Üetliberg-Bahnlinie wird geflickt

Sturm «Bernd» hatte in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli auch 20 Fahrleitungsmasten der Üetlibergbahn umgefegt. Diese Woche werden sie ersetzt.

Bauarbeiter ersetzen die vom Sturm Bernd beschädigten Fahrleitungsmasten. (Bild Matthias Scharrer)
Bauarbeiter ersetzen die vom Sturm Bernd beschädigten Fahrleitungsmasten. (Bild Matthias Scharrer)

Wer derzeit vom Hauptbahnhof Zürich auf den Üetliberg fahren will, hat eine umständliche Reise vor: Man fährt mit dem Tram bis zur Station Triemli, dann mit dem Bahnersatzbus nach Uitikon Waldegg, läuft sodann fünf Minuten zur gleichnamigen Bahnstation und nimmt dort die Üetlibergbahn bis zu deren Endstation. Als Alternative zum halbstündlich verkehrenden Bahnersatzbus bieten sich ab Triemli mehrere Postautolinien an. Allerdings ist der Fussweg von der Postautostation Waldegg-Birmensdor­ferstrasse zur Bahnstation Uitikon-Waldegg etwas steiler und weiter.

Grund für die unkomforta­ble Verbindung ist der Sturm «Bernd», der in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli über den Üetliberg fegte. Ihm fielen auch 20 Fahrleitungsmasten der Üetlibergbahn auf dem Streckenabschnitt zwischen Uitikon Waldegg und Triemli zum ­Opfer. Nachdem die Aufräumarbeiten inzwischen fortgeschritten sind, sollen diese Woche nun die Fahrleitungs­masten ersetzt werden, wie ein Sprecher der Sihltal-Zürich-Uetlibergbahn (SZU) am Montag auf Anfrage sagte. «Wir hoffen, dass wir bis Montag, 23. August, die Bahnstrecke zwischen Triemli und ­Uitikon wieder öffnen können», so der SZU-Sprecher weiter. Dann wäre der Hausberg wieder bequem ab Hauptbahnhof ohne Umsteigen erreichbar.

Doch warum dauerte es gut einen Monat, bis nun die neuen Fahrleitungsmasten aufgestellt werden? Zum einen müssten neben den Fahrleitungsmasten grösstenteils auch die Fundamente ­erneuert werden, heisst es bei der SZU. Und zum anderen sei es nicht ganz einfach gewesen, die nötigen Fahrzeuge, das Material und spezialisiertes Personal für diese Arbeiten aufzutreiben. Nun unterstützten Spezialisten von anderen Bahnbetrieben für den Fahrleitungs­ersatz das eigene Personal.

Einbussen fürs Gastgewerbe

Für das Gastgewerbe auf dem Üetliberg brachte der mehrwöchige Bahnunterbruch massive Einbussen mit sich. Ein Sprecher der Hotel Uto Kulm AG, die das Hotel Uto Kulm und das Restaurant Gmüetliberg an der Bahnendstation betreibt, erklärt: «Wir sind völlig abhängig von der SZU. Ohne Üetlibergbahn sind wir kastriert.»

Für die Besucher sei die umständliche Lösung mit den Bahnersatzbus abschreckend. Die Folge: «Mindestens 90 Prozent der Gäste fehlen.» Nach den Einbussen wegen der Coronapandemie sei dies ein weiterer harter Schlag, so der Uto-Kulm-Sprecher. Er fügt an: «Es wäre schön, wenn man unkompliziert dafür sorgen könnte, dass wir ohne mehrfaