«Potzmusig» ehrt Stanti Schönbächler
Die 193. Sendung «Potzmusig» von SRF 1 kommt aus Kappel: Im Restaurant Adler präsentiert Nicolas Senn am 13. Mai fünf Formationen – auch eine Ode an den legendären «Löwen»-Wirt in Jonen, Konstantin (Stanti) Schönbächler.

Wo Gäste sonst essen oder am Stammtisch über Gott und die Welt gesprochen wird, bewegen sich für einmal Mitarbeitende des Schweizer Fernsehens. Von Hektik keine Spur. Jede und jeder weiss, was zu tun ist. Die Vorbereitungen für die volkstümliche Sendung «Potzmusig», die seit 2012 ausgestrahlt wird, halten sich in Grenzen. Studiobeiträge sind weit aufwendiger und erfordern mehr Personal: Bei der Aufzeichnung in Kappel genügen 13 Mitarbeitende. «Wir nehmen jede Formation separat auf und schneiden dann die 32 Minuten dauernde Sendung zusammen», verrät Marcel Beer, Redaktor und Ausgabenleiter, der in Affoltern wohnt. Greift also jemand neben die Tasten oder bringt als Jodlerin keinen astreinen Ton heraus, kann der Beitrag erneut aufgenommen werden – auch auf Wunsch der Darbieterinnen und Darbieter. «Wir fragen auch einmal nach, obs stimmt. Gerade für junge Interpretinnen und Interpreten wären falsche Töne im Fernsehen wohl ein Trauma», vermutet Marcel Beer.
Auch Flexibilität ist gefragt. Manchmal muss das Gespräch/Interview – dieses Mal mit Musikwelle-Moderator Beat Tschümperlin – leicht gekürzt werden, wenn musikalische Darbietungen etwas länger werden. Exakt 32 Minuten stehen zur Verfügung. «Grösstenteils passt es gut», so Marcel Beer.
Stanti-Sohn mit Nasenflöte
Die kommende Ausgabe von «Potzmusig» ist auch eine Ode an Stanti Schönbächler, 1994 verstorbener Wirt im Restaurant Löwen in Jonen und selbst begnadeter Volksmusiker. Die Formation Schönbächler-Buser ist Volksmusikfreunden ein Begriff. Seine Tochter Renata, eine exzellente Jodlerin, wirtet seit Jahren im Restaurant Adler in Kappel.
Die im März 2020 geplante Sendung, die der Pandemie zum Opfer fiel, wird nun nachgeholt und am Samstag, 13. Mai, 18.45 Uhr, auf SRF 1 ausgestrahlt. «Wir gestalten die Sendungen so bunt und vielfältig wie möglich – eine Sendung für alle Volksmusikfreunde. Im aktuellen Fall thematisieren wir Stanti Schönbächler», sagt Marcel Beer. Das kommt beim Akkordeon-Duett Wachter-Rutz zum Ausdruck, wo Stanti-Sohn Thomas Schönbächler ein Stück mit der Nasenflöte bieten wird. Nur gerade 10 externe Gäste sind während der Sendung im Restaurant; auf den übrigen Plätzen sitzen die Interpretinnen und Interpreten.
Volksmusik – ein Schwerpunkt bei SRF
Zwei Stunden dauern die Aufnahmen am Donnerstagnachmittag, 27. April. Die Wartezeit verkürzen sich Jodlerfrauen mit Stricken. Nicolas Senn, 34-jähriger Hackbrett-Virtuose und Sympathieträger, präsentiert in gewohnt lockerem Stil. Ist er jeweils nervös vor der Sendung? «Manchmal während der Sendung, wenn Gefahr besteht, Namen von Interpreten zu vergessen», sagt er lachend. Bis 2019 wurde die Sendung fast ausschliesslich in Gossau ZH aufgezeichnet. Seither geht man auf «Wanderschaft», quer durch die Schweiz. «Für das Publikum ist das attraktiv, und ich kann Neues entdecken», sagt Nicolas Senn. Er freut sich, dass das Schweizer Fernsehen dieses Jahr bei der Volksmusik einen Schwerpunkt setzt. Schliesslich stehen im Juni das eidgenössische Jodlerfest in Zug und im September das Volksmusikfest in Bellinzona an. Dazu strahlt SRF einen Dok-Film in sieben Folgen aus (srf.ch/volksmusik).
«Potzmusig», Samstag, 13. Mai, 18.40 Uhr, SRF 1. Die Formationen: Striichmusig Sonnwendlig, Kapelle Bürgler-Betschart, Schwyzerörgeliquartett KreGas, Jodelduett Eva Graber & Helene Wagner, Akkordeon-Duo Wachter Rutz mit Thomas Schönbächler.


