Steuerfüsse sinken leicht
Tiefste Werte in Aeugst und Wettswil, Höchstwerte in Maschwanden und Affoltern

An den Gemeindeversammlungen im vergangenen Jahr haben die Säuliämtler Gemeinden ihre Steuerfüsse festgelegt. Diese werden je nach Gemeinde getrennt für die Primarschule, die Sekundarschule und die politische Gemeinde beschlossen. Eine Ausnahme bildet Hedingen, wo Primar- und Sekundarschule zusammen mit der politischen Gemeinde eine Einheitsgemeinde bilden.
In Wettswil und Maschwanden ist auch die Primarschule als eigene Gemeinde organisiert. Entsprechend entscheiden dort drei separate Gemeindeversammlungen über den jeweiligen Steuerfuss. In den übrigen Säuliämtler Gemeinden sind die Primarschulen in der Regel mit der politischen Gemeinde zu einer Einheitsgemeinde zusammengeschlossen. Die Sekundarschulen werden meist von mehreren Gemeinden gemeinsam getragen. Bei der Berechnung des Gesamtsteuerfusses einer Gemeinde müssen deshalb sämtliche beteiligten Schulgemeinden berücksichtigt werden.
Tiefste Steuerfüsse in Wettswil ...
Im vergangenen Jahr waren die Steuerfüsse bei zahlreichen Gemeindeversammlungen ein Thema. In sechs Gemeinden kam es zu minimen Senkungen des Steuerfusses. In allen restlichen Gemeinden blieb der Gesamtsteuerfuss auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Zu Erhöhungen kam es in keiner Gemeinde im Säuliamt.
Den tiefsten Steuerfuss dürfen weiterhin die Wettswilerinnen und Wettswiler mit 89 Steuerprozenten geniessen. Dies sind nochmals zwei Prozentpunkte tiefer als im Vorjahr. Dies nachdem an der Gemeindeversammlung über drei verschiedene Varianten diskutiert wurde. Der Antrag der Rechnungsprüfungskommission bezüglich einer Senkung um zwei Prozentpunkte obsiegte im Dezember 2025.
... Aeugst und Mettmenstetten
Bei den steuergünstigsten Gemeinden folgen Aeugst (92 %) und Mettmenstetten (98 %) mit den jeweils unveränderten Werten auf den Rängen zwei und drei. In Mettmenstetten zeigt sich die finanzielle Lage weiterhin angespannt. So wies die Rechnungsprüfungskommission an der Gemeindeversammlung im Dezember 2025 darauf hin, dass die Selbstfinanzierung weiterhin kritisch ist und angesichts wachsender Kosten und Investitionen eine Steuerfusserhöhung in absehbarer Zeit zu prüfen sein wird. Von Steuersenkungen profitieren konnten neben Wettswil auch die Gemeinden Bonstetten (minus 3), Stallikon und Rifferswil (je minus 2) sowie Obfelden und Maschwanden mit je einem Prozentpunkt.
Obfelden profitierte dabei von der erneuten Senkung des Steuerfusses in der Sekundarschulgemeinde Obfelden-Ottenbach um ein weiteres Prozent. In Ottenbach blieb der Gesamtsteuerfuss gleich hoch, da die Gemeinde die Senkung mit einer Erhöhung der Gemeindesteuern aufwog.
Auswirkungen eher klein
Was diese Senkungen für Auswirkungen auf einzelne Bürgerinnen und Bürger hat, rechnete der «Anzeiger» im vergangenen Jahr nach. So bedeutet eine Senkung um zwei Prozentpunkte für eine ledige Person ohne Kinder mit einem jährlichen Nettoeinkommen von 100000 Franken eine Ersparnis von 124 Franken pro Jahr, also knapp 10 Franken pro Monat. Im Gespräch mit dem «Anzeiger» relativierte damals der für die Finanzen verantwortliche Obfelder Gemeinderat Christoph Kobel zudem die Bedeutung der Steuerfüsse. So würde eine Senkung der Gemeindesteuern auch nur knapp die Hälfte der Steuerkosten betreffen. Daneben fallen auch die direkte Bundessteuer und die Kantonssteuer an.
Maschwanden mit Höchstwert
Die höchsten Steuerfüsse haben aktuell die Gemeinden Rifferswil (120 %), Affoltern (122 %) und Maschwanden (128 %). Letztere nimmt damit im Kanton Zürich die Position der Gemeinde mit dem höchsten Steuerfuss ein. Seit diesem Jahr allerdings nicht mehr alleinig. Wie das Newsportal Watson schreibt, hat neu Bachs im Bezirk Dielsdorf den Steuerfuss auch bei 128 Prozent.
Auch die Senkung um ein Steuerprozent war in Maschwanden kein Grund zur Freude. Denn die Finanzen sind weiterhin klamm: Finanzvorsteherin Priska Dosch sprach an der Gemeindeversammlung im November 2025 von einer «herausfordernden Situation». Das ist keinesfalls übertrieben: Bis 2029 fallen Investitionen von 81 Millionen Franken an – ein Betrag, der deutlich über dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre liegt. «Wir haben von 2026 bis 2029 einen Bedarf von jährlich 900 000 bis 1.2 Millionen Franken an Individuellem Sonderlastenausgleich (Isola).» Allerdings kürzte das Zürcher Gemeindeamt den beantragten Isola-Beitrag von 908 000 Franken für 2026 um 307 000 Franken.


