Spital Affoltern: Über 2 Millionen Franken Gewinn im Jahr 2025
Die Umstrukturierungen und strategischen Massnahmen haben erste Erfolge gezeitigt
Im Dezember hatte Stefan Gyseler, Verwaltungsratspräsident und CEO ad interim des Spitals Affoltern, in einem Interview mit dem «Anzeiger» noch einen Gewinn von etwa 1.5 Millionen Franken für das Jahr 2025 angekündigt. Dies nach jahrelangen roten Zahlen und im Jahr 2024 noch 900000 Franken Verlust.
Nahe am Benchmark
Doch nun sehen die Zahlen sogar noch besser aus: Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Spital Affoltern einen Gewinn von 2.194 Millionen Franken. Dies entspricht einer EBITDAR-Marge von 9,3 Prozent, teilt das Spital in einer Medienmitteilung mit. Dort heisst es weiter: «Damit liegt das Spital Affoltern nahe am empfohlenen Branchenbenchmark von zehn Prozent und macht einen wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltig gesicherten wirtschaftlichen Basis.»
Das positive Jahresergebnis ist laut Einschätzung des Spitals Ausdruck einer konsequenten Kostendisziplin, der erfreulichen Entwicklung der Fallzahlen sowie der höheren Schweregrade der Patientenfälle. Ein Schlüsselfaktor war der Ausbau der Psychiatrie in den Fachgebieten Erwachsenen- und Alterspsychiatrie, was zu einer Erhöhung der Fallzahlen im Bereich Psychiatrie um 14 Prozent führte. «Damit stärkt das Spital Affoltern seine Rolle in der spezialisierten Gesundheitsversorgung – im Knonauer Amt und darüber hinaus», so die Medienmitteilung.
Sowohl das Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie als auch das Zentrum für Altersmedizin und Palliative Care seien heute tragende Säulen des Leistungsangebots des Spitals Affoltern: Sie geniessen hohes Vertrauen bei Patientinnen, Patienten, Zuweisenden und der Bevölkerung.
«Der engagierte Einsatz der Mitarbeitenden in den medizinischen Fachgebieten und allen weiteren Bereichen war und ist ein zentraler Erfolgsfaktor für das Spital Affoltern», schreibt das Spital. So habe der Ausbau der Psychiatrie erhöhte Anforderungen an ärztliches und pflegerisches Personal gestellt. Nur dank viel Verantwortungs- und Qualitätsbewusstsein aller Beteiligten habe das Jahr 2025 in dem Masse erfolgreich abgeschlossen werden können.
Wie im «Anzeiger» mehrfach berichtet, waren die vergangenen Jahre für das Spital Affoltern geprägt von strukturellen Anpassungen, strategischer Fokussierung und organisatorischer Neuausrichtung. Nach der Schärfung der stationären Strategie in den Vorjahren wurde 2025 die ambulante Strategie überarbeitet und das Leistungsangebot entsprechend gestrafft, auf die Kernkompetenzen angepasst und konsequent umgesetzt. Die klare Fokussierung, eine stringente Kostensteuerung sowie die Stärkung spezialisierter Angebote zeigen Wirkung. Das Spital Affoltern steht heute medizinisch und strategisch gut positioniert da. «Mit dem sehr guten Geschäftsergebnis 2025 konnte das Spital die eingeschlagene Strategie bestätigen. Diese gilt es nun im weiteren Betrieb zu halten und gleichzeitig die notwendigen Neuerungen wie im Bereich der IT oder Infrastruktur anzupacken. Unser Ziel ist klar: eine qualitativ hochwertige, wirtschaftlich stabile und regional verankerte Gesundheitsversorgung – heute und in Zukunft», so Irene Christen, die seit dem 1. Januar und dem Rückzug von Gyseler auf der strategischen Ebene CEO im Spital Affoltern ist. Und weiter heisst es: «Das Spital Affoltern blickt mit Zuversicht nach vorne und sieht sich gut gerüstet, um die Herausforderungen im Schweizer Gesundheitswesen aktiv mitzugestalten.»






