmen konnten von den gut 100 in Affoltern gemeldeten Vereinen je drei Personen. Die Ziele der Konferenz sind jeweils der Austausch, die Vernetzung, das Abholen der Bedürfnisse und Anliegen sowie die aktuellen Informationen vonseiten der Stadt. Ganz zentral war am Donnerstagabend auch die Wertschätzung. Die Stadtpräsidentin Eveline Fenner wies darauf hin, dass das Vereinswesen in unserm Land etwas ­Einzigartiges sei. «Es macht das Leben unserer Stadt kostbar und wertvoll.» Stadtrat Felix Fürer dankte den anwesenden Vereinsmitgliedern für ihren Einsatz. «Ich bin beeindruckt, mit wie viel Herzblut sich unsere Vereine für die Öffentlichkeit einsetzen.»

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