Spiel, Satz und Sieg für den Tennisclub

Mit einem Grossaufmarsch im Singsaal des Schulhauses Mettlen sorgten die Tennisfreunde für Zustimmung zu ihrem ambitionierten Projekt «TCW 2020».

Die Tennisanlage im Ättenberg ist in die Jahre gekommen. (Bild Martin Mullis)
Die Tennisanlage im Ättenberg ist in die Jahre gekommen. (Bild Martin Mullis)

Der Tennisclub Wettswil (TCW) pflegt mit seinen 567 Mitgliedern ein aktives und attraktives Vereinsleben. Der Verein spielt in der Gemeinde vor allem mit der grossen Anzahl jugendlicher Tennisfans eine bedeutende Rolle. Leider sind die Anlagen und das Clubhaus in die Jahre gekommen und bedürfen dringend einer Sanierung. Mit dem anspruchsvollen Projekt «TCW 2020» beabsichtigen sie vier Plätze zu sanieren und einen weiteren Platz sowie Flutlichtanlagen zu erstellen. Neben der Errichtung zweier Traglufthallen, welche in den Wintermonaten betrieben werden sollen, ist der Neubau eines winterfesten und geringfügig grösseren Clubhauses geplant. Für dieses Bauvorhaben war ein Gestaltungsplan notwendig, welcher Gemeinderätin Katrin Röthlisberger der Versammlung vorstellte. Die detaillierten Erklärungen der Hochbauvorständin zum Projekt «TCW 2020» der «Tennisanlage Ättenberg» fanden bei den Versammlungsteilnehmern ohne Wortmeldungen eine eindeutige Zustimmung.

Die Finanzierung dieses anspruchsvollen Projektes wird mit eigenen Mitteln, mit einem beachtenswerten Darlehen von fast einer Million Franken aus den Reihen der Mitglieder, einem Beitrag von Swisslos sowie einer Hypothek bewältigt. Zudem soll das insgesamt 2,3 Millionen teure Bauvorhaben von der Gemeinde Wettswil mit einem einmaligen Beitrag von 700'000 Franken zulasten der Investitionsrechnung unterstützt werden.

Zur Ausrichtung des Gemeinderates betreffend den Gemeindebeitrag äusserte sich die Rechnungsprüfungskommission (RPK) allerdings kritisch.

RPK forderte ein Darlehen anstelle eines Gemeindebeitrages

Obwohl die Sportförderung begrüsst werde, lehnte die RPK einen A-fonds-perdu-Beitrag für den TCW ab. Der angespannte Finanzplan der kommenden Jahre, aber auch die geringen Einflussmöglichkeiten der Gemeinde, waren die Hauptgründe der Bedenken. Die RPK empfahl den Stimmbürgern deshalb die Vorlage zurückzuweisen und sprach sich für ein innert 20 Jahren rückzahlbares Darlehen aus. Ein Votant monierte mit nicht wirklich moderaten Worten fehlende Verträge sowie die Tatsache, dass ausser den Vereinsmitgliedern des TCW niemand von der finanziellen Unterstützung profitieren würde. Mit diesen Argumenten löste der Mann bei den Versammlungsteilnehmern merkliche Unruhe aus. Die Antwort des Gemeindepräsidenten Hanspeter Eichenberger war denn auch so klar wie dezidiert. Er hielt fest, dass der Gemeinderat lange und seriös über dieses Geschäft diskutiert habe. Tennis sei eine Sportart für die ganze Familie und der TCW leiste insbesondere bei den Jugendlichen eine ausgezeichnete und sportfördernde Arbeit. Es sind immerhin 91 Kinder registriert und aktiv, hielt er fest. Ausserdem würden gut 70 Prozent der Mitglieder in Wettswil wohnen und mit dem Fussball oder dem Schützenverein verglichen, seien auch die weiblichen Mitglieder mit rund 40 Prozent überaus gut vertreten. Präsident Eichenberger hielt nachdrücklich fest, dass ein Vertrag über die Ausrichtung des Gemeindebeitrages nicht notwendig sei. Ausserdem bestünden in jeder Gemeinde einige Institutionen und Einrichtungen, welche von der Gemeinde unterstützt würden auch wenn nicht sämtliche Einwohnern davon profitieren. Seine Ausführungen zeigten Wirkung, das Wort wurde nicht mehr verlangt.

Der Vorschlag der RPK wurde von den Stimmberechtigten grossmehrheitlich abgelehnt und der Antrag des Gemeinderates erhielt mit einigen wenigen Gegenstimmen grosse Zustimmung.

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