Spatenstich für eine Erweiterung der ARA Reuss-Schachen
Abwasser aus Obfelden, Maschwanden und Dachlissen fliesst ab 2030 nach Merenschwand

Obfelden, Maschwanden und Dachlissen-Mettmenstetten schliessen sich der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Reuss-Schachen in Merenschwand an. Deren Ausbau nimmt gut vier Jahre in Anspruch und kostet rund 31 Mio. Franken.
Der Spatenstich signalisierte Anfang dieser Woche den Baubeginn für das Grossprojekt der Abwasser-Verbandsgemeinden Merenschwand, Aristau und Beinwil (Freiamt). Die ARA liegt unmittelbar an der Reuss auf Aargauer Seite, nur rund 500 Meter von der ARA Obfelden entfernt. Alle 20 Jahre sei eine Investition notwendig, sagte Albert Betschart, Präsident der ARA Reuss-Schachen, vor geladenen Gästen. So wurde die 1984 erbaute Anlage in den Jahren 2002 bis 2005 für rund 6 Mio. saniert. Vor dem nun fälligen Ausbau startete Merenschwand 2015 eine Anfrage bei einigen Ämtler Gemeinden. Für das Grossprojekt waren damals 75 bis 80 Mio. Franken geplant. Eine Zusammenarbeit scheiterte jedoch, Obfelden sagte 2019 Nein. «Wir mussten damals neu beginnen», so Betschart. Schliesslich konnte aber Obfelden, wo auch Abwasser aus Maschwanden und Dachlissen gereinigt wird, doch noch ins Boot geholt werden; die 1996 letztmals erweiterte ARA in Obfelden müsste saniert werden. Während die anderen Anschlussgemeinden an den jeweiligen Gemeindeversammlungen dem Zusammenschluss zustimmten, wurde in Obfelden der Anschluss ennet der Reuss im September 2022 an der Urne deutlich bejaht. Bereits zuvor erwuchs dem Vorprojekt mit Kosten von 212 000 Franken keinerlei Opposition.
Obfelden zahlt knapp 15 Mio. Franken
Die Baubewilligungen der Gemeinde Merenschwand und des Kantons Aargau liegen seit Februar 2026 vor. Der Kanton verlangte aber zuvor für 48 Punkte Ergänzungen. Pro Natura rekurrierte zwar gegen das Vorhaben, machte dann aber einen Rückzieher. Für Verzögerungen sorgte auch das Amphibienthema. Nun aber erfolgt der Baustart in Kürze.
Für Obfelden fallen voraussichtlich knapp 15 Mio. Franken an, für Maschwanden rund 1.8 Mio. Franken und für Dachlissen-Mettmenstetten gut 400 000 Franken. Die Aargauer Gemeinden beteiligen sich mit rund 14 Mio. Franken. Die Kosten werden in allen Gemeinden durch die regulären Abwassergebühren gedeckt.
Ausbau in drei Etappen
Gemäss Noah Joller von der mit dem Ausbau beauftragen Hunziker Betatech ist die neue Anlage für eine Grösse von 9700 sogenannten Einwohnergleichwerten im Aargau und 8800 auf Zürcher Seite ausgelegt. Insgesamt beträgt die Kapazität 22 000 Einwohnergleichwerte. Die Verbindungsleitung ab ARA in Obfelden führt sieben Meter unter dem tiefsten Punkt der Reuss über die Kantonsgrenze – mit Rücksicht auf den Naturschutz.
Der Ausbau erfolgt in drei Etappen. Die erste umfasst einen Neubau der biologischen Reinigung auf westlicher Seite mit acht Becken und vier Biologiestrassen. In der zweiten Etappe werden die alten Becken umgenutzt. Sie bilden das Untergeschoss eines neuen Gebäudes aus Holzelementen, wo die mechanische Reinigung untergebracht ist. In der dritten Etappe sind eine neue Schlammbehandlung, der Bau einer Photovoltaik-Anlage und eine neue Raumaufteilung des bestehenden Betriebsgebäudes vorgesehen. Laut Noah Joller wird die Ablaufqualität deutlich verbessert und dem Natur- und Gewässerschutz Rechnung getragen – mit insgesamt 755 Quadratmetern Ausgleichs- und Ersatzfläche.
Der gesamte Ausbau dauert bis im Dezember 2030. Zwischen August und Dezember 2030 erfolgt der Rückbau der ARA in Obfelden. Dort wird die heutige ARA in ein Abwasserpumpwerk und in ein Regenbecken umgebaut.


