«Nächstes Jahr wird richtig gefeiert»
Am vergangenen Sonntag feierte die katholische Kirchgemeinde St. Mauritius Bonstetten-Stallikon-Wettswil ihr 40-Jahre-Jubiläum. Wegen Corona beschränkte sich das Fest auf einen besonderen Gottesdienst. Generalvikar Josef Annen betonte in seiner Predigt, dass die Kirchgemeinde der Platz ist, um gemeinsam Gott zu suchen und zu finden.

Auch an diesem Jubiläumsanlass hinterliess Corona seine Spuren. Statt eines grossen Festes mit Speis und Trank beschränkte sich das Feiern des 40-Jahr-Jubiläums der katholischen Kirchgemeinde St. Mauritius Bonstetten-Stallikon-Wettswil auf einen besonderen Gottesdienst im Beisein von Generalvikar Josef Annen. Doch Pfarradministrator Antonio Lee versprach: «Wir verschieben das Fest auf nächstes Jahr. Jetzt findet nur die erste Stufe statt. Nächstes Jahr wird dann richtig gefeiert mit Prozession und Apéro.»
Die Gottesdienstbesucherinnen und –besucher sassen am vergangenen Sonntag mit viel Abstand verteilt im Kirchenraum und der anschliessenden Aula der katholischen Kirche in Bonstetten, die erst vor gut vier Jahren eingeweiht wurde. Vorher befanden sich die Kirchenräume in der Liegenschaft des ehemaligen Restaurants Bahnhof, wo die katholischen Gläubigen schon ab 1961 im Saal ab und zu Gottesdienste feiern konnten. Die eigentliche Gründung der selbstständigen Kirchgemeinde fand am 1. Januar 1980 statt. Am ehemaligen «Bahnhöfli» wurden im Laufe der Jahre verschiedene Umbauten vorgenommen. 2005 konnte der Turm eingeweiht werden, im Juni 2016 dann das vollständig neue Kirchengebäude.
Auf der Suche nach Gott
Am feierlichen Jubiläumsgottesdienst vom vergangenen Sonntag hielt Generalvikar Josef Annen eine eindrückliche Predigt. «Wir haben Grund genug zum Danken, zur Erneuerung, zur gegenseitigen Entschuldigung und zum Beten. Heute ist ja auch der eidgenössische Bettag.» Er blickte zurück auf die Zeiten, als noch im verrauchten Saal des «Bahnhöfli» Tische und Stühle zurechtgerückt wurden für den Gottesdienst. «Heute sieht jeder, der in Bonstetten in den Zug steigt, dass sich hier eine Kirche befindet.» So verschieden die äussere Situation von damals und heute aussehe, etwas sei sich gleich geblieben: «Wie damals sind wir alle auf der Suche nach Gott. Wir alle machen die Erfahrung, dass das Leben mehr ist als Ausbildung, Beruf, Familie und Altwerden. Wir alle haben noch ein anderes Zuhause. Unser Leben ist im Tiefsten eine Liebesgeschichte zwischen Gott und uns.»
Alle sind willkommen
Josef Annen betonte, dass ein gut ausgestattetes Pfarreizentrum der richtige Ort sei, um Gott gemeinsam zu suchen, zu finden und die Liebesgeschichte mit Gott zu feiern. Doch die Frage sei: «Was haben wir zu tun, dass Gott sich hier in der Pfarrei finden lässt?» Als Antwort wies er auf die Bergpredigt hin. «Sie ist der Personalausweis der Christen.» Ausgehend vom Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, die alle gleichviel Lohn erhalten, erklärte er: «Bei Gott zählt nicht die Leistung, es gibt kein Zuspätkommen. Alle sind willkommen, auch die, welche enttäuscht wurden und nicht mehr glauben können.»
Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt durch die Sängerinnen Elisabeth Mundo und Friederike Kunath sowie German Bosshard an der Orgel. Zum Schluss nach dem Segen erhielt das 40-Jahr-Jubiläum noch einen speziellen Platz. Eine projizierte Fotopräsentation liess Personen und Aktivitäten aus der Kirchgemeinde aufleben und zeigte auf diese Weise das intensive kirchliche Leben der letzten 40 Jahre auf.


