Personalverordnung genehmigt

Die Gemeinde Obfelden will für Arbeitnehmende attraktiver werden

Gemeindepräsident Stephan Hinners war an diesem Abend gleich bei fünf der neun Traktanden als Verantwortlicher am Rednerpult gefragt. (Bild Dominik Stierli)
Gemeindepräsident Stephan Hinners war an diesem Abend gleich bei fünf der neun Traktanden als Verantwortlicher am Rednerpult gefragt. (Bild Dominik Stierli)

Neben dem Ersatzneubau für das Schulareal Schlossächer und der Erweiterung der Mehrzweckhalle Zendenfrei (siehe Front-Artikel) sorgte an der Obfelder Gemeindeversammlung vom vergangenen Donnerstag die neue Personalverordnung für grössere Diskussionen. Zumal das Geschäft von der Rechnungsprüfungskommission (RPK) zur Ablehnung empfohlen wurde.

Kompetenzen neu geregelt

Gemeindepräsident Stephan Hinners erklärte, dass das aus dem Jahr 2017 stammende Reglement nicht mehr den Anforderungen eines modernen Personalrechts entspreche. Das bestehende Reglement wurde zudem mit zahlreichen Beschlüssen erweitert, sodass es unterdessen einen dicken Ordner füllt. «Um zeitgemäss und effizient auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen, hat man das komplette Reglement überarbeitet», erklärt er. Neu sollen unter anderem Kündigungsfristen, Ferienansprüche und Dienstaltergeschenke direkt in der Verordnung geregelt werden und so unter die Kompetenz der Gemeindeversammlung fallen. Weiter will man bei gewissen Punkten von den kantonalen Regelungen abweichen.

Die RPK kritisierte vor allem die geplante Einführung der 40-Stunden-Woche und befürchtet steigende Personalkosten. Die Einführung machte der Gemeinderat aus Transparenz-Gründen im Vorfeld bekannt, obwohl diese Anpassung auch schon mit dem bestehenden Reglement in der Kompetenz des Gemeinderates lag.

Stephan Hinners widersprach den steigenden Personalkosten: Man wolle mit effizienteren Abläufen und Reorganisationen die zwei Stunden pro Woche einsparen. Zudem müsse sich die Gemeinde als Arbeitgeberin attraktiver aufstellen – der Fachkräftemangel treffe auch die öffentliche Verwaltung. Er verwies auf eine PwC-Studie, welche fürs Jahr 2030 rund 30000 fehlende Fachkräfte in den öffentlichen Verwaltungen prognostiziert. Mit 140 zu 77 Stimmen – bei vielen Enthaltungen – wurde die neue Personalverordnung angenommen.

Sanierung Bachdurchlass genehmigt

Weitere Geschäfte wie die Kreditabrechnung zur Sanierung des Schulhauses C im Schulareal Chilefeld (Minderkosten dank Fördergeldern von 14000 Franken), die Sanierung des Bachdurchlasses Räschstrasse (470000 Franken) und das neue Reglement über die Beiträge der Gemeinde Obfelden für die Betreuung von Kindern im Vorschul- und Primarschulalter wurden von der Versammlung angenommen.

Die Kinder im Dorf dürfen sich auf ein neues Planschbecken im Freibad freuen. Die Versammlung genehmigte 600000 Franken, um das Becken zu vergrössern, in Edelstahl auszuführen und mit Sonnensegeln sowie spielerischen Elementen aufzuwerten. Die Inbetriebnahme ist für Juni 2027 vorgesehen.

Verlust von 1,3 Millionen Franken

Zum Schluss genehmigte die Versammlung das Budget 2026. Trotz erwartetem Verlust von 1,3 Millionen Franken bleibt der Steuerfuss bei 95 Prozent. Mit der an diesem Abend von der Sekundarschulgemeinde Obfelden/Ottenbach beschlossenen Steuersenkung (minus 1 Prozent, siehe Artikel unten) kommt der Gesamtsteuerfuss neu auf 118 Prozent.

Finanzvorstand Christoph Kobel sprach von höheren Kosten gegenüber dem aktuellen Budget unter anderem in den Bereichen der Sozialen Sicherheit (plus 741080), bei der Bildung (plus 510100) und bei der Gesundheit (plus 343553). Insgesamt sind 2,10 Millionen Franken Mehraufwendungen budgetiert. Gemäss dem Beleuchtenden Bericht kann auf der Ertragsseite bei den Finanzen und Steuern mit einem Mehrertrag von 2,13 Millionen Franken gerechnet werden.

Als neuntes Traktandum waren Anfragen gemäss § 17 des Gemeindegesetzes angekündigt, allerdings lagen keine Anfragen vor, sodass abschliessend aus allen Ressorts einige Informationen folgten. Christoph Kobel berichtete von der fast abgeschlossenen Einführung des neuen IT-Systems. Diana Caruso sprach von umfassenden Projekten im Bereich Tiefbau wie der Neugestaltung der Dorfstrasse, der neuen ARA Reuss-Schachen und der Erweiterung des Reservoirs Isenberg. Peter Weiss erklärte, dass man nach den erhobenen Zahlen zum Durchgangsverkehr möglichst bald Tempo 30 auf der Dorfstrasse einführen will. Sodass sich mehr Verkehr auf die Umfahrung verlagert.

Nach den vielen Entscheidungen folgte um 22.15 Uhr ein gemütlicher Ausklang beim offerierten Apéro.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Die erfolgreichen Curlerinnen: (v. l.) Ladina Ramstein, Aniko Székely, Jana Soltermann, Zoe Schwaller und Ersatzspielerin Jana Hählen. (Bild zvg)
Bezirk Affoltern23.03.2026

Stallikerin wird Schweizermeisterin

Curling: Ladina Ramstein erfolgreich
Gewerbebetriebe wie jener der Salamon AG (Holzbau, Zimmerei und Dachdeckerei) können dank der neuen Bau- und Zonenordnung (BZO) im Dorf bleiben, ohne mit teuren Lärmschutzmassnahmen rechnen zu müssen. (Bild Daniel Koch)
Bezirk Affoltern23.03.2026

Keine Grossbauten ermöglichen

Revision der Nutzungsplanung angenommen: Rifferswil soll nur moderat wachsen dürfen
Der Angeklagte war zu schnell unterwegs. (Symbolbild Pexels)
Bezirk Affoltern23.03.2026

Unfallverursacher und Schnellfahrer kommt glimpflich davon

Viel zu schnell unterwegs, Selbstunfall im Säuliamt: 20 Monate auf Bewährung