Neubauten beliebter als Altbauten
Die Leerwohnungsstatistik fördert Wohnpräferenzen der Bevölkerung des Bezirks Affoltern zutage

Auch im Knonauer Amt werden bei Wohnüberbauungen grösstenteils Wohneinheiten mit 2½ bis 4½ Zimmern gebaut. Obwohl von dieser Wohneinheitengrösse am meisten Wohnungen benötigt werden, geht dieser Trend an den Realitäten vorbei – gerade im Bereich Mietwohnungen. Einzimmerwohnungen stehen gerade einmal sechs leer und auch bei Wohnungen mit mehr als sechs Zimmern ist der Markt fast komplett ausgetrocknet, da nur sieben Mietwohneinheiten dieser Grösse leer stehen – halb so viele wie in dieser Grösse zum Verkauf stehen. Andererseits stehen 106 Dreizimmer- und 121 Vierzimmer-Mietwohnungen leer. Magnus Gocke vom statistischen Amt versucht diese Entwicklung zu einzuordnen: «Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern weisen eine grosse Nachfrage auf, da sie für sehr unterschiedliche Haushaltformen attraktiv sein können. Ein sehr kleines Angebot von Einzimmerwohnungen ist in einem eher ländlich geprägten Raum nicht ungewöhnlich. Singles, Studenten und andere Nutzer mit geringen Raumansprüchen zieht es vermutlich eher in die Stadt.»
Neubauten sind attraktiver
Während im Juni 2016 nur 312 Wohneinheiten leer standen waren es ein Jahr später 392, was einer Steigerung um 25 Prozent entspricht. Neubauten erfreuen sich bei Säuliämtlern anhaltender Beliebtheit – 2016 standen 146 dieser Einheiten leer, 2017 waren es nur drei mehr. 2017 standen 243 Wohneinheiten leer, die vor mehr als zwei Jahren erbaut worden sind, was einer Steigerung der Leerwohnungsquote bei Altbauten um 41 Prozent entspricht. Erklären könne man solche Phänomene nur schwer, weiss Magnus Gocke: «Der Wohnmarkt ist sehr dynamisch und ist stark abhängig von der Wirtschaftslage, den Steuersätzen, der Verkehrserschliessung, der geografischen Nähe zu Zentren und weiteren Indikatoren. Grosse Wohnüberbauungen haben einen grossen Effekt in einzelnen Jahren. Wenn zahlreiche vergleichbare Wohnungen auf den Markt kommen, können Neubauwohnungen attraktiver und einfacher zu vermieten sein als ältere Wohnungen. So ist es möglich, dass bei gleichbleibend hoher Bautätigkeit die Zahl der leerstehenden Altbauwohnungen ansteigt und die Anzahl leerstehender Neubauwohneinheiten gleich bleibt.»


