Sekundarschulpflege: Bezirksrat lockert die Zügel
Aber: Auch nach 15 Jahren akzeptiert der Lehrkörper die geleitete Schule nicht

Im Sommer des vergangenen Jahres wurde bekannt, dass Tamara Fakhreddine, Präsidentin der Sekundarschulpflege von Bonstetten, ins Visier von Eltern, Lehrpersonen und auch des Bezirksrates geraten war. An der Schulgemeindeversammlung in Bonstetten platzte mehreren Anwesenden der Kragen, die Wogen gingen hoch.
Es gab Mobbing-Vorwürfe und den Vorwurf, die Präsidentin setze sich über Führungsstrukturen hinweg. Dann wurde bekannt: 24 Lehrpersonen hatten bereits im November 2024 Aufsichtsbeschwerde gegen sie eingereicht. Der Bezirksrat war in der Folge eingeschritten und hatte im April 2025 ein aufsichtsrechtliches Verfahren gegen die Sekundarschulpflege eingeleitet. Der Bezirksrat setzte zur Kontrolle eine externe Fachperson ein und verlangte regelmässige Berichte. Es folgten weitere Bezirksratsbeschlüsse. Am 27. Januar kam der vorläufig letzte Beschluss zum Thema. Offenbar hat sich die Situation inzwischen so weit entspannt, dass es keine direkte Unterstützung durch die zwischenzeitlich zugezogene Fachperson mehr braucht. Die Schulpflege sei nur noch – wie vorgesehen – strategisch tätig, stellt der Bezirksrat in seinem aktuellen Beschluss fest. Der Bezirksrat erwähnt in seinem Beschluss auch die Tatsache, dass sich vier Mitglieder der Schulpflege inklusive der Präsidentin nicht mehr zur Erneuerungswahl am 8. März aufgestellt haben. Die Schulpflegepräsidentin muss keine weitere Berichterstattung an den Bezirksrat leisten. Der Betriebsleiter habe mittlerweile gekündigt, so der Bezirksrat, die Situation im Team habe sich entspannt. Zu Erkenntnissen aus der Abklärung der Fachstelle für Mobbing und Belästigung GmbH fehlt noch ein Beschluss der Schulpflege. Diesen Beschluss erwartet der Bezirksrat bis Ende März.
«Vorwürfe sind abgeschlossen»
Gegenüber dem «Anzeiger» zeigt sich Tamara Fakhreddine erleichtert: «Mit seinem Beschluss vom 27. Januar attestiert der Bezirksrat der Schulpflege korrekte Amtsführung. Das bedeutet für uns, die Vorwürfe sind entkräftet und der Vorwurf der unsachgemässen Amtsführung ist für die Schulpflege abgeschlossen. Nach den vielen Monaten der Verfahrensdauer entlastet uns das. Wir schliessen damit einen Teil der Vergangenheit ab und fokussieren unsere Energie auf die Weiterführung der laufenden Projekte und Themen und natürlich auf die Übergabeplanung an unsere Nachfolgerinnen und Nachfolger.» Wie berichtet, tritt Fakhreddine am 8. März nicht mehr zur Wahl als Sekundarschulpräsidentin an.
Anzeige beim Volksschulamt
In seinem Bescheid vom 27. Januar weist der Bezirksrat noch auf einen anderen brisanten Punkt hin. Demnach ist die Funktion und Rolle der Schulleitung an der Schule auch nach 15 Jahren geleiteter Schule immer noch nicht selbstverständlich. Hauptproblem sei aktuell der Lehrkörper, der auch nach 15 Jahren die geleitete Schule immer noch nicht akzeptieren könne, zitiert der Bezirksrat in seinem Beschluss die zur Klärung der Sachlage beauftragte Fachperson, Beat Vogt. Weiter heisst es in dem Schreiben: «Die Probleme bei der Umsetzung der geleiteten Schule sind pädagogischer Natur.» Da der Bezirksrat dafür nicht zuständig sei, hat er eine aufsichtsrechtliche Anzeige an das Volksschulamt des Kantons zur Prüfung und «allfälligen Massnahmenergreifung» erstattet. In dieser Angelegenheit ist also das letzte Wort noch nicht gesprochen. (fh)


