Trinkwasser für Obfelden
Das Grundwasserpumpwerk Mettenholz in Obfelden war sanierungsbedürftig. Die Gemeindeversammlung gab vor einem Jahr grünes Licht für einen Neubau. Jetzt ist es fertig und das wurde am 15. Dezember mit einem kleinen Aufrichte- und Einweihungsfest gefeiert.

Gemeinderat Christian Kägi begrüsste am vergangenen Donnerstag den Obfelder Gemeindepräsidenten Thomas Ammann, Tiefbausekretär Thomas Hunziker und weitere Gäste im neu erstellten Pumpenhaus zu einer Besichtigung. Das neu gebaute Häuschen steht mitten in einer Wiese, birgt modernste Technik und ist blitzblank sauber. Von hier soll bald die Hälfte des Obfelder Trinkwassers ins Netz gespeist werden.
Bereits 2003 wurde der schlechte bauliche Zustand des Grundwasserpumpwerks Mettenholz festgestellt. Weil sich dieses nahe an der Autobahn A4 befindet, wurden nur provisorische Massnahmen zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität umgesetzt. 2013 wurde eine hydrogeologische Prüfung durchgeführt, um festzustellen, ob die Lage negative Auswirkung auf die Gewinnung des Trinkwassers haben könnte. Diese Prüfung war negativ.Allerdings sollten die Schutzzonen im Zuströmbereich vergrössert werden. Eine in Auftrag gegebene Studie lieferte die notwendigen Eckdaten für die Sanierung. Der Vertikalfilterbrunnen hatte seine technische Lebensdauer erreicht und sollte durch einen Neubau ersetzt werden. Im Pumpenhaus mussten sämtliche elektrischen Installationen und Apparate über Terrain angeordnet werden. Diese stimmten an der Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember der vom Gemeinderat bevorzugten Variante mit dem Ersatzneubau zu und genehmigten den Kredit von 1,07 Millionen Franken für die Sanierung.
Trinkwasser war stets einwandfrei
Ingenieur Philipp Derungs blickte zurück. Die Lage des alten Pumpenhauses sei zu tief gewesen. Der maximale Wasserstand reichte bis zur Haustüre, so dass das Wasser fast ungefiltert bis zum Brunnen vordringen konnte. Das Trinkwasser sei zwar stets einwandfrei gewesen. Dennoch hätte eine Renovation die kritischen Punkte nicht lösen können. Das neue Pumpenhaus wurde nun 70 Zentimeter höher gebaut und liegt damit über dem maximalen Wasserspiegel. Der neu gebohrte, zwölf Meter tiefe Brunnen befindet sich in der Verlängerung im Hause. Dort lässt sich das Dach öffnen. Die Lebensdauer einer Wasserpumpe beträgt rund zwölf Jahre. Wenn sie ausgewechselt werden muss, kann sie durch die Dachluke ausgebaut und die neue ebenso eingesetzt werden.
Topmoderne Anlage
Res Bachmann, Leiter Werkdienst und Brunnenmeister erklärte nun die Anlage. Der Brunnenkopf ist luftdicht und wird nur über ein Luftfiltersystem belüftet. So gibt es keine offenen Wasserflächen mehr, die verunreinigt werden könnten. Zwei Pumpen befördern das Wasser in die Reservoire. Diese arbeiten wesentlich energieeffizienter und leiser als die alten und werden abwechslungsweise eingesetzt. Diese verfügen über eine elektronische Steuerung, die dafür sorgt, dass das Grundwasserniveau auf einem vordefinierten Tiefstand gehalten wird. So kann mit einer verminderten Förderleistung länger gepumpt werden. Zudem wird der Grundwasserleiter dadurch geschützt. Bevor das Wasser ins Netz geht, prüft ein Messgerät die Trübung und eine UV-Anlage sorgt für bakteriologisch keimfreies Wasser. Eine Entfeuchtungsanlage trägt dazu bei, dass die Anlage störungsfrei funktioniert. Diese wird von der Leitzentrale im Werkhof gesteuert. Über Hand-Schalter kann die Anlage zudem vor Ort bedient werden.
Die erteilte Konzession sieht keine grössere Fördermenge vor. Von den rund 400000 m des gesamten Obfelder Trinkwasserverbrauchs werden 50 Prozent durch die Anlage geliefert, der Rest wird wie bisher zugekauft. Die Schutzzone im Zuströmbereich wurde vergrössert. Dies sehen die Vorgaben des Awel für sämtliche Anlagen, die älter als zwanzig Jahre alt sind vor. Die engere Schutzzone rund ums Pumpenhaus wird noch eingezäunt.
Noch nicht am Netz
Das von der Gemeindeversammlung genehmigte Budget von 1.07 Mio wurde unterschritten. Dies ist auch ein Verdienst der guten Planung und Ausführung. Am vergangenen Freitag, wurde die Anlage nun zu Testzwecken und für die Mitarbeiterschulung mit dem Computer verbunden. Bis das Wasser aus dem Pumpwerk Mettenholz aus den Wasserhähnen fliesst, müssen sich die Obfelder noch gedulden. Dies, wegen einer Verzögerung bei einer Kanalsanierung der Gemeinde Affoltern. Dieser Kanal liegt in der Schutzzone. «Das Pumpwerk Mettenholz hätte während dieser Zeit ohnehin vom Netz gehen müssen», erklärt Res Bachmann. Wie lange sich die Sanierung noch hinauszögert, ist nicht bekannt. Nach der Führung durch die Anlage Mettenholz verschob sich die geladene Gesellschaft in den Brunnmattsaal. Dort hatten sich bereits sämtliche am Bau beteiligten Mitarbeiter versammelt. Der Gemeinderat bedankte sich mit einem Abendessen für die geleistete Arbeit.


