Praktische Empfehlungen für sparsameres Heizen

Die Kombination eines kurzen Informationsteils mit praktischem Erfahrungsaustausch kam sehr gut an: Zum Orientierungsabend «Ersatz Ölheizung» der Energiekommission Aeugst wurden 30 Personen erwartet. Doppelt so viele kamen.

Abgestützt auf die neue Zürcher Kantonsverfassung, in deren Rahmen sich das Volk für eine «ausreichende, sichere, wirtschaftliche und umweltschonende Energieversorgung» sowie für die «Nutzung einheimischer und erneuerbarer Energien» ausgesprochen hat, formulierte die Gemeinde Aeugst 2012 ein Energieleitbild. Darauf bauten die Massnahmenpläne 2012-2015 sowie 2016-2019 auf. Ein Massnahmenbereich betrifft das aktive Zugehen auf Hauseigentümer, deren Heizsystem in absehbarer Zeit ersetzt werden muss. In diesem Zusammenhang fand am vergangenen Donnerstag der Orientierungsabend «Ersatz Ölheizung» statt.

Gemeinderat Bruno Fuchs, Präsident der Energiekommission, erläuterte deren Vorgehensweise. Auch wenn in Aeugst noch 67 Prozent fossile Brennstoffe – vor allem für den Verkehr, in zweiter Linie für die Heizung – verbraucht werden, ist der Anteil der erneuerbaren Energien aus Umgebungswärme und nachhaltig genutztem Holz etwa vier Mal so hoch wie im Schweizer Durchschnitt. Aeugst hat bereits heute Vorbildfunktion.

Bis 2020 strebt Aeugst bei den Gemeindebauten eine Reduktion des Energieverbrauchs um 10 Prozent gegenüber 2011 an, wobei der Anteil der erneuerbaren Energien 90 Prozent betragen soll. In der ganzen Gemeinde sollen bis dann 2000 Quadratmeter Solaranlagen installiert sein und die Treibgasemissionen aus Ölheizungen um 25 Prozent reduziert werden. Bruno Fuchs präsentierte die Controlling Instrumente, die laufend überprüfen, ob Aeugst auf Kurs ist.

Wärmepumpen, regionales Holz und Wärmeverbünde

Energiestadtberater Christian Leuenberger empfahl den Hauseigentümern, in einem ersten Schritt ihr Gebäude generell zu analysieren: Werde zuerst das Gebäude saniert, könne man die Heizung wesentlich bescheidener dimensionieren. Unterstützung in diesem Bereich bieten die regionalen Energieberater. Angaben dazu finden sich auf www.energieberatung-knonaueramt.ch.

Eine effiziente Möglichkeit der Heizung seien Wärmeverbünde, fuhr Christian Leuenberger fort: grosse, zentrale Heizungen, die meist mit Holzschnitzeln arbeiten. In Aeugst bestehe zurzeit keine entsprechende Anlage, doch es sei auf privater Basis möglich, kleinere Nahwärme-verbünde innerhalb der Nachbarschaft zu bauen. Die Alternative zu regionalem, nachhaltig genutztem Holz bestehe im Einsatz von Wärmepumpen, die mit Erdwärme oder Luft arbeiten.

Berechne man die Kosten der verschiedenen Möglichkeiten, stelle man fest, dass die Investition für eine Ölheizung am geringsten, für eine Erdwärmepumpe am höchsten sei. Bei den Betriebskosten und beim Platzbedarf ist es umgekehrt, hier liegt die Wärmepumpe mit Erdsonde vorne, die Ölheizung – trotz der gegenwärtig tiefen Ölpreise – ganz hinten. Sowohl bei der Anfangsinvestition als auch bei den Betriebskosten liegen Wärmeverbünde und Wärmepumpen mit Luft zwischen diesen beiden Extremen. Christian Leuenberger empfahl, die möglichen Varianten durchzurechnen und nicht bloss auf die Anfangsinvestition zu achten.

Wenn die Heizung an Weihnachten streikt

Gemeinderat Peter Hoppler leitete mit seinen eigenen Erfahrungen zum individuellen Beratungsteil über: Die Heizung des Hauses, das seine Frau und er in Aeugst kauften, war damals bereits in die Jahre gekommen. An einem Weihnachtstag fiel das Aggregat aus. Als der Reparaturservice nach den Festtagen wieder erreicht werden konnte, wurden sie auf die lange Warteliste gesetzt – und in der Zwischenzeit glücklicherweise von Nachbarn öfters zum Nachtessen in die warme Stube eingeladen. Inzwischen können Hopplers die Festtage wieder zuhause geniessen: «Seither haben wir eine Wärmepumpe mit Erdsonde, die einwandfrei heizt.»

An verschiedenen Tischen konnten sich die Besucherinnen und Besucher anschliessend mit anderen Aeugster Hausbesitzern, die bereits über eine Wärmepumpe oder eine Holzheizung verfügen, über deren Erfahrungen unterhalten. Zudem stellten sich drei der Ämtler Energieberater für Gespräche zur Verfügung.

Die Kombination eines kurzen Informationsblocks mit informellem Austausch scheint sehr gut angekommen zu sein. Jedenfalls wurde die Möglichkeit, sich persönlich über die verschiedenen Heizsysteme auszutauschen, ausführlich genutzt.

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