Stadt Affoltern installiert in den nächsten20 Jahren etwa 75 Unterflurcontainer
Gemeindeversammlung genehmigt am Montagabend das neue Abfallreglement – Jahresrechnung verabschiedet
Sechs Standorte für Unterflurcontainer (UFC) gibt es derzeit in der Stadt Affoltern, 13 weitere sind von privaten Bauherren geplant. Die neue Abfalldeponierungsmethode scheint bei privaten Bauherren recht beliebt zu sein. Die Stadt will diesen allgemeinen Trend nutzen und das System in den nächsten Jahren bis auf etwa 75 solche UFC ausbauen. Dann wäre fast jeder Haushalt höchstens 200 Meter von einem UFC entfernt. Das entsprechende Geschäft erläuterte Stadtrat Markus Gasser. Die Kosten: 12000 bis 18000 Franken für die Stadt, die Dileca legt noch etwa 12000 Franken pro UFC drauf. Die bisherigen Einzelsäcke sollen dann einmal aus dem Strassenbild verschwinden. Im Zuge der Totalrevision der Abfallverordnung wurde auch das Gebührenwesen überarbeitet. Statt einer einheitlichen Grundgebühr für alle Haushalte gibt es mehrere Kategorien etwa für Einfamilienhäuser oder unterschiedliche Wohnungsgrössen. Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) lehnte das Geschäft ab. Es stünden keine ausreichenden verlässlichen finanziellen Grundlagen zur Verfügung, so RPK-Präsident Urs Gmür. Mit diesem Votum erreichte die RPK keine Mehrheit. 81 Personen stimmten am Ende dem neuen Reglement zu, 34 sagten Nein.
Einmaleffekte sanieren Stadtkasse
Einen weiteren Teil des Abends nahm die Diskussion des Rechnungsabschlusses für das Jahr 2025 ein (er wurde ohne Gegenstimme genehmigt). Das Erfreuliche vorweg: Der Ertragsüberschuss beläuft sich auf stolze 6.5 Millionen Franken, das sind 4.4 Millionen Franken über dem Budget. Das Aber erläuterte Finanzchefin Claudia Ledermann: «Das Jahresergebnis ist wiederum als Folge von Einmaleffekten zustande gekommen.» Vom Kanton Zürich sind nämlich Rückerstattungen von Versorgertaxen von 6 Millionen Franken auf dem städtischen Konto eingegangen. Diese waren nicht budgetiert. Und: Bei den Grundstückgewinnsteuern ist seit Anfang 2025 die Veranlagungstätigkeit intensiviert worden, um die Pendenzen aufarbeiten zu können. Dadurch sind gegenüber dem Budget um 3.3 Millionen Franken höhere Erträge erzielt worden. Diese Mehrerträge von total 9.3 Millionen Franken werden allerdings geschmälert durch die Erhöhung der Rückstellungen um 2.4 Millionen Franken für eine Altlastensanierung im Spitzenstein, da neu auch PFAS-Sanierungskosten dazukommen werden (PFAS = per- und polyfluorierte Alkylverbindungen). Solche Rückstellungen seien zu bilden, sobald entsprechende Informationen vorliegen, welche mit grosser Wahrscheinlichkeit zu künftigen Aufwendungen führen werden, erläuterte Ledermann. Zudem listete sie weitere ungeplante Kosten auf, wie die Führung zweier zusätzlicher Schulklassen und weitere Mehrkosten im Bereich Bildung (1.3 Millionen Franken) und 1.9 Millionen Franken an Mehrkosten bei der Kranken- und Altenpflege. Sowohl für die stationäre wie auch für die ambulante Pflege würden die Kosten steigen, so Ledermann. Auffällig sei die Zunahme der Kosten bei privaten Spitexfirmen und durch pflegende Angehörige, welche KLV-Leistungen abrechnen.
Positives gibt es von der Kostensituation im Seewadel zu berichten: Zwar weist das Heim einen Aufwandüberschuss von 1.5 Millionen Franken aus. Gegenüber dem Budget ergibt sich jedoch eine Verbesserung von 312000 Franken. Im Vergleich zum Vorjahr konnte das Ergebnis also deutlich verbessert werden. Der Grund: Externe Personalleistungen konnten reduziert werden. Im stationären Pflegebereich konnte durch die erfolgreiche Personalrekrutierung gänzlich auf temporäre Mitarbeiter verzichtet werden. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 157 Prozent. «Wir mussten keine neuen Schulden aufnehmen», so Ledermann. «Der Seewadelverlust» darf nicht aus Steuergeldern finanziert werden, es muss eigenständig finanziert sein», mahnte alt Gemeindepräsident Toni Bortoluzzi. «Wir sind dran», versprach Gemeindepräsidentin Eveline Fenner. Sie erläuterte auch die Personalzahlen der Stadt (das hatte ein Teilnehmer gefordert) und die Kostenentwicklung. Ihr Fazit: «Der finanzielle Aufwand ist nur eine Seite, die andere Seite sind Leistungen, gesetzliche Aufgaben und Erträge für Dienstleistungen.»
Teurere Schulhaussanierung
Die Gesamtsanierung des Schulhauses Butzen von Sommer 2020 bis Herbst 2022 kommt den Steuerzahler 857000 Franken (plus 5,72 Prozent) teurer als prognostiziert, Stadträtin Eliane Studer Kilchenmann erläuterte warum: «Der grösste Teil der Bauarbeiten fand während der Covid-19-Pandemie statt. Dies führte zu Verzögerungen aufgrund von Lieferengpässen und auf finanzieller Seite zu sprunghaft angestiegenen Materialpreisen wie zum Beispiel bei Stahl.» Die Kreditabrechnung für die Schulhaussanierung weist Gesamtkosten von 15.9 Millionen Franken aus. Das Stimmvolk genehmigte die Abrechnung.
Schliesslich wurden noch Felix Fürer (nach vier Jahren im Amt), Markus Gasser (nach 12 Jahren), Markus Meier (ebenfalls nach 12 Jahren) und Eliane Studer Kilchenmann (nach 8 Jahren) verabschiedet.
«Schmerzhafte Folgen» des Notbudgets
Am Montagabend tagte im Kasinosaal in Affoltern auch die Sekundarschulpflege Affoltern/Aegust. Dort präsentierte der scheidende Präsident Urs Bregenzer eine Jahresrechnung mit einem leichten Ertragsüberschuss von 311000 Franken. Der Grund für den gesunkenen Aufwand liegt in einer Klasse weniger an der OS Lilienberg und im Notbudget. Wegen des Notbudgets im vergangenen Jahr wurden Schulausflüge, ein Schneesporttag und eine Projektwoche abgesagt sowie weniger Schulmaterial gekauft. Auf die Frage eines Teilnehmers wie das für die Verwaltung gelaufen sei, sagte Bregenzer: «Es war schmerzhaft, aber wir haben es überstanden.» Verabschiedet wurden Vizepräsidentin Melanie Wälter und Präsident Bregenzer. (fh)






