Souveränität infrage stellen?

Sonja Amport an der 1.-August-Feier in Aeugst

1.-August-Feier wegen Regens in die Turnhalle verlegt: Festrednerin Sonja Amport (rechts) und Gemeindepräsidentin Nadia Hausheer. (Bild Werner Schneiter)

Erst das Konzert der Harmonie Affoltern, dann die Begrüssung von Gemeindepräsidentin Nadia Hausheer – und schliesslich Gedanken zu Zeitfragen von Sonja Amport, noch in Aeugst wohnhafte Leiterin der Abteilung Berufsbildung und Mittelschule im aargauischen Departement Bildung, Kultur und Sport. Zum Begriff «Heimat»: Eine starke Verwurzelung sei angesichts turbulenter Zeiten zentral, sie vermittle zwischen Generationen, Kulturen und Lebenswelten. Daneben seien Weitsicht und vorausschauendes Handeln wichtig – Sorge tragen, damit für künftige Generationen eine intakte Heimat bleibe. Sonja Amport sieht die Schweiz als immer noch stabiles Gebilde mit brummender Wirtschaft, hervorragender Bildung, Innovation und intakter Natur – eine Lebensqualität, die ihresgleichen suche. Der 1. August sei Symbol für Werte wie Zusammenhalt, Neutralität, Eigenständigkeit, Solidarität und Mut. Von Letzterem wünscht sie sich mehr aus der Politik. Und Weitsicht, wie sie in Aeugst möglich sei.

Angesichts der Polarisierung bröckle jedoch dieser Zusammenhalt, besonders wegen der Reizthemen. Hier lieferte sie unter anderem das Stichwort «flexible Neutralitätspolitik», bei der die Gefahr bestehe, indirekt Partei in Konflikten zu werden. «Wollen wir das? Ich nicht!», sagte sie und schlug den Bogen zur Souveränität, die mit Anpassungen an EU-Recht infrage gestellt würde. «Wollen wir mit einem Hof-Knicks die Vorgaben der Bürokratie, die auf 1889 Seiten von fremden Vögten festgeschrieben wurden, einfach übernehmen und ihnen den roten Teppich ausrollen?» Hier ist ihre Antwort in der Frage enthalten. Die Abstimmung zur 13. AHV-Revision habe bereits gezeigt, was passiere, wenn vorgängig nicht klar sei, wer was bezahlen müsse. ­Sonja Amport, parteilos, rundete ihre Gedanken ab mit der Aufforderung, Mut zu zeigen, wie es die Vorfahren vorgelebt haben – Mut, die direkte Demokratie zu verteidigen. Auch mit Solidarität, auf der unsere Gemeinschaft seit über 700 Jahren fusse.

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