Soziales Netz Knonauer Amt ist auf Kurs – Start 2018?

Delegiertenversammlung des Zweckverbandes Sozialdienst Bezirk Affoltern

Der Voranschlag 2017 war wahrscheinlich das letzte Budget des Zweckverbandes Sozialdienst Bezirk Affoltern, zu welchem die Gemeindedelegierten am vergangenen Donnerstagabend im Mehrzweckgebäude Hausen Stellung zu nehmen hatten. Die erfreuliche «Auf Kurs»-Meldung für das Projekt «Soziales Netz Knonauer Amt» (SoNeK) jedenfalls lässt den Schluss zu, dass die Neuorganisation ab Januar 2018 operativ gehen kann. Die von den Gemeinden getragene zukünftige Organisationsform sieht zwei interkommunale Anstalten – IKA Sozialdienst und IKA Kesb – vor. Im Anschluss an den statutarischen Teil der Delegiertenversammlung wurde darüber eingehender informiert, wie Präsidentin Margareta Wildhaber zu Beginn der Versammlung mitteilte.

Asyl: Kontingenterhöhung durch den Kanton hat Auswirkungen

Finanzvorstand Werner Michel erläuterte in der Folge das Budget 2017, wobei er anmerkte, dass Geschäftsleitung und Vorstand ein besonderes Augenmerk auf den haushälterischen Umgang mit Steuergeldern und die Transparenz halten. Der Voranschlag 2017, welche einen Kostenanteil der Gemeinden von 6,6 Millionen Franken vorsieht, weist vor allem im Asylbereich markante Kostensteigerungen aus. Die Gründe dafür liegen einerseits darin, dass nach dem Austritt Affolterns die übrigen Gemeinden das wegfallende Personenkontingent des MNA-Zentrums Lilienberg ausgleichen müssen, andererseits auch in der generellen Kontingenterhöhung von 0.5 auf 0.7 Prozent durch den Kanton. «Dies ergibt allein bei der Besoldung im Asylbereich praktisch eine Verdoppelung, nicht zuletzt auch, weil durch die raschere Verteilung der Menschen, neu wegen auftretender Sprachprobleme parallel Dolmetscher-Kosten anfallen», merkte Michel dazu an und verwies ebenfalls darauf, dass durch den Mietraum-Mehrbedarf die entsprechenden Folgekosten anfallen, während man vom Kanton wegen der schnelleren Behandlung der Asylanträge deutlich weniger Beiträge erhalte (siehe Kasten). Die Delegierten gaben dem Voranschlag 2017 einheitlich ihre Zustimmung.

SoNeK-Projektkredit gutgeheissen

Peter Reichmuth, Hausen, beantragte anschliessend für die Steuerungsgruppe des Projekts «Soziales Netz Knonaueramt» (SoNeK) einen Projektkredit zur notwendigen Optimierung und Teilerneuerung der bestehenden IT-Infrastruktur. «Nach ersten groben Kostenschätzungen», so Reichmuth, «besteht dafür ein finanzieller Investitionsbedarf in der Grössenordnung von 400000 Franken, welcher den Gemeinden im vergangenen September gemäss Kostenverteiler für deren Budgetprozess mitgeteilt wurde.»

Im Sinne eines fliessenden und reibungslosen Übergangs vom Zweckverband zur neuen Organisationsform SoNeK auf Januar 2018 stimmten die Delegierten dem Kreditantrag ebenfalls einstimmig zu. Der damit gesprochene Kredit wird durch die SoNeK-Steuergruppe nach einem noch zu erarbeitenden Projektplan ausgelöst.

Wichtige Termine im Februar und Mai

Margareta Wildhaber beleuchtete im Anschluss den weiteren Ablauf zur Neuorganisation Soziales Netz Knonaueramt. Der erste Schritt zum Abschluss der primären Phase des Projekts, welches ab Januar 2018 mit den beiden Interkommunalen Anstalten «Sozialdienst» und «Kesb» operativ gehen soll, steht mit den kommenden Gemeindeversammlungen kurz bevor. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von zehn Gemeinden (Ausnahmen: Affoltern, Bonstetten, Stallikon und Wettswil) haben dabei über die für einen Neuanfang notwendige Kündigung der Mitgliedschaft im Zweckverband Sozialdienst Bezirk Affoltern zu bestimmen. Mit der Urnenabstimmung vom 12. Februar 2017 bezüglich der Gründung der IKA Sozialdienst in acht Gemeinden (ohne die vorab genannten vier sowie Kappel und Rifferswil) sowie dem in allen 14 Gemeinden zu fällenden Entscheid über die IKA Kesb am 21. Mai 2017 kann dann die definitive Umsetzung der Neuorganisation endgültig angepackt werden. Unabdingbare Voraussetzung dazu ist im Mai die Zustimmung aller Bezirksgemeinden zur Kesb-Trägerorganisation.

Bis zum Start der dritten Phase, der mit der Operationalisierung am 1. Januar 2018 fällt, stehe noch sehr viel Arbeit an, hielt Wildhaber fest und fügte an: «Es wird sehr viel reorganisiert, aber was – trotz vieler Veränderungen – gleich bleibt, sind die Menschen, die Unterstützung benötigen. Und das ist der Kern unserer Arbeit – heute und auch morgen.» Auch für die Mitarbeitenden, so der klare Entscheid der SoNeK-Steuerungsgruppe, ändere sich grundsätzlich nichts, merkte die Präsidentin weiter an: «Natürlich wird es beispielsweise weniger Sozialarbeitende im Bereich SWH brauchen, weil das Unteramt diese Dienstleistung künftig selbst erbringen wird. Aber die allermeisten Bereiche wie das Wohnheim Central, das Asylwesen, die Berufsbeistandschaft und die Kesb sind von den Veränderungen nicht betroffen. Damit haben alle Mitarbeitenden Klarheit bezüglich der Anstellungsgrundlagen und können sich so voll und ganz auf ihren Auftrag konzentrieren.»

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