«Trotz schwieriger Situationen immer Lösungen gefunden»
Kappelerpflege verabschiedete Jürgen Barth, Geschäftsführer des Hotelbetriebs

Ende Monat verabschiedet sich Jürgen Barth, Geschäftsführer des Hotel- und Seminarbetriebs, in die Pension – nach 22 Jahren («Anzeiger» vom 24. April 2026). Im Rahmen der Delegiertenversammlung der Kappelerpflege würdigte Präsident Gerhard Gysel die Zusammenarbeit. «Klar, wir haben schwierige Situationen durchgestanden – etwa beim Baulärm, den die Erneuerung der Klosterdomäne bisweilen mit sich bringt – mitsamt der bangen Frage des Hoteliers nach möglicherweise ausbleibenden Gästen», so Gerhard Gysel. Er fügt sogleich hinzu: «Zwar kam es auch zu Spannungen, die wir gegenseitig immer ausgehalten haben. Wir haben letztlich immer Lösungen gefunden, die Zusammenarbeit sehr geschätzt und Jürgen Barth als sehr engagierten und umsichtigen Geschäftsführer erlebt.» Dieser gab das Kompliment an den VKK zurück und sagte: «Unglaublich, was Präsident Geri Gysel für das Kloster Kappel leistet.» Jürgen Barth übergibt nun die Geschäftsführung an Alexandra Steinmüller, die über langjährige Erfahrung in der Schweizer Hotellerie verfügt und seit zehn Jahren in Kappel lebt.
Im Rahmen des Traktandums «Bericht von der Domäne Kloster Kappel» stellte sich auch ein neues Mitglied der Kappelerpflege und des Vorstandes vor: Susanne Brauer ist als Leiterin der Abteilung Lebenswelten in der Landeskirche seit 1. Februar 2026 Nachfolgerin von Friederike Osthof, die anlässlich der letzten DV verabschiedet wurde. Zugleich wurde bekannt, dass die Landeskirche beim Amtshaus und Konventgebäude eine Hüllensanierung vornehmen will und derzeit die dafür notwendigen Kosten abklärt.
Laut Karl Sigrist, im VKK-Vorstand zuständig für Liegenschaften, sind alle Wohnungen vermietet; eine Wohnung im ehemaligen Schulhaus und in dessen EG ein Atelier werden im Herbst frei. Ebenso können in der Postscheune Lagerboxen und beim «Hühnerhaus» ein Gartensitzplatz vermietet werden.
Für zwei Wochen stehen beim Amtshaus-Eingang erneut Gerüste; noch müssen Erker saniert und Ziegel ersetzt werden. Insgesamt stehen dort neu zehn Wohnungen zur Verfügung; das Interesse ist laut Jürgen Barth gross. Eine Firma mietet möglicherweise gleich deren fünf. Das Seminarhotel, ein ganzjährig geöffneter «Drei-Sterne-Betrieb», zählte im vergangenen Jahr 16 010 Übernachtungen, was einer Auslastung von fast 55 Prozent entspricht. Während das für die Landwirtschaft zuständige Vorstandsmitglied Bruno Sidler den von der Familie Galliker engagiert geführten Landwirtschaftsbetrieb würdigte, lobte Gerhard Gysel den nach wie vor gut laufenden Heizverbund. Allerdings ist dort die Biogasanlage in die Jahre gekommen und verursachte deshalb grössere Reparaturmassnahmen.
Bullinger-Ausstellung kommt an
Andreas Nufer, der theologische Leiter, verwies auf die neue Website des Klosters (www.klosterkappel.ch) und zeigte sich erfreut über die laufende und bis 31. Juli 2026 dauernde Bullinger-Ausstellung mit Figuren von Peter Leisinger. «Das kommt sehr gut an, noch nie habe ich so viel positive Resonanz erhalten. Broschüre dazu ist bereits in vierter Auflage.»
Die Milchsuppentage vom 27. Juni sind in Planung. Sehr bedeutsam fürs Kloster ist auch das Jahr 2029. Dann sind es 500 Jahre her, seit dort der 1. Landfriede unterzeichnet wurde. Laut Nufer gibt es hier schon mehr als 300 Anmeldungen. «Frieden» ist auch Thema des kommenden Bettags. Bedauerlich ist hingegen der Umstand, dass der temporäre Bau einer «Weidenkirche», einer Ode an die Natur, offenkundig nicht mit dem Masterplan der Domäne-Erneuerung vereinbar ist. (-ter.)


