Neue Entschädigungsverordnung für Rifferswil
Die Gemeindeversammlung genehmigte sämtliche Geschäfte

Nur 43 Stimmberechtigte kamen am vergangenen Mittwoch zur Gemeindeversammlung in die Turnhalle Rifferswil. In dem engagierten Dorf ist das eine niedrige Beteiligung, die Konkurrenten an jenem Abend waren wahrscheinlich die hitzigen Temperaturen und das WM-Fussballspiel. Die Geschäfte gaben zu einigen Fragen und kurzen Diskussionen Anlass, wurden aber alle genehmigt. Einstimmigkeit herrschte bei der Jahresrechnung. Finanzvorstand Rolf Hauenstein freute sich, positive Zahlen zu präsentieren, und kommentierte: «Wir sind robust unterwegs.» Die Jahresrechnung 2025 schliesst bei einem Aufwand von gut 9 Millionen und einem Ertrag von 9.3 Millionen mit einem Ertragsüberschuss von 228785 Franken ab. Das Eigenkapital erhöht sich auf 14.4 Millionen Franken. Erfreulich sei, dass die Rechnung trotz einer Neubewertung des Finanzvermögens positiv abschliesse, erklärte der Finanzvorstand. Die Neubewertung hatte zur Folge, dass die Grundstücke um über eine Million Franken abgewertet werden mussten – am meisten betrifft dies ein Grundstück «Im Winkel». Das Budget konnte in allen Bereichen eingehalten werden, ausser bei der «Sozialen Sicherheit». Dieser Bereich schliesst, begründet durch die «gesetzlich wirtschaftliche Hilfe», mit einem markant höheren Nettoaufwand ab als budgetiert. Bei den Einnahmen fielen die Steuererträge um fast eine Million Franken höher aus als im Budget veranschlagt.
Gute Besoldung für Behörden
Die neue Entschädigungsverordnung gab Anlass für einige Voten. Dass ein Anstieg der Besoldung von Behördenmitgliedern nötig ist, wurde nicht grundsätzlich infrage gestellt, die auffällig starke Erhöhung bei der Schule stiess einem Stimmbürger jedoch auf. Gemeindepräsident Christoph Lüthi erklärte, dass die Entschädigung der Schulpflege Rifferswil grundsätzlich sehr tief angesetzt war und eine Anhebung auf die Ebene anderer Gemeinden fällig ist. Schulpräsidentin Charlotte Decrusch führte zudem aus, dass die Aufgaben in der Schulpflege sehr zeitintensiv, umfassend und verantwortungsvoll sind. Ein anderer Votant hielt fest, dass die Engagements in den Behörden als Jobs angesehen werden sollen und eine gute Besoldung verdienen.
Die neue Verordnung sieht vor, mit den Jahresentschädigungen alle ordentlichen Aufgaben der Behördenmitglieder pauschal abzugelten, also auch die Sitzungsteilnahmen, das Aktenstudium oder Gespräche mit der Bevölkerung und der Verwaltung. Bis anhin erhielt beispielsweise der Gemeindepräsident eine Pauschale von 14000 Franken, dazu kamen Sitzungsgelder von rund 10000 Franken. Neu beträgt seine Pauschale inklusive Sitzungsgeldern und ordentlichen Aufgaben 28000 Franken. Die Jahresentschädigung des Schulpräsidiums ist neu mit 25000 Franken festgesetzt, jene der Gemeinderatsmitglieder mit 20000 Franken (vorher 9000.– plus Sitzungsgelder).
Die Entschädigung der RPK-Mitglieder war neu mit 1000 Franken vorgesehen. Aus der Versammlung wurde der Antrag gestellt, diese auf 1200 Franken zu erhöhen. Der Antrag wurde einstimmig gutgeheissen. Die gesamte neue Entschädigungsverordnung wurde mit drei Enthaltungen genehmigt. Sie tritt bereits am 1. Juli 2026 in Kraft und verursacht jährliche Zusatzkosten von knapp 70000 Franken.
Abschied und Begrüssung
Das letzte Traktandum betraf die Kreditabrechnung des Kaufs der Liegenschaft Dorfstrasse 4, welchem die Stimmbevölkerung an der Urnenabstimmung im November 2025 zugestimmt hatte. Bedingt durch Notariats- und Grundbuchkosten resultiert eine Kreditüberschreitung von knapp 9000 Franken. Die Versammlung genehmigte die Abrechnung in der Höhe von 4308968 Franken einstimmig.
Zum Schluss des Abends gab es noch viel Dank und Applaus. Gemeindepräsident Christoph Lüthi verabschiedete verschiedene – teilweise seit Jahren – in der Gemeinde engagierte Frauen und Männer. Aus dem Gemeinderat zurückgetreten sind Marlies Salzmann nach acht Jahren, Daniel Suter nach vier Jahren und Rolf Hauenstein nach drei Jahren. Ebenfalls mit Dank entlassen wurde RPK-Aktuar Willi Zeller nach zwölf Jahren Tätigkeit. Und nach 17 Jahren Einsatz für das Dorf geht Gemeindearbeiter Werner Schlapbach Ende Juli in Pension.
Christoph Lüthi konnte auch zwei neue Personen willkommen heissen. Herbert Keiser arbeitet neu bei der Einwohnerkontrolle und Andreas Kaufmann ist seit Anfang April als Gemeindeschreiber in Rifferswil tätig.


