RPK Ottenbach als alleiniges Kontrollorgan
Die RPK Ottenbach ist nun alleiniges Kontrollorgan der Sekundarschule Obfelden-Ottenbach. In Obfelden resultierte zwar ein Nein zur neuen Schulgemeindeordnung, aber die Ja-Stimmen aus Ottenbach überwiegen. Darüber hinaus wird Obfelden Einheitsgemeinde.

Inhaltlich gab die neue Schulgemeindeordnung nicht zu reden. Denn damit sind unter anderem mehr Kompetenzen für die Stimmberechtigten an der Urne verbunden. Im Weiteren wird die Organisationskompetenz der Sekundarschulpflege gestärkt. Auch Vereinfachungen im Bereich der Finanzbefugnisse sind Gegenstand der neuen Schulgemeindeordnung. «Zeitgemäss und eine sinnvolle Anpassung ans Niveau von anderen Schulgemeinden», werden die neuen Bestimmungen in der Weisung umschrieben.
Aber die Tatsache, dass künftig nur noch die RPK Ottenbach als Kontrollorgan wirken soll, erhitzte die Gemüter, was vor allem in Obfelden wahrnehmbar war. Mit Ausnahme der CVP, der die Präsidentin der Sekundarschulpflege, Susanne van Hoof, angehört, votierten alle Obfelder Ortsparteien für ein Nein – und taten dies in einem Flugblatt kund. Übergeordneter Kritikpunkt: «ein demokratiepolitisches Unding», wobei hier sogar Geschichtliches an die Oberfläche drang. Obfelden hat sich 1847 bekanntlich von Ottenbach losgelöst.
Solcherlei Argumente mögen beim Urnengang vom 24. September in Obfelden stärker gewichtet worden sein als in Ottenbach. Die Stimmberechtigten aus Obfelden lehnten die neue Schulgemeindeordnung mit 631 Ja gegen 714 Nein ab. In Ottenbach fand die Vorlage hingegen eine satte Mehrheit: 548 Ja gegen 210 Nein, was in der Endabrechnung mit 1179 Ja gegen 924 Nein zu einem Bekenntnis für die Vorlage mutierte. Die Stimmbeteiligung betrug in Obfelden 42,32 Prozent, in Ottenbach 43,82 Prozent.
«Wir sind eine Schulgemeinde»
Und darüber freut sich Sekundarschulpflege-Präsidentin Susanne van Hoof ausserordentlich. Sie bezeichnet das Votum als Vertrauensbeweis. «Wir haben stets transparent informiert. Und das hat die Mehrheit der Stimmberechtigten honoriert», sagt sie und führt aus, dass das Votum an der Urne kein Obfelder oder Ottenbacher Entscheid darstellt. «Wir sind eine Schulgemeinde», fügt die Präsidentin bei. Und sie betont, dass Obfelden auch bei künftigen Entscheiden nicht ausgeschlossen ist und bei neuen Verträgen oder bei der Finanzplanung natürlich mit im Boot sitzt. Auf die Frage, weshalb denn in Obfelden eine Mehrheit gegen die neue Schulgemeindeordnung votiert hat, antwortet Susanne van Hoof: «Man hat – auch in Leserbriefen – gegen Personen geschossen. Der Umgang war nicht gerade höflich.»
Franz Leutert, Doyen der EVP, bedauert das Abstimmungsergebnis und vermisst politisches Gespür. Erstaunlich findet er, dass die neue Schulgemeindordnung in Ottenbach kaum Thema gewesen ist und keine Informationen darüber stattgefunden haben. «Mit dieser neuen Bestimmung, wonach nun nur noch Ottenbach zuständig ist, wird es künftig nicht einfacher», prophezeit er.
Pierre Zinggeler, Präsident der RPK Ottenbach, ist vom deutlichen Ergebnis in seiner Gemeinde überrascht. «Bei uns war die neue Gemeindeordnung im Vorfeld kein grosses Thema», sagt er und bedauert den Entscheid. «In unserer RPK waren wir einstimmig der Meinung, dass der bisherige Modus – vier Jahre Ottenbach zuständig, vier Jahre Obfelden – beibehalten werden sollte. Das ist ja seit vielen Jahren Praxis und hat sich bewährt», hält Zinggeler fest. Er führt auch demokratiepolitische Argumente ins Feld, die nach seiner Meinung gegen eine solche Änderung sprechen.
Einheitsgemeinde in Obfelden
Die Abstimmung über die Einheitsgemeinde bot demgegenüber im Vorfeld keinerlei Diskussionsstoff. Bei einer Stimmbeteiligung von knapp 43 Prozent haben die Stimmberechtigten einer Vereinigung von Politischer und Primarschulgemeinde klar zugestimmt: mit 1120 Ja gegen 250 Nein.


