Säuliamt mit leichtem Bevölkerungswachstum

Anstieg um 464 Personen oder 0,8 Prozent in einem Jahr

Der Bevölkerungsstand nach Regionen per 31. Dezember 2025 gemäss der Kantonalen Bevölkerungserhebung. Die Ergebnisse sind provisorisch. (Grafik: Statistisches Amt des Kantons Zürich)
Der Bevölkerungsstand nach Regionen per 31. Dezember 2025 gemäss der Kantonalen Bevölkerungserhebung. Die Ergebnisse sind provisorisch. (Grafik: Statistisches Amt des Kantons Zürich)

Im Februar erschien die aktuellste Bevölkerungserhebung des Statistischen Amtes des Kantons Zürich. Diese fasst zusammen, dass im Kanton Zürich Ende 2025 1,63 Millionen Menschen lebten. Dies entspreche einem Zuwachs von knapp 13000 Menschen und sei mit 0,8 Prozent einer der niedrigsten in den vergangenen 20 Jahren.

Hauptgründe für den Zuwachs sind mit einem Anteil von über 80 Prozent die Zuwanderung und zu einem kleineren Teil der Geburtensaldo – also die Zahl der Geburten abzüglich der Todesfälle. Der Kanton schreibt dazu, dass dieser weiterhin positiv sei, allerdings auf niedrigem Niveau. Mehr als zwei Drittel des letztjährigen Bevölkerungswachstums entfalle auf die Städte, also Gemeinden mit mindestens 10000 Einwohnenden.

Stadt Affoltern entgegen dem Kanton

Der Blick auf das Säuliamt bestätigt dies aber nicht. Die Stadt Affoltern verzeichnete einen Anstieg um 0,19 Prozent, was gerade mal 25 Personen entspricht. Spitzenreiter beim relativen Zuwachs ist die Gemeinde Rifferswil mit 3,32 Prozent Anstieg. Auch die Gemeinden Knonau, Obfelden und Ottenbach verzeichnen einen Anstieg um über zwei Prozent.

In absoluten Zahlen steht Obfelden mit 130 neuen Einwohnerinnen und Einwohnern zuvorderst. Gemäss Kanton kommt Obfelden so auf 6066 Personen, welche in der Gemeinde leben. Der Kanton zählt dabei auch alle ausländischen Staatsangehörigen mit Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung und darüber hinaus all jene, die seit mindestens einem Jahr ununterbrochen in einer Gemeinde leben. Nicht berücksichtigt sind Personen im Asylverfahren.

Die Gemeinde Obfelden selbst weist auf ihrer Website die Zahl von 5978 Einwohnenden per Ende 2025 aus. Auf Anfrage dazu erklärt die Gemeindeverwaltung, dass dort nur jene Einwohnerinnen und Einwohner gezählt werden, die mit der «Absicht eines langfristigen Aufenthalts» in Obfelden gemeldet sind. Somit werden Personen mit Schutzstatus S, Kurzaufenthalter und vorläufig aufgenommene Personen mit Ausweis F nicht mitgezählt. Aus den Gründen der Vergleichbarkeit führt der «Anzeiger» in diesem Artikel jeweils die einheitlich gerechneten Zahlen des Statistischen Amtes des Kantons Zürich auf.

Neben den erwähnten Gemeinden fungieren auch die Gemeinden Wettswil, Mettmenstetten, Aeugst, Hausen und wie eingangs erwähnt auch die Stadt Affoltern im positiven Bereich. Die Zuwachsraten gehen dabei von 1,66 bis 0,19 Prozent.

Rückgang in fünf Gemeinden

Allerdings ging die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner auch in fünf Gemeinden zurück. In Hedingen beträgt der Rückgang 0,25 % (10 Personen), in Kappel 0,51 % (7 Personen), in Bonstetten 0,58 % (33 Personen) und in Maschwanden 0,59 Prozent (4 Personen).

Bilanziert man über das ganze Säuliamt, so stieg die Zahl der Bevölkerung um 0,8 Prozent – gleich stark wie im Kantonsschnitt – auf die Gesamtzahl von jetzt 58442 Säuliämtlerinnen und Säuliämtlern. Mit dieser Zahl reiht sich das Knonauer Amt an drittletzter Stelle der Zürcher Regionen ein. Weniger Einwohnende haben nur noch das Furttal und das Weinland. Neben der Stadt Zürich mit bald einer halben Million Einwohnenden stehen Winterthur und Umgebung, das Glattal und das Oberland zuvorderst auf der Liste.

In vier Regionen war das Wachstum geringer, in sechs Gebieten grösser als im Amt. Mit einer Wachstumsrate von 1,08 Prozent liegt das Weinland zuvorderst. Das geringste Wachstum verzeichnete die Stadt Winterthur mit 0,49 Prozent.

Tiefer Ausländeranteil

Die Statistiken verraten auch den Frauen- und Männeranteil in den Regionen. Im Bezirk Affoltern ist der Frauenanteil mit 50,24 Prozent minim höher. In den einzelnen Gemeinden ist das Verhältnis äusserst ausgewogen.

Der Ausländeranteil liegt bei 21,52 Prozent, was im regionalen Vergleich der zweittiefste Wert im Kanton ist. Tiefer ist dieser mit 15 Prozent nur im Weinland. Den höchsten Wert im Kanton weist das Limmattal mit 38 Prozent aus.

Auch die Altersstruktur wurde mit der Bevölkerungserhebung im Detail erfasst. Die älteste Person im Bezirk war im vergangenen Jahr 104 Jahre alt und wohnte in Wettswil. Insgesamt weist die Statistik zwölf Personen mit 100 Jahren oder mehr aus, darunter vier Männer. Die meisten Personen im Amt zählten im vergangenen Jahr 58 Lebensjahre (929 Personen).

Grosses Wachstum seit 2010

Die Zahlen lassen auch Vergleiche bis ins Jahr 2010 zu. So sieht man, dass Kappel seither seine Einwohnerzahl fast um die Hälfte steigerte: Es ging von 918 auf 1376 Personen. Vergleicht man den prozentualen Anstieg weiter, folgen Knonau mit plus 40 und Mettmenstetten mit fast 38 Prozent. In absoluten Zahlen legte die Stadt Affoltern in den 15 Jahren um 1803 Personen, Mettmenstetten um 1592 und Obfelden um 1384 zu. Zuwachsraten unter zehn Prozent weisen Aeugst, Bonstetten und Maschwanden aus. Einen Rückgang gab es in keiner Gemeinde. Das Säuliamt wuchs seit 2010 um 10377 Personen, was fast 22 Prozent entspricht.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Mutmasslicher Standort der neuen Rossmann-Filiale in Affoltern. (Bild dst)
Bezirk Affoltern05.03.2026

Drogeriekette Rossmann kommt nach Affoltern

Auch der Discounter-Action ist auf Personal- und Standortsuche in der Region
Vor Bundesgericht ist aktuell eine Beschwerde gegen eine Klassenzuteilung der Schule Hedingen hängig. (Illustration cle)
Bezirk Affoltern02.03.2026

Eltern ziehen Schule Hedingen vor Bundesgericht

Kann sich ein ungleiches Geschlechterverhältnis negativ auf das Klassenklima auswirken?
Das Beobachten der Augensprache im Orchester ist faszinierend. (Bild Regula Zellweger)
Bezirk Affoltern02.03.2026

Feurige Klassik in der Kirche Ottenbach

Das Neue Zürcher Orchester bescherte ein bewegendes Musikerlebnis