Tabula rasa bei Sekundarschule Bonstetten

Nach turbulenter Legislatur wird mit fast ganz neu besetzter Schulpflege auf solider Basis neu gestartet

Sie treten aus dem Rampenlicht (unten von links): Irene Häsler, Corinne Ostler, Tamara Fakhreddine. Sie treten dafür aus dem Schatten (oben von links): Simon Gutknecht, Jacqueline De Barro, Sandro Venetz, Matthias Hufschmid (bisher). Nicht am Anlass anwesend sein konnten der abtretende Lutz Eichelkraut und Monika Ruch, weshalb die beiden nicht auf dem Bild sind. (Bild Claudia Eugster)

«Die ganze Welt ist eine Bühne, und alle Frau’n und Männer blosse Spieler; sie treten auf und gehen wieder ab», heisst es bei Shakespeare in «As You Like It». Bei der Schulpflege Bonstetten tritt fast das ganze Ensemble auf einen Schlag ab. Der Grund dafür muss nicht erwähnt werden, es sei auf die Berichterstattung im «Anzeiger» verwiesen, jedoch auch auf den jüngsten Beschluss des Bezirksrates («Anzeiger» vom 10. Februar). Aber das Leben geht weiter und so heisst es auch bei Shakespeare: «Und jeder spielt in seinem Leben viele Rollen.» Tamara Fakhreddine, Irene Häsler, Corinne Ostler und Lutz Eichelkraut haben alle andere Rollen, die sie nun weiterspielen. Ihre Rollen in der Schulpflege der Sekundarschule Bonstetten übernehmen neu Simon Gutknecht, Sandro Venetz und Jacqueline De Barro, welche auch zur Präsidentin gewählt wurde. Einzig Matthias Hufschmid bleibt dem Komitee erhalten und wird wohl somit vor allem in der Anfangszeit auch eine Art Souffleur sein, da er ja als Einziger über das Wissen aus der letzten Legislatur verfügt. An der Generalversammlung, welche am 4. Juni in der Aula des Schulhauses «Im Bruggen» bei Schachenrain in Bonstetten stattfand, wurden daher nach der Genehmigung der Jahresrechnung 2025 die abtretenden Schulpflegemitglieder gewürdigt und verabschiedet. Im Anschluss gab es einen Apéro.

Genehmigung der Jahresrechnung

Im Moment besuchen rund 420 Jugendliche aus den drei Kreisschulgemeinden Bonstetten, Stallikon und Wettswil die Sek Bonstetten. An der GV konnte die zu dem Zeitpunkt noch amtierende Präsidentin Tamara Fakhreddine allerdings Punkt 19 Uhr nur insgesamt 23 Interessierte begrüssen. Sie erinnerte sich leicht melancholisch, aber mit Humor an ihre allererste GV zurück, an der es sehr viele Anwesende gehabt habe, dies den kritischen Geschäften, die es zu besprechen galt, geschuldet. «Wenn wir heute eine Steuerfusserhöhung angekündigt hätten, sähe es wohl anders aus», damit war das Eis gebrochen. Im ersten Teil orientierte Corinne Ostler über die Jahresrechnung 2025. Im Vergleich zu den Vorjahren sticht ins Auge, dass es zu einem markanten Anstieg des Aufwandüberschusses gekommen ist, weshalb in den Jahren 2024 und 2025 eine Erhöhung des Steuerfusses notwendig wurde. Dank Mehreinnahmen war es jedoch möglich, weit unter Budget zu bleiben. Gründe für den Anstieg des Aufwands sind höhere Personalkosten auf Ebene Schulleitung und bei den Lehrkräften, aber auch Privatschulen, die als externe Sonderschulen genutzt wurden. Das Ziel, dass sich der Finanzhaushalt mittel- und langfristig im Gleichgewicht befindet, konnte leider nicht erreicht werden, obwohl der Selbstfinanzierungsanteil im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent gestiegen ist. Das zweite Ziel, die Begrenzung der Schulden, wird auch in naher Zukunft nicht erreicht werden. Jedoch bestehe die Möglichkeit, dass man auf Ende Jahr einen kleinen Schuldenabbau wird starten können. Das letzte finanzpolitische Ziel, ein effizienter Betrieb, wurde dafür in den letzten Jahren stets erfüllt.

