Schritt vorwärts, aber noch nicht im Ziel
Kann das Naturbad in Maschwanden 2027 geöffnet werden?

Aus dem Crowdfunding bei lokalhelden.ch resultieren bis zur Stunde knapp 53000 Franken, aber für eine Eröffnung des Naturbades in Maschwanden in der kommenden Saison reicht das noch nicht.
Die Maschwander Badi bleibt auch über die Saison hinaus ein Thema. Ihr droht die Schliessung, weil die Gemeinde sowohl die jährlichen Unterhaltskosten von rund 250000 Franken und eine anstehende Sanierung nicht stemmen kann. Kommt hinzu, dass der Kanton den individuellen Sonderlastenausgleich für die Badi (und die Bibliothek) gestrichen hat. So ist der Rückbau des 1972 eingeweihten und 2013/14 mit biologischer Wasseraufbereitung veredelten Freibades aus Sicht des Gemeinderates die wahrscheinliche Option.
Allerdings «hängt» die grosse Mehrheit der Bevölkerung an ihrer Badi, die ja nicht nur zum chlorfreien Schwimmen dient, sondern auch als Treffpunkt für viele Stammgäste. Es gibt dort eine Beiz mit rund 80 Plätzen. Dass die Badi die Gemüter bewegt, kam auch immer in engagierten Voten bei Veranstaltungen oder Gemeindeversammlungen zum Ausdruck.
So trat eine Interessengemeinschaft auf den Plan mit dem Ziel, das Naturbad zu retten. Aus der Interessengemeinschaft ist nun am 8. September 2026 ein Verein entstanden, der auch ein Crowdfunding lanciert hat. Dort sind bis dato knapp 53 000 Franken eingegangen. Damit hat der Verein ein Zwischenziel erreicht, weil das mehr als die erforderlichen 20 Prozent des eingegebenen Zielbetrags (200 000 Franken) sind. Mehr als ein erster Schritt ist das aber nicht. «Wir benötigen mindestens 150 000 Franken, damit wir die Saison 2027 eröffnen können», sagt Vereinspräsidentin Ursula Wittwer. Die grösste Spende bisher: 20 000 Franken. Viele haben bezahlt, auch 1000 Franken und mehr, meistens aber 100 oder 50 Franken. Dafür ist der Verein dankbar, auch wenn es nur der berühmte «Tropfen auf den heissten Stein» ist. «Wir haben dazu Firmen, Stiftungen sowie 25 Gemeinden – auch aus der Zuger und Aargauer Nachbarschaft – angeschrieben. Unser Engagement wurde gelobt, aber trotzdem: Es gab nur Absagen», bedauert Ursula Wittwer.
Viele Ideen
Das Crowdfunding dauert noch bis zum 25. November 2026. Wird der Wunschbetrag des Vereins nicht erreicht, so dürfte das Thema erledigt sein. Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt. Einen Lichtblick offenbaren die Abklärungen und das Einholen von Zweitmeinungen des Vereins zu den Sanierungsmassnahmen. Von denen sind nicht alle zwingend, um die neue Saison zu eröffnen. In einer Machbarkeitsstudie ist von 2.2 Millionen Franken die Rede. Ein Gespräch mit dem damals beteiligten Gartenbauer hat aber ergeben, dass dies nicht notwendig ist, um den Betrieb für die kommenden paar Jahre zu sichern. Rund 300000 Franken müssten wohl für die zwingenden Massnahmen aufgewendet werden, unter anderem für die Risse aufweisende Becken-Folie, die laut Verein nicht ersetzt werden muss, sondern repariert werden könnte.
An Ideen für die kommende Saison und auch für eine Nachsaison mangelt es nicht. So könnte das Angebot während der Sommersaison unter anderem mit Pilates, Yoga, Aquafit und anderem bereichert werden. Outdoortraining im Herbst, ein Fondue-Raclette-Zelt oder Pop-up-Sauna ausserhalb der Badesaison hält der Verein für machbar, ebenso die Fremdvermietung der Anlage. Aber dazu werden auch Helferinnen und Helfer benötigt, die auch bereit sind, in einem Wochen- oder einem Wochenende-Team mitzumachen. Der tägliche Aufwand – insbesondere Reinigungsarbeiten – wird auf rund drei Stunden geschätzt. Der Gemeinderat hat Hilfe zugesichert – nicht in Form von Geld, aber beispielsweise mit dem Einsatz des Werkdienstes für Arbeiten an der Grünanlage und Know-how-Transfer. Klar ist: Der Zeitdruck ist sehr hoch. «Wir müssen noch in diesem Jahr entscheiden, ob wir in der nächsten Saison öffnen können», sagt Ursula Wittwer.


