«Nur das Beste für unser Land»

Ein Plädoyer für die demokratische Kultur

Hans Egloff (Mitte) hielt die Ansprache in Stallikon. Auf dem Bild wird er flankiert von den Gemeinderatsmitgliedern Andreas Zbinden, Eva Kramer, Gemeindepräsident Reto Bernhard und Carmen Müller (von links).

Hans Egloff (Mitte) hielt die Ansprache in Stallikon. Auf dem Bild wird er flankiert von den Gemeinderatsmitgliedern Andreas Zbinden, Eva Kramer, Gemeindepräsident Reto Bernhard und Carmen Müller (von links).

Das Konzert der Musikgesellschaft Stallikon und der Harmonie Adliswil trug zusammen mit dem Catering des Teams um den ehemaligen Gemeinderat Röbi Sidler zum üblichen grossen Publikumsaufmarsch bei. (Bilder Bernhard Schneider)

Das Konzert der Musikgesellschaft Stallikon und der Harmonie Adliswil trug zusammen mit dem Catering des Teams um den ehemaligen Gemeinderat Röbi Sidler zum üblichen grossen Publikumsaufmarsch bei. (Bilder Bernhard Schneider)

Er habe oft mit seiner politischen Kontrahentin Jacqueline Badran im Bundeshaus gejasst, sagte Hans Egloff, Nationalrat der SVP von 2011 bis 2019 und Präsident des Hauseigentümerverbands Schweiz von 2012 bis 2024: «Das kann sie wirklich.»

Gegenseitige Achtung

In seiner mit humorvollen Details gespickten Ansprache in Stallikon stellte er die schweizerische Demokratie ins Zentrum. Ein bedeutsamer Bestandteil unseres Systems sei die gegenseitige Achtung: «Wir wollen alle nur das Beste für unser Land, auch unsere politischen Gegner.» Auf dieser Basis werde in den politischen Gremien darum gerungen, was denn das Beste sei – und am Schluss entscheide die Mehrheit.

Zentrale Werte, um die sich letztlich alle Debatten drehten, seien Freiheit, Eigenverantwortung, Vertrauen in die Bürgerinnen und Bürger, Solidarität, Toleranz, Unabhängigkeit, gesunde Staatsfinanzen und ein Milizsystem, das die politische Verantwortung in der Gesellschaft verankere. Wohlstand, Stabilität und Sicherheit in der Schweiz beruhten auf diesem gemeinsamen Bestreben der politischen Kräfte.

Niemand müsse sich in der Schweiz über politische Entscheide beschweren, da die Bevölkerung selbst dafür verantwortlich sei, wen sie wähle, zu welchen Themen sie Initiativen und Referenden ergreife und wie sie darüber abstimme. Der Takt der wegweisenden Abstimmungen sei in diesem Jahr besonders hoch.

Voraussichtlich im nächsten Jahr werde über das Paket «Bilaterale III» abgestimmt. Besonders umstritten werde im Abstimmungskampf die dynamische Rechtsübernahme von neuem EU-Recht sein, was Hans Egloff als demokratiepolitisch fragwürdig bezeichnete. Er vertrat die Ansicht, die EU werde die Verträge von Schengen und Dublin auch im Fall eines Neins der Schweiz nicht kündigen, da sie mindestens so sehr wie die Schweiz davon profitiere.

Ein historischer Deal

Positiver beurteilte er den neuen Vertrag zwischen der Schweiz und Grossbritannien: «Die eigentliche Sensation dieses historischen Deals liegt darin, dass die beiden Vertragspartner auf Augenhöhe miteinander verhandelten.» Kritisch äusserte er sich zum Umgang mit dem Fachkräftemangel, den er als unsolidarisch bezeichnete. Es sei nicht fair, wenn die Schweiz mit hohen Löhnen gut ausgebildete Leute aus anderen Ländern anziehe, die dann in ihrem Herkunftsland fehlten. «Engagieren Sie sich für unsere Werte und unsere Demokratie», forderte er die Anwesenden zum Schluss auf.

Umrahmt wurde die Feier vom Konzert der Musikgesellschaft Stallikon, traditionsgemäss von der Harmonie Adliswil verstärkt, mit einem musikalisch vielseitigen Programm. Einzig das Höhenfeuer auf dem Weidhoger fehlte diesmal aufgrund des Feuer- und Feuerwerksverbots auf dem ganzen Gemeindegebiet.

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