Neue Ruhebänke – ruhelose Biber

Im Auftrag des Kantons Zug hat die Holzkorporation Maschwanden beim Lorze-Parkplatz eine Hecke durchforstet und drei Ruhebänke errichtet. Mit Drahtgeflechten an Bäumen wird dem gefrässigen Biber Einhalt geboten

Drei neue Ruhebänke geben den Blick frei auf die Allmend und auf den in der kalten Jahreszeit fürs Eislaufen genutzten Weiher. <em>(Bilder Werner Schneiter)</em>

Drei neue Ruhebänke geben den Blick frei auf die Allmend und auf den in der kalten Jahreszeit fürs Eislaufen genutzten Weiher. <em>(Bilder Werner Schneiter)</em>

An der Lorze werden Bäume mit Maschendrahtgeflechten gegen Biber geschützt.

An der Lorze werden Bäume mit Maschendrahtgeflechten gegen Biber geschützt.

Die Maschwander Allmend umfasst 129 Hektaren, davon sind sieben Hektaren bewaldet. Sie erstreckt sich zwischen Reuss und Lorze vom Rüssspitz bis zum Weiler Stadelmatt (Gemeinde Hünenberg). Die ökologisch wertvolle Moorlandschaft mit Lebensräumen für Tiere und seltene Pflanzen ist wegen ihrer Grösse einmalig im Schweizer Mittelland.

Das Gebiet, dessen Geschichte ins 15. Jahrhundert zurückreicht, liegt zwar im Kanton Zug, wird aber seit Urzeiten von der Maschwander Holzkorporation betreut – in enger Zusammenarbeit und im Auftrag mit dem Zuger Amt für Raum und Verkehr. Zu den Arbeiten gehören Unterhaltsarbeiten, unter anderem Uferholz- und Gewässerpflege oder Neophyten Bekämpfung.

Hecke durchforstet

Im Auftrag des Kantons Zug hat nun die Korporation auf einer Länge von etwa 200 Metern die entlang des Lorze-Parkplatzes stehende Hecke durchforstet, gelichtet und drei neue Ruhebänke platziert. «Wir wollen damit die Erlebbarkeit der Maschwander Allmend auch vom Rand her und die Sicht auf das Eisfeld/Weiher verbessern», sagt Martina Brennecke, stellvertretende Kantonsplanerin, Abteilung Natur und Landschaft. Anstoss dazu gab das Projekt einer Sanierung und Verbreiterung der Bützenstrasse bis zur Lorzebrücke bei Maschwanden um etwa 50 Zentimeter Richtung Allmend. Es wird diesen Sommer realisiert. Das Holz für die neuen Bänke stammt von Bäumen aus der unmittelbaren Umgebung. «Wir haben sie mit der Motorsäge hergestellt und die unmittelbare Umgebung mit einem Kiesbett und Holzschnitzeln versehen», ergänzt Markus Bühlmann, Landchef der Holzkorporation Maschwanden. Er betont, was für den Kanton Zug wichtig ist: «Wir haben im Bereich des Parkplatzes keinen Park hergerichtet und bewusst Restholz für Tiere aufgeschichtet. Die seltenen Ulmenbäume auf dem Areal bleiben bestehen.» Rund 10000 Franken wendet der Kanton Zug auf.

Drahtgeflechte schützen vor Biberfrass

Ein Problem beschäftigt die Zuger Behörden und die Holzkorporation Maschwanden nach wie vor: der gefrässige Biber, der an der Lorze und an dem um 1850 errichteten Binnenkanal zwischen Zollhaus in Sins und Lorze Bäume fällt. An einigen Orten lässt man ihn zwar gewähren, schützt aber Eichen und die ökologisch besonders wertvollen Aspen mit 1,5 Meter hohen Maschendrahtgeflechten. Gemäss einem Gehölzkonzept des Kantons Zug werden Eichen gefördert und die besonders schnell wuchernden Weiden reduziert. Zu den Juwelen gehören in der Maschwander Allmend drei sogenannte Schwarzpappeln, eine sehr seltene Art.

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