Ottenbach 3000

2025 wird in die Dorfgeschichte eingehen: Zum ersten Mal zählten wir über 3000 Einwohnerinnen und Einwohner. In zehn Jahren ist Ottenbach damit um rund 20 Prozent gewachsen – deutlich schneller als erwartet. Obwohl wir kaum Baulandreserven haben, entstanden durch Verdichtung und die Entwicklung bestehender Parzellen viele neue Wohnmöglichkeiten.
Dass viele Menschen in unserem Dorf wohnen möchten, freut uns sehr, stellt aber hohe Anforderungen an die Infrastruktur. 2025 konnten dazu zentrale Projekte abgeschlossen oder aufgegleist werden: die Einweihung des neuen Schulhauses, die deutlich angenommene Sanierung des Hallenbades mit 4.8 Millionen Franken an der Urne sowie die breite Zustimmung zur Erneuerung und Erweiterung der Sportanlage. Auch die Arbeiten an den Ab- und Frischwasserleitungen in Rickenbach wurden finalisiert.
Erfreulich ist, dass das rasche Wachstum in der laufenden Legislatur ohne eine Erhöhung des Gesamtsteuerfusses bewältigt werden konnte – im Gegenteil: Der Steuerfuss wurde – dank der Oberstufen-Schulgemeinde und dem haushälterischen Umgang aller Behörden mit den finanziellen Mitteln – von 117 auf 115 Prozent gesenkt.
Befragung und Workshop zum laufenden REK (Räumliches Entwicklungskonzept) zeigten klar: Die Bevölkerung wünscht ein moderateres Wachstum, möchte den Dorfcharakter und das «Grün» bewahren. Sie legt Wert darauf, dass Themen wie die Aufwertung des Zentrums, Wohnraum für Seniorinnen und Senioren oder Klimawandel bei der Dorfentwicklung einfliessen.
Diesen Anliegen konnte bereits 2025 Rechnung getragen werden: Die Natur- und Landschaftskommission eröffnete einen Inspirationspfad zur Biodiversität. Die Energiekommission führte eine gut besuchte Informationsveranstaltung zu Photovoltaik und «Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften» durch. Und ein Workshop zum Thema «Wohnen im Alter» brachte wertvolle Impulse hervor. Die Ergebnisse hierzu werden Ende Januar zusammen mit dem REK an einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.
In der Zentrumsentwicklung gab es jedoch einen Rückschlag: Der Wechsel des Planungsbüros verzögert den Baustart der Strassen- und Zentrumsprojekte um mindestens ein Jahr. Ein kleiner Trost war, dass das Haus «Dorfplatz 4» dadurch im Herbst noch stand und für eine kreative Spräggele-Aktion genutzt werden konnte.
Besonders gefreut hat den Gemeinderat, wie lebendig sich das Dorfleben 2025 zeigte. Traditionelle und neue Anlässe, wie Kinderfasnacht oder Kerzenziehen, schufen Begegnungsräume für viele. Neue Angebote wie jenes von «Madame Frigo» brachten zusätzliche Impulse.
Dass Ottenbach trotz Wachstum seinen Charakter bewahren konnte, verdanken wir dem Engagement vieler Menschen in Vereinen, Organisationen, Behörden, Kommissionen, Verwaltung und Werken. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank. 2026 wird neben den laufenden Projekten vor allem durch die Erneuerungswahlen geprägt sein. Ich wünsche mir, dass die neu gewählten Behörden unabhängig von politischer Gesinnung die begonnenen Vorhaben mit Teamwork und im Sinne der an Workshops, Befragungen und Versammlungen geäusserten Bedürfnisse der Bevölkerung weiterführen.
Dies gilt auch für unseren Bezirk. 2025 hat wiederum gezeigt, dass Kooperation über Partei- und Gemeindegrenzen hinaus Berge versetzen kann. Das Engagement von Kantonsräten, Standortförderung und Kommunalpolitik führte dazu, dass der Regierungsrat seinen Entscheid zur Kantonsschule revidierte. So dürfen wir uns auf die Eröffnung des neuen Gymnasiums in Affoltern im Jahr 2028 freuen.
Gaby Noser Fanger,
Gemeindepräsidentin Ottenbach


