Petition bringt Brauipark Affoltern als Alternative ins Spiel

Schulhausneubau Wolhusen: Petition mit 444 Unterschriften gegen das Neubauprojekt

Übergabe der Petition ehemaliger Behördenmitglieder im Stadthaus Affoltern, von links: Gianfranco Rancan, Stadtrat Pascal Santi, Stadtpräsidentin Eveline Fenner, Anita Hausheer, Willi Hagmann und Kurt Dennler. (Bild Werner Schneiter)
Übergabe der Petition ehemaliger Behördenmitglieder im Stadthaus Affoltern, von links: Gianfranco Rancan, Stadtrat Pascal Santi, Stadtpräsidentin Eveline Fenner, Anita Hausheer, Willi Hagmann und Kurt Dennler. (Bild Werner Schneiter)

444 Personen haben eine von ehemaligen Behördenmitgliedern lancierte Petition unterzeichnet, die den Verzicht eines Primarschulhaus-Neubaus Wolhusen in Affoltern verlangt. Als Alternative wird ein 6000 Quadratmeter grosses Areal ins Spiel gebracht, das an den Brauipark grenzt.

Treiber für ein neues Schulhaus ist aufgrund einer regen Wohnbautätigkeit die steigende Zahl an Schülerinnen und Schülern. So hat die Stadt Affoltern auf dem Primarschul-Campus ein Neubauprojekt aufgegleist. Dazu haben die Stimmberechtigten am 24. November 2024 einen Projektierungskredit von 3.05 Millionen Franken bewilligt – mit einer 62-Prozent-Mehrheit. Gegen diesen Standort auf dem Areal Chilefeld/Stigeli hat sich nun Opposition gebildet. Einwände gibt es gegen die verkehrstechnische Erschliessung via Butzenstrasse, die über die Pfruendhofstrasse auch das Quartier Chilefeld erschliesst. Aufgrund des Lastwagenverkehrs während der Bauphase werden ausserdem gefährliche Situationen für die Schulkinder befürchtet.

Widerstand formiert sich aber auch aus anderem Grund: Die angestrebte Zentralisierung bedeute erheblich längere Schulwege für Kinder aus den zahlreichen Neubaugebieten – insbesondere aus dem Westen der Stadt, wo der Brauipark mit 113 Miet- und 43 Eigentumswohnungen hochgezogen werde. Kinder seien Gefahren ausgesetzt, wenn sie aus diesem Gebiet bis in den Butzen zur Schule müssten, fürchten die Petitionäre. Für sie besteht eine Alternative, die unmittelbar an den Brauipark grenzt. Dort könnte auf dem 6000 Quadratmeter grossen Areal, das im Besitz der Stadt ist, aus ihrer Sicht ein neues Schulhaus entstehen.

Den Wunsch, das Projekt und den Standort nochmals zu überdenken, brachten die ehemaligen Behördenmitglieder in Form einer von 444 Personen unterzeichneten Petition ins Stadthaus. «Wir sind nicht gegen neuen Schulraum; der ist ausgewiesen. Aber wir sind gegen den geplanten Standort», wurde beim Empfang bei Stadtpräsidentin Eveline Fenner und Stadtrat Pascal Santi bekräftigt. «Drei denkmalgeschützte Schulhäuser durch einen solchen Klumpen zu ergänzen – das geht doch nicht. Der freie Platz gehört den Kindern», so ein Argument bei der Übergabe.

Nicht einfach auf Feld 1 zurück

Das klare Abstimmungsergebnis zum Projektierungskredit sei ein Auftrag der Stimmberechtigten. «Wir können nicht einfach auf Feld eins zurück und einen Volksentscheid kippen. Wir haben eine Vorgabe und auch zeitlichen Druck», so die Stadtpräsidentin. Trotz laufender Planung will sich der Stadtrat mit dem Inhalt der Petition auseinandersetzen. Von Gesetzes wegen muss die Beantwortung der Petition innerhalb eines halben Jahres erfolgen; vorliegend wird das aber nicht so lange dauern.

Inzwischen kam es zu einer Projektänderung. So wird aufgrund neuer Schülerprognosen von fünf auf vier oberirdische Geschosse reduziert, womit der Bau eine Höhe von 17 statt 21 Metern aufweist – für die Petitionäre allerdings kein Grund für eine Kehrtwendung. Für Montag, 26. Oktober, ist eine Informationsveranstaltung geplant.

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