Die Rechnungsprüfungskommission Wettswil stellte fest, dass die Jahresrechnung finanzrechtlich zulässig und rechnerisch richtig ist. Die RPK setzte die abstrakten Zahlen in einen Gesamtzusammenhang und prognostizierte sinkende Aufwände, da in der Primarschule die Schülerzahlen sinkend seien. Dies würde in die Sek überschwappen und somit könnte es doch möglich sein, die Verschuldung, welche vor allem vom Neubau her rührt, langsam abzubauen.

Weitere Bemerkungen von der RPK gab es nicht, ausser ebenfalls, dass selten an einer GV so viele Leute gewesen seien, wie an dieser, und ein Dankeschön für die angenehme Zusammenarbeit, denn die RPK der drei Kreisgemeinden wechseln sich im Turnus von vier Jahren ab. In den nächsten vier Jahren prüft die RPK Bonstetten, dann Stallikon, und Wettswil wird erst in acht Jahren wieder an der Reihe sein. Die Jahresrechnung 2025 wurde einstimmig genehmigt.

Den zweiten Teil der Gemeindeversammlung begann Tamara Fakhreddine mit einem Rückblick auf ihre acht Jahre im Amt als Schulpräsidentin. Sie stellte fest, dass sich in dieser Zeit einiges geändert habe, und hob hervor, dass die letzten Jahre «turbulent» gewesen seien. Hoch seien die Ziele gesteckt gewesen, und auch wenn es nicht gelungen sei, grosse Schritte zu machen, wurde einiges erreicht, fasste die Personal- und Organisationsentwicklerin zusammen. Man habe die Entwicklung und kompetente Aufstellung der Schulverwaltung und des Betriebs erreicht und ein gutes Team in der Schulleitung aufgebaut. «Wir konnten Sandro Croci Maspoli nach seinem Springereinsatz zum Bleiben bewegen», stellte Fakhreddine erfreut fest. Abläufe und Prozesse habe man vereinfacht, eine neue Software implementiert. Damit sei eine solide Basis geschaffen, auf der die Nachfolge aufbauen könne. «Mit der neuen Schulpflege, der neuen Schulleitung und dem Abschied der ‹bösen› Präsidentin, hoffen wir sehr, dass Ruhe einkehrt und auch pädagogische Entwicklungen wieder möglich werden», schloss Fakhreddine selbstironisch. Den Humor hat sie trotz allem nicht verloren.

Es folgte die Würdigung von Lutz Eichelkraut (14 Jahre, nicht anwesend), Corinne Ostler (3 Jahre), Irene Häsler und Tamara Fakhreddine (beide 8 Jahre), durch den in der Schulpflege verbleibenden Matthias Hufschmid, der wunderbare Worte für seine Kollegen fand und die neue Schulpflege im nächsten Satz herzlich willkommen hiess.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Franziska Spreitler zeigte im Ganglabor, wie mithilfe eines High-End-Motion-Capture-Systems, von Kraft- und Druckmessplatten sowie Elektromyografie Gelenkswinkel, Belastungen und Muskelaktivitäten beim Gehen präzise dokumentiert und berechnet werde
Bezirk Affoltern08.06.2026

«Kinder-Reha spürbar machen»

Fortsetzung von «Tag der offenen Tür in der Kinder-Reha Schweiz»
Fabienne Dubs und Mike Stillhard vor ausgewählten Erinnerungsstücken der Ausstellung in der KommBox Aeugst.(Bild Sandra Isabél Claus)
Bezirk Affoltern08.06.2026

Die Aeugster KommBox wird 20

Das Mini-Museum feiert sein Jubiläum mit einer neuen Ausstellung, die am Mittwoch eröffnet wurde
Besucherinnen und Besucher versammeln sich vor dem Haupteingang für eine Führung. (Bild Regula Zellweger)
Bezirk Affoltern08.06.2026

Tag der offenen Tür in der Kinder-Reha Schweiz in Affoltern

Vermitteln, dass Kinder und Jugendliche ein gutes Angebot an Rehabilitation benötigen