Start auf gesunder Finanzbasis

2022 nimmt die Kirchgemeinde Knonauer Amt ihre Arbeit auf. Sie tut dies mit einer soliden finanziellen Basis. Die Kirchgemeindeversammlung hat das Budget 2022 einstimmig gutgeheissen, ebenso den Steuerfuss von 12 Prozent.

Hanno Schmidheiny präsentiert das Budget 2022, assistiert von Hans Asper, Leiter der Projektorganisation (links) und von Peter Schlumpf von der Projektorganisation KG Knonauer Amt. (Bild Stefan Schneiter)
Hanno Schmidheiny präsentiert das Budget 2022, assistiert von Hans Asper, Leiter der Projektorganisation (links) und von Peter Schlumpf von der Projektorganisation KG Knonauer Amt. (Bild Stefan Schneiter)

Mit dem Jahresbeginn 2022 nimmt die reformierte Kirchgemeinde Knonauer Amt offiziell ihren Betrieb auf. Doch die neue Kirchgemeinde, die aus dem Zusammenschluss der neun Kirchgemeinden Aeugst, Affoltern, Bonstetten, Hausen, Hedingen, Maschwanden, Mettmenstetten, Ottenbach und Riffers­wil hervorgegangen ist, ist natürlich schon längst tätig. Die neunköpfige Kirchenpflege ist im September gewählt worden. Kirchgemeindeschreiber Simon Plüer hat seine Arbeit am 1. Oktober aufgenommen. Und am Dienstag hat die zweite Kirchgemeindeversammlung (KGV) das erste Budget der Grosskirchgemeinde und deren Steuerfuss gutgeheissen.

Entschädigung, nicht Lohn

In Ottenbach fanden sich 55 Stimmbe-rechtigte zur KGV im Gemeindesaal ein. Im ersten der zwei traktandierten Geschäften ging es um den Erlass einer Entschädigungsverordnung (EV). Diese zu erstellen sei anspruchsvoll gewesen, sagte Hans Asper, der als Präsident der Projektorganisation Kirchgemeinde Knonauer Amt die KGV leitete. Man habe einfach Annahmen treffen müssen, obwohl man vieles nicht wusste. Darum seien eventuell ab 2023 erste Anpassungen vorzunehmen, wenn man bis dahin erste Erfahrungen gesammelt habe. Die EV hält die Grundentschädigungen und Sitzungsgelder für Behörden und Kommissionen fest. Es seien Entschädigungen und keine Entlöhnungen für die Mitglieder der Kirchenbehörden, betonte Asper, denn ohne ein grosses «ehrenamtliches und freiwilliges Engagement» sei das Führen einer Kirchgemeinde nicht denkbar. Die EV sei auch so aufgebaut, dass es keine Anreize gebe, möglichst viele Sitzungen durchzuführen. Die Gesamtsumme für Behördenentschädigungen beträgt rund 255000 Franken, die Grundentschädigung für die Kirchenpflege macht 57000 Franken aus. Für die Kirchenkommissionen der neun bisherigen Kirchgemeinden ist eine Gesamtentschädigung von 120000 Franken vorgesehen, für die RPK und die Kommission Gemeindeentwicklung eine solche von 24000 Franken. Bei der Kirchenpflege kommen noch Sitzungsgelder für Behördensitzungen und für Projektarbeit hinzu. Somit ist die Gesamtentschädigung für ein Kirchenpflegemitglied rund doppelt so hoch wie für ein Kirchenkommissionsmitglied. Von den Anwesenden an der KGV gab es zu dieser EV keine Anmerkungen und so hiessen sie diese einstimmig gut.

12 Prozent reichen aus

Kirchenpflegemitglied Hanno Schmidheiny, der wohl ab 2022 die Finanzen betreuen wird – die Ämter der neuen Kirchenpflege sind noch nicht verteilt –, präsentierte das erste Budget der KG Knonauer Amt. Das Budget musste völlig neu erstellt werden, da man keine Vergleichsmöglichkeiten gehabt habe, sagte Schmidheiny. Als Basis zur Erstellung für das neue Budget dienten die Budgets der neun bisherigen KG. Diese seien aber nur beschränkt repräsentativ gewesen, so Schmidheiny, weil die KG im Wissen um den anstehenden Zusammenschluss teilweise grosszügiger als gewohnt budgetiert hatten. Doch die neue KG ist mit solidem Eigenkapital ausgestattet: Sie wird über eine Million frei verfügbarer Mittel verfügen können. Die neue KG wird keine Zentralkassen-Zuschüsse erhalten, auf welche die bisherigen, kleineren KG Anspruch hatten. In den bisherigen KG lagen die Steuersätze zwischen 12 und 14 Prozent, der gewichtete Steuersatz bei 12,5 Prozent. «Wir möchten aber mit einem Steuersatz von 12 Prozent auskommen. Einen allfälligen Aufwandüberschuss von einem halben Prozent im Budget 2022 können wir mit unserem Eigenkapital locker abdecken», sagte Schmidheiny. Man wolle auch keinerlei Einschränkungen in den einzelnen Kirchenorten vornehmen, sondern es sei im Gegenteil sogar ein Betrag von 50000 Franken für «Ungeplantes» vorgesehen.

Insgesamt geht das Budget 2022 bei einem Gesamtaufwand von 5,85 Millionen und einem Gesamtertrag von 5,65 Millionen von einem Aufwandüberschuss von knapp 200000 Franken aus. Den vorgeschlagenen Steuerfuss von 12 Prozent begründete Schmidheiny damit, dass mit einem solchen mit den weitgehend gleichen Steuererträgen gerechnet werden könne, wie dies die Budgets 2021 der bisherigen Kirchgemeinden vorgesehen hätten. Auch dieses Geschäft wurde einstimmig gutgeheissen und nach 50 Minuten war die zweite KGV der neuen KG bereits Geschichte.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Mandy Kolb und Janick Sidler: Anstossen mit selbst gebrautem Bier auf eine gute Zukunft in der Locke Bar. (Bild Werner Schneiter)
Bezirk Affoltern24.08.2026

Von der Mugge Bar zur Locke Bar

Wiedereröffnung in der «Gerbi» in Maschwanden
Bezirk Affoltern24.08.2026

IG will das Maschwandner Naturbad retten

Interessengemeinschaft lanciert Crowdfunding
Eingebettet in eine Naturlandschaft: Das Maschwandner Naturbad erfreut sich grosser Beliebtheit. (Bild Ashanta Carnieletto)
Bezirk Affoltern24.08.2026

«Wir müssen die Saison unbedingt verlängern»

Wie eine Interessengemeinschaft das Maschwandner Naturbad retten will