Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage
Zwei Männer vor Gericht wegen Bränden, die 2024 den Bezirk überschatteten

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen zwei Männer wegen mehrfacher Brandstiftung beim Bezirksgericht Affoltern eingereicht. Ihnen wird vorgeworfen, während zweier Monate im Frühling 2024 in Bonstetten und Wettswil wiederholt mutwillig Feuer gelegt zu haben.
Was Ende März zunächst als Streich oder unüberlegte Handlung abgetan wurde, entwickelte sich zu einer beunruhigenden Serie von Brandereignissen. Rund ein Dutzend Brände innerhalb von zwei Monaten hielten besonders die Bewohnerinnen und Bewohner in Bonstetten in Atem. Die Ereignisse wurden grösser und bedrohlicher – parallel dazu erkannten Einsatzkräfte Muster, die auf eine mögliche Tätergruppe hindeuteten.
Das Kommando der Feuerwehr Unteramt sass mehrfach im Depot zusammen und versuchte, Schlüsse aus den einzelnen Ereignissen zu ziehen. Schnell wurde klar, dass es sich um eine Serie handeln würde, die nicht ohne Grund entstanden war. Ganz nach Lehrbuch begann das Ganze klein und wurde über die Wochen grösser und grösser.
Besonders verheerend war der Vollbrand eines leer stehenden Bauernhauses mit Scheune in Bonstetten. Dieser Grossbrand beschäftigte die Einsatzkräfte der Feuerwehr Unteramt über mehrere Stunden intensiv und führte zu einem Sachschaden von 1.4 Millionen Franken. Damit entsprach dieser einzelne Einsatz rund 30 Prozent der normalen Jahreseinsatzzeit der Feuerwehr – eine ausserordentliche Belastung für die Einsatzkräfte in der Region. Betroffen waren neben Scheunen auch Schrebergärten und Fahrzeuge. Nach intensiven Ermittlungen der Kantonspolizei Zürich und der Staatsanwaltschaft kam es Ende Mai 2024 zur Festnahme von drei tatverdächtigen Schweizern im Alter zwischen 17 und 19 Jahren. Dabei stellte sich heraus, dass einer der Festgenommenen selbst in der Feuerwehr aktiv war. Gegen die beiden erwachsenen Beschuldigten wurde nun Anklage erhoben.
Schwere Vorwürfe
Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, zwischen Ende März und Ende Mai 2024 in wechselnder Zusammensetzung Feuer gelegt und dabei Menschenleben gefährdet zu haben. Zur Last gelegt werden mehrfache Brandstiftung, mehrfache versuchte Brandstiftung, mehrfache Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und weitere Delikte. Für den älteren Beschuldigten beantragt die Staatsanwaltschaft eine mehrjährige unbedingte Freiheitsstrafe plus Geldstrafe. Für den jüngeren Beschuldigten fordert sie eine mehrjährige unbedingte Freiheitsstrafe, eine unbedingte Geldstrafe und eine Massnahme für junge Erwachsene mit Aufschub des Vollzugs. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung. (red)

