Müliberg wehrt sich gegen den Motorenlärm

Wenn die Motorsport-Enthusiasten in ihrer Freizeit die beliebte Albis-Buchenegg-Route ansteuern, befindet sich der Müliberg in der «Anflugschneise». Den Lärm und die Gefährdung wollen die Leute vor Ort nicht länger schlucken.

«Offene Türen eingerannt»: Margie Müller mit ihrer Petition gegen den Motorenlärm in Müliberg. (Bild Thomas Stöckli)
«Offene Türen eingerannt»: Margie Müller mit ihrer Petition gegen den Motorenlärm in Müliberg. (Bild Thomas Stöckli)

«Kein Risiko!», «Kein Lärm!» – die Plakate der Motorradkampagne der Kantonspolizei Zürich sensibilisieren an allen beliebten Ausflugsstrecken wie dem Reppischtal, Albis und der Buchenegg auf Rücksichtnahme. Nicht so auf dem und um den Müliberg in Aeugst. Dabei fühlen sich hier die Anwohnerinnen und Anwohner massiv gestört durch Töffraser und Autoposer, die ­ihren Motor teils schon im Siedlungsbereich oder unmittelbar danach aufheulen lassen – «und die Tendenz ist steigend», sagt Margie Müller, die im kleinen Weiler Ruhe gesucht, aber noch nicht gefunden hat.

Gemeinsam mit Nachbarin Lente Franken hat sie darum eine Petition lanciert. Ende Mai bis Anfang Juni haben sie in knapp zwei Wochen die Haushalte abgeklappert und 80 Unterschriften gesammelt – eine stolze Zahl für einen Weiler mit knapp 30 Wohnbauten, teils Einfamilien-, teils Mehrfamilienhäusern. «Wir haben offene Türen eingerannt», berichtet Margie Müller, «an der ersten Adresse habe ich bereits sechs Unterschriften erhalten.» Dabei habe es durchaus auch die eine oder andere kritische Rückmeldung gegeben, aber die meisten hätten sie in ihrem Vorgehen bestätigt – und sich erleichtert gezeigt, dass jemand das in die Hand nehme. «Wir wurden offenbar vergessen», fürchten die Mülibergerinnen, darauf hinweisend, dass in Aeugst selber bereits ein Tempo-30-Regime gilt.

Beschleunigungsstrecke von der Siedlungszone weg verlagern

Tempo 30 fordert die Petition nicht, aber – als möglichen Lösungsvorschlag – eine Verlagerung der Beschleunigungs­strecken und damit der grössten Lärm- und Gefahrenquelle von der Siedlungszone weg. Konkret soll die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht unmittelbar am Weilerrand von 50 auf 80 km/h steigen, was zu frühzeitigem, massivem Beschleunigen verleite, sondern langsamer über einen Tempo-60-Bereich. Und in die Ecke der Verkehrsgegner lassen sich die Petitionärinnen schon gar nicht drängen: «Ich sehe gerne schöne Autos und ich würde auch gerne mal mit ­einem Maserati mitfahren», sagt Margie Müller. «Es kommt immer darauf an, wie man fährt: Ich bin selbst auch Autofahrerin, aber massvoll.»

«Wir ersuchen den Gemeinderat Aeugst dringend, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, damit diesem unerträglichen Lärm auf dem Müliberg so schnell wie möglich ein Ende gesetzt wird», heisst es auf dem Petitionsbogen. Das Original wollen Margie Müller und Lente Franken dem Gemeinderat Aeugst in diesen Tagen zukommen lassen. Dieser wolle mit einer Stellungnahme noch zuwarten, bis die Petition eingereicht sei und er eine Haltung zum Inhalt entwickelt habe, teilt Gemeindeschreiber Vit Styrsky auf Anfrage des «Anzeigers» mit.

Kopien der Petition sollen aber auch an die Stadt Affoltern und die Kantonspolizei gehen. Schliesslich seien die ebenfalls Ansprechpartner – nicht nur in Sachen Sensibilisierung, sondern auch wenn es um konkrete Massnahmen in ihrem Verantwortungsbereich gehe.

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