Nochmals das Beste geben

Kaum zu Hause von der Weltmeisterschaft in Österreich, müssen sich die beiden Mitglieder des Mountainbike-Nationalteams Jacqueline Schneebeli (U23) und Timo Müller (U19) bereits auf den nächsten Titelkampf fokussieren: Die Crosscountry-Europameisterschaften am kommenden Sonntag in Monte Tamaro.

Timo Müller zirkelt sich auf der schweren WM-Strecke in Leogang eine glitschige Waldabfahrt hinunter. (Bild Armin Küstenbrück)
Timo Müller zirkelt sich auf der schweren WM-Strecke in Leogang eine glitschige Waldabfahrt hinunter. (Bild Armin Küstenbrück)

Timo Müller hatte bereits vor dem Start zu seiner ersten Mountainbike-Weltmeisterschaft jede Menge Nervenkitzel. Die angeforderten Corona-Testergebnisse blieben irgendwo zwischen dem Labor in der Schweiz und der Swiss-Cycling-Dependance vor Ort in Leogang hängen. Der Mettmenstetter erinnert sich: «Wir haben den Test, der ja zeitnah zu erfolgen hat, extra am letzten Freitag vor einer Woche machen lassen. Damit wir am Montag stressfrei losfahren konnten. Doch daraus wurde nichts. Sie fanden das Testergebnis nicht. Also war ich bereits auf dem Weg, um nochmals einen Test machen zu lassen – ehe endlich das erlösende Telefon aus Österreich kam, dass die Testergebnisse bei Swisss Cycling aufgetaucht seien.»

Der Kurzaufenthalt in Österreich hat Müller gut gefallen: «Wir hatten ein schönes Hotel und die Stars wie Nino Schurter und Jolanda Neff sind sehr zugänglich gewesen.» Es sei gut gewesen, drei Tage vor dem Start anzureisen, denn die Crosscountry-Strecke habe es ganz schön in sich gehabt. Ohnehin schon anspruchsvoll, haben die ausgiebige Regenfälle während fast der ganzen Woche sie noch kraftraubender gemacht. Müller sagt: «Ich habe mich sehr auf dem Titelkampf gefreut, denn mir liegen solche Bedingungen eigentlich.» Leider habe er im Startblock sehr weit hinten einstehen müssen. «So konnte ich meine gute Form gar nie richtig zeigen. An den zahlreichen Engnissen und Kurven gab es immer wieder zeitraubende Staus. Stellenweise bin ich aussenrum gerannt und konnte damit ein paar Mitstreiter überholen.»

Der 18-Jährige konnte sich so von Startplatz 68 bis auf den 25. Schlussrang vorarbeiten. «Mental bin ich superzufrieden. Ich habe gegeben, was ich konnte. Aber es ärgert mich schon ein bisschen, denn es wäre viel mehr dringelegen, wenn ich weiter vorne hätte starten können», so Müller.

Den Spass am Fahren erhalten

Auch für Jacqueline Schneebeli, die am Samstag ihr erstes WM-Rennen als U23-Fahrerin bestritt, lief es nicht ganz so wie von ihr erhofft. Allerdings hatte sich das bereits an den beiden Weltcupläufen in der Vorwoche in Nove Mesto (CZ) abgezeichnet. Entsprechend gefasst kommentierte die Hauptikerin ihr Abschneiden (20. Platz) in Leogang. Sie sagte: «Ich hatte meinen Spass am Fahren. Das ist das Ziel im ersten Jahr als U23-Fahrerin.» Mit welchem Ziel startet sie am Sonntag ins Europameisterschaftsrennen in Monte Tamaro? Auf der Strecke, auf der sie im Vorjahr den Proffix Swiss Bike Cup souverän gewonnen hatte. Schneebeli ist sich bewusst, dass der Wettkampf diesmal anders werden wird. Auch das Wetter dürfte nicht mehr ganz so schlecht sein. Sie werde wieder ihr Bestes geben und versuchen, sich möglichst weit vorne zu platzieren.

Morgen Mittwoch ist Anreisetag für alle Athleten. Bis dahin gilt es für die EM-Teilnehmenden, sich möglichst gut zu erholen. Kurze Trainingseinheiten auf dem Velo sind angesagt – und dabei möglichst trocken bleiben. Denn eines kommt in diesen speziellen Tagen nicht gut an: Wenn man sich hüstelnd auf dem Wettkampfgelände oder im Teamhotel blicken lässt. Wenigstens ist an der EM im Tessin wieder Publikum zugelassen. Ohne Zuschauermassen an der ­Strecke war die Weltmeisterschaft in Österreich etwas gar trostlos.

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