Schlüsselabgabe nach über 20 Jahren

Ernst Bründler von der Stiftung Tixi Säuliamt verabschiedet

Schlüsselübergabe nach über 20 Jahren: Stiftungsratspräsident Felix Fürer (links) verabschiedet Ernst Bründler und dessen Partnerin Ursula Frutig. (Bild Werner Schneiter)
Schlüsselübergabe nach über 20 Jahren: Stiftungsratspräsident Felix Fürer (links) verabschiedet Ernst Bründler und dessen Partnerin Ursula Frutig. (Bild Werner Schneiter)

Staunend entstieg er dem Tixi-Taxi, als er am letzten Sonntagabend nach seinem allerletzten Einsatz von Mitgliedern des Stiftungsrates Tixi Säuliamt und der Disposition zu einem Apéro empfangen wurde. Nach gut 20 Jahren Fahrdienst gab Ernst Bründler die Fahrzeugschlüssel ab.

Die ersten Fahrten im Dienst von Menschen mit Beeinträchtigungen absolvierte Ernst Bründler, pensionierter Poststellenleiter in Affoltern, im Mai 2006: zu Beginn wochentags, seit 2018 an Sonn- und Feiertagen – einschliesslich Weihnachten, Silvester/Neujahr. Jeden zweiten Sonntag. Dabei führten ihn die Einsätze nicht nur in die Ämtler Gemeinden, sondern auch in die Romandie, dazu unter anderem auch nach Bern, Basel, Davos oder Notwil. Stiftungspräsident Felix Führer, auch Stadtrat in Affoltern, bezeichnete Ernst Bründler als pflichtbewussten und korrekten Fahrer. Die Fahrziele hat der passionierte Radler jeweils vor seinen Einsätzen mit dem Velo rekognosziert – aus zwei Gründen: um sich fit zu halten und nicht ausschliesslich auf die Elektronik (Navi-Gerät) angewiesen zu sein. Dabei half ihm auch seine Partnerin Ursula Frutig, die ihn während rund zehn Jahren regelmässig begleitet hat. Die beiden nutzten längere Wartezeiten jeweils für eine ausgedehnte Wanderung.

Schöne Erinnerungen

Tixi-Fahrer und -Fahrerinnen sitzen nicht nur am Steuer. Es geht auch um Empathie gegenüber den Menschen mit Beeinträchtigung, deren Rollstühle angebunden und fixiert werden müssen. Zu einem sorgsamen Umgang gehört selbstredend ein angepasster Fahrstil, mit dem verhindert wird, dass es den Fahrgästen schlecht wird beim Transport. «Bei den Fahrdiensten stösst man auch immer wieder auf berührende Schicksale, vor allem, wenn man einmal ein Kind aus der Kinder-Reha transportieren muss», sagte Ernst Bründler vor zwei Jahren in einem «Anzeiger»-Beitrag. Beim Abschied ergänzte er: «Schön, dass ich in diesen Jahren so viele Leute kennengelernt habe – alles schöne Erinnerungen.»

Die Stiftung Tixi Säuliamt wurde im Mai 1999 gegründet und beschäftigt heute rund 60 Fahrerinnen und Fahrer, grossmehrheitlich Pensionierte. «Ohne Zivilschutz und Zivildienst ginge es aber nicht», sagt Felix Fürer. Derweil der Zivildienst fast ganzjährig mit durchschnittlich zwei Fahrern im Einsatz steht, deckt der Zivilschutz während 18 Wochen jährlich mit ein bis zwei Fahrern ab. Seit der Gründung ist Annetta Guidon für die Disposition zuständig.

Tixi Säuliamt sucht laufend Fahrerinnen und Fahrer. Anmelden kann man sich über die Website www.tixi-saeuliamt.ch. Da sind auch weitere Infos abrufbar

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