«Sollte mich die Partei anfragen, würde ich mich zur Verfügung stellen»

Für welche politischen Inhalte Hans-Ulrich Bigler als Wirtschaftspolitiker steht, ist kein Geheimnis. Künftig will er sich in der SVP dafür einsetzen, die bürgerliche Politik zu schärfen.

Wenn ein alt Nationalrat der FDP zur SVP wechselt (im «Anzeiger» vom 26. August), dann interessieren natürlich die Gründe. «Es gibt keine personellen Zerwürfnisse mit der FDP oder irgendwelche Schlüsselereignisse, die mir den sprichwörtlichen <Zapfen abgejagt> hätten», stellt Hans-Ulrich Bigler klar. Der Entscheid zum Parteiwechsel sei vielmehr das Resultat einer kontinuierlichen, persönlichen Entwicklung: «Schlussendlich musste ich für mich die Frage beantworten, wo in Bezug auf die politischen Inhalte die grösste gemeinsame Schnittmenge besteht.»

Dem Wirtschaftspolitiker, der in Affoltern wohnt, geht es um die Sicherung von Wohlstand und Arbeits­plätzen. «Dafür habe ich mich in der Vergangenheit hartnäckig eingesetzt – und werde es auch in Zukunft weiterhin tun», betont der Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands. Als wichtiges Element nennt er eine konsequente Arbeits­aufteilung zwischen Staat und Privaten: «Der Staat soll nur jene Aufgaben übernehmen, die tatsächlich eine gesamtwirtschaftliche Koordination benötigen. Ansonsten steht die Eigenverantwortung der Menschen immer vor dem staatlichen Handeln», so Bigler. Aktuell zeige sich indessen ein völlig anderes Bild: Es werde laufend reguliert, reglementiert und legiferiert.

Die Energiestrategie bezeichnete der alt FDP-Nationalrat als «gescheitert» und fordert, die Pflicht zum Ersatz von Ölheizungen ebenso zu streichen, wie das Neubauverbot von Kernkraftwerken. «Die Strommangellage ist kaum ein ­Einmal-Ereignis in diesem Winter. ­Vielmehr ist angesichts fehlender Kapazitäten mit einer länger dauernden Spannungslage zu rechnen», warnt ­Bigler.

Und nebst den Gründen für den Parteiwechsel interessieren natürlich auch die persönlichen politischen Ambitionen. Wird Bigler für die SVP auch für ein politisches Mandat zur Verfügung stehen? «Momentan ist da nichts Konkretes», beantwortet er die entsprechende Anfrage des «Anzeigers». «Sollte mich die Partei aber anfragen, würde ich mich zur Verfügung stellen.» (tst.)

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