Studie zur Zentrumsentwicklung in Hedingen kommt
Nur ein Geschäft löste an der Hedinger Gemeindeversammlung eine längere Diskussion aus: Der Rahmenkredit für die Erstellung einer Ideenstudie zur Neugestaltung des Dorfkerns, der von der Gemeinde und Privaten bezahlt wird. Die Bedenken galten dem Strassenverkehr. Die Gemeindeversammlung bewilligte einen Planungskredit von 280000 Franken.

Hedingen möchte einen neuen Dorfkern. Dies ist das Fazit einer rund einstündigen Diskussion an der Gemeindeversammlung vom letzten Donnerstagabend, die sich um den Antrag eines Planungskredits für die Erarbeitung einer Ideenstudie drehte. Eine sachliche Diskussion, bei der zum Ausdruck kam, dass auch in Hedingen der stockende Durchgangsverkehr aus dem Aargau in den Stosszeiten zunehmend als Problem erachtet wird.
Hedingens Hoch- und Tiefbauvorsteher Claude Hafner verdeutlichte zunächst die Dimensionen des Perimeters, mit der sich die Ideenstudie befasst. Er sagte: «Wir erhalten die Chance, mit den 16 Grundeigentümern auf 30 Parzellen, die eine Fläche von 17500 Quadratmetern umfassen, einen neuen Dorfkern zu gestalten.» Das Projekt werde innerhalb von zwei Jahren ausgearbeitet. Details dazu seien bereits an der Informationsveranstaltung vom 8. November bekannt gegeben worden. Die bestehenden Gebäude haben eine Bestandsgarantie. Mit der Zentrumsentwicklung könnten die Volumen nach oben jedoch erhöht werden, denn sie würde in die Gesamtrevision der kommunalen Richt- und Nutzungsplanung einfliessen», so Hafner. Nur sechs Grundstücksbesitzer, die eine Fläche von 2000m² innerhalb des Perimeters zwischen Bahnlinie und Zürcherstrasse repräsentieren, werden sich nicht beteiligen, was es zu respektieren gelte. Ein Drittel der Studienkosten würden von der Gemeinde getragen, der Rest von den Grundeigentümern.
Verkehrsbelastung als Hauptsorge
Aus den Wortmeldungen der 126 Stimmberechtigten war herauszuhören, wo der Schuh drückt. Ein Mann meinte, der Knackpunkt sei die Zufahrt von 40-Tonnen-Lastwagen zum Areal der Ernst Schweizer AG beim Bahnhof. Man habe die Chance vor 22 Jahren verpasst, mit der seinerzeitigen Baustellenzufahrt zur A4, aus der die Maienbrunnenstrasse entstanden ist, auch gleich eine Nordzufahrt zu Schweizer zu bauen – und bei dieser Gelegenheit die Autos aus dem Aargau über die Maienbrunnenstrasse ums Dorf zu führen. Ein anderer Votant stellte sogar einen Rückweisungsantrag. Er verknüpfte diesen mit der Bedingung, zuerst ein kommunales Verkehrskonzept erstellen zu lassen, ehe es an die Zentrumsplanung gehe. Er befürchte, dass mit der Zentrumsplanung noch mehr Verkehr ins Dorf «gepumpt» werde und nannte Bonstetten mit seiner Umfahrung als Beispiel, wie man es auch in Hedingen machen sollte. Hafner entgegnete: «Die Nordzufahrt ist mit wahnsinnigen Hürden verbunden.» Dass im Zentrum nur kommunale und regionale Strassen existierten, sei eine grosse Chance, als Gemeinde selber gestalten zu können. Verschiedene Repräsentanten von Grundstücken innerhalb des Perimeters unterstützten mit Voten den Antrag des Gemeinderats, betonten die Chancen – auch in Bezug auf die Verkehrsplanung und höhere Ausnützungsziffern. Der Rückweisungsantrag wurde schliesslich nur von drei Stimmenden unterstützt, der Projektkredit mit grossem Mehr angenommen.
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