Platz in Deponien wird knapp
In der Deponie Tambrig in Obfelden wurden in den 1980er- und 1990er-Jahren 300’000 Tonnen Abfall deponiert. Dieser wird nun aufbereitet, nach Möglichkeit rezykliert und nach dem heutigen Stand der Technik entsorgt. Der Hauskehricht wird jedoch noch verbrannt.

Bis in die 1970er-Jahre war Deponieplatz in Hülle und Fülle vorhanden und fast jede Gemeinde hatte eine eigene Deponie, wo alles hineingekippt werden konnte. Heute müssen Deponien zahlreiche Auflagen erfüllen und der Platz wird immer rarer. Die Firma Spross, welche die Obfelder Deponie Tambrig betreibt, hat sich nun entschieden, 300’000 Tonnen deponierten Hauskehricht und Bauabfälle aufzubereiten. Der Müll wird abgetragen und von einer Sortieranlage in seine Einzelteile zerlegt. Stein, Metalle, Beton, Plastik, Erde und Weiteres werden getrennt und in möglichst gut sortiert. Der aufbereitete Hauskehricht wird bei Bedarf an nahe Kehrichtverbrennungsanlagen geliefert und verbrannt.
Aufbereitung lohnt sich
Josef Binzegger, der Bereichsleiter Entsorgung bei Spross erklärt: «Deponieplatz ist ein knappes Gut. Die deponierten Abfälle haben ein Gewicht von rund einer Tonne pro Kubikmeter. Bei einer Tonne Kehricht bleiben nach der Verbrennung 200 Kilogramm Schlacke übrig. Aus dieser werden noch rund zehn Prozent magnetische Metalle sowie zwei Prozent nicht magnetische Metalle verwertet. Anschliessend bleibt mit Salzen und Schwermetallen belastete Asche übrig, sogenannte Schlacke, die nicht weiter verwertet wird und deponiert werden muss. Schlacke hat ein Gewicht von über zwei Tonnen pro Kubikmeter. Mit der Aufbereitung gewinnen wir also rund 150000 Kubikmeter Deponieplatz.»
Hauskehricht gärt 40 Jahre lang
Da offen deponierter Hauskehricht noch rund 40 Jahre weitergärt und dabei Unmengen CO2 sowie Methan produziert, ist die Aufbereitung der Deponie auch umweltpolitisch gewünscht. Moderne Kehrichtverbrennungsanlagen produzieren relevante Mengen Energie und Fernwärme. Die dadurch gewonnene Energie übersteigt die für Aufbereitung und Transport benötigte Energie laut Josef Binzegger um den Faktor 50.
Weshalb jahrelang tausende Tonnen Hauskehricht aus dem Knonauer Amt und aus Zürich in der Deponie Tambrig deponiert worden sind, ist eine lange Geschichte, die eng mit technologischem Wandel, politischen Strukturen und pragmatischen Entscheidungen zusammenhängt. Denn, von 1968 bis 1985 hatte das Knonauer Amt eine eigene Kehrichtverbrennungsanlage – in Zwillikon.


