Neustart für das Obfelder «Rütli»

Das Affoltemer Wirtepaar vom «Laternenstübli» übernimmt das Restaurant

Die Pächter des «Laternenstüblis» in Affoltern, Luciano Ponzo und Katrin Hübner, übernehmen das «Rütli» in Obfelden. (Bild Dominik Stierli)
Die Pächter des «Laternenstüblis» in Affoltern, Luciano Ponzo und Katrin Hübner, übernehmen das «Rütli» in Obfelden. (Bild Dominik Stierli)

Das Thema Restaurant beschäftigt die Obfelderinnen und Obfelder schon länger. Von den einst sieben Restaurants im Dorf existiert heute nur noch das «Rütli». Zu seiner Geschichte kommt nun ein neues Kapitel hinzu.

Das Restaurant im unteren Teil des Dorfes, an der Dorfstrasse gelegen, ist seit Ende August geschlossen. Der Eigentümer der Liegenschaft, Rico Perl, sagt auf Anfrage, er habe bereits viel Geld investiert, und zeigt sich enttäuscht, dass kein Konzept bisher nachhaltig funktioniert habe. Nun wolle er dem Standort noch eine letzte Chance geben. Ansonsten müsse er eine andere Lösung finden.

Umzug wegen Abbruch

Die neue Chance erhalten keine Unbekannten. Seit April 2024 führen Luciano Ponzo und Katrin Hübner das «Laternenstübli» an der Zürichstrasse in Affoltern. Da das Gebäude in naher Zukunft abgerissen wird, hat sich das Wirtepaar nach Alternativen umgesehen. Da Eigentümer Perl so oder so einen Wechsel anstrebte, war das Timing perfekt. Das neue Lokal hat eine ideale Grösse, um es mehrheitlich zu zweit zu betreiben. So wird das «Laternenstübli» nach Obfelden umziehen.

Wie ein Augenschein vor Ort in Affoltern zeigt, werden bereits Teller, Pfannen und Mobiliar verladen. Wie schnell es geht, können Ponzo und Hübner nicht sagen. Die Übergabe habe zwar diese Woche stattgefunden, aber man müsse nun noch die Bewilligung der Gemeinde abwarten. Der Übergang werde aber fliessend sein. «Wir bleiben in Affoltern offen, bis wir in Obfelden bereit sind.» Als Eröffnungstermin wird der 12. September angestrebt.

Der Name «Rütli» verschwindet

Die Obfelder Bevölkerung wird sich an einen neuen Namen gewöhnen müssen. Aus dem «Rütli» wird das «Laternenstübli». Einerseits den Stammgästen zuliebe, aber es soll auch einen Neuanfang signalisieren, wie Katrin Hübner sagt.

Die beiden sind schon voller Ideen für den neuen Standort. Es werde Frühstück und Mittagsmenüs, dazu eine Abendkarte und immer wieder saisonale Angebote geben. Im Herbst wird Wild besonders im Fokus stehen. «Obschon», erklärt die 44-Jährige, «Wild werden wir das ganze Jahr in irgendeiner Form anbieten.» Man arbeite weiterhin mit dem Anbieter «Wild auf Wild» zusammen, der ganzjährig Produkte liefert.

Man wolle auch günstige Mittagessen unter 20 Franken anbieten. «Es gibt jeweils ein Büro-Menü, aber auch ein Bauarbeiter-Menü», erzählt Hübner. Gemeint seien kleinere beziehungsweise grössere Portionen.

Schweizerische und mediterrane Küche

«Wir setzen auf schweizerische und mediterrane Küche, aber original», betont Luciano Ponzo mit schönem italienischem Akzent und schwärmt von frischer Pasta und hausgemachten Ravioli. Aber auch Cordon bleus oder ein Rindsfilet sollen auf die Karte kommen.

Auch die musikalische Unterhaltung soll beibehalten werden. Ein- bis zweimal pro Monat ist Live-Musik geplant. Ein voraussichtlich letztes Mal ist diesen Samstag in Affoltern Musik zu hören.

Für die Terrasse in Obfelden plant man auch schon Fondue-, Raclette- oder Tischgrill-Angebote. Offen ist das Laternenstübli jeweils an sechs Tagen pro Woche, am Sonntag bleibt es vorerst geschlossen. «Im Sommer werden wir aber auch am Sonntag die Terrasse öffnen», erklärt Hübner dazu.

Grosse Erfahrung

Vor dem «Laternenstübli» war das Wirtepaar im Restaurant Arche in Affoltern tätig. Beide blicken auf einen grossen Erfahrungsschatz im Gastgewerbe zurück. Die Rollen sind klar verteilt. Luciano Ponzo mit Jahrgang 1966 zeigt sich für die Küche verantwortlich, die 44-jährige Katrin Hübner kümmert sich um die Gäste. Auf die Frage, wer Chef ist, lachen beide und weisen sich das Amt gegenseitig zu.

Mit dem Enthusiasmus, den man hier spürt, darf man gespannt sein, was das Wirtepaar in Obfelden umsetzen kann. Man hoffe, dass die Bevölkerung vorbeischaue, und man sei auch offen für die Vereine. Und Ponzo erklärt abschliessend: «Unsere Gäste sind nicht einfach Gäste, sie sind Familie!»

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