Wenn optimale Beckenneigung und andere Faktoren zählen
Maschwandner Viehschau mit mehreren Rassen – exklusiv in der Schweiz
Einige lassen sich nur ungern im Kreis herumführen. Sie trotzen und testen die Kraft ihres Meisters. Dann aber stehen die Kühe ziemlich ruhig in Reih’ und Glied, werden von den Experten begutachtet und von diesen eingestellt, also rangiert.
Gut 80 Tiere wurden am Samstag in Maschwanden zur Viehschau aufgefahren. Sie stammen aus fünf Ställen und haben sieben Eigentümer. Es ist nicht nur die kleinste Ämtler Viehschau, sie geniesst auch landesweite Exklusivität: Im Gegensatz zu anderen Schauen werden in Maschwanden mehrere Rassen präsentiert. Da stehen Original Braunvieh neben Holstein, Red Holstein, Swiss Fleckvieh oder Jersey. Dazu sind auch zahlreiche Kreuzungen zu sehen – und ausserdem 16 Kälber, vorgeführt und vorgestellt von Kindern, die nach kurzen «Interviews» ebenso grossen Applaus erhalten wie die Grossen, meist auch deren Eltern.
Und das offenkundig mit Recht. Denn die beiden Experten aus Einsiedeln, Josef Schönbächler und Guido Zehnder, sind des Lobes voll über die dargebotene Qualität. Geradezu sensationell sei das Niveau bei den Erstmelkkühen (bis drei Jahre), teilt Josef Schönbächler dem zahlreichen Publikum mit. Er spricht von einem guten Gang und Charakter, von optimaler Beckenneigung und ausgeprägtem Zentralband, von gutsitzenden und optimal in die Bauchwand verwachsenen, kompakten Eutern sowie korrekt platzierten Zitzen und stabilen oberen Linien.
Grischa ist «Miss Maschwanden»
Sechs Abteilungen werden dem Publikum präsentiert, dazu Tochter-Mutter-Kühe im Duo. Den Schöneuterpreis gewinnt Jolene aus dem Stall von Ueli Ehrler. Und er stellt mit Grischa, vorgeführt von Sohn Livio, auch die «Miss Maschwanden 2026». Im Weiteren haben die Ehrlers auch eine Kuh namens Ehre im Stall, die eine stolze Lebensleistung von 115000 kg Milch aufweist und neunmal gekalbt hat.
Um die Mittagszeit ist die Schau zu Ende; die Tiere werden in ihre Ställe zurückgeführt, während das Publikum im Festzelt den traditionellen Grillbraten nach Aebis Art geniesst. Auf drei Stunden Viehschau folgen mehrere Stunden Unterhaltung, auch musikalische – eine Rangverkündigung, die auf 21 Uhr angesetzt ist. Denn die Maschwandner Viehschau ist ein kleines Dorffest. Ins Leben gerufen wurde sie 1982, bei der Gründung der Viehzuchtgenossenschaft, die aber längst wieder Vergangenheit ist.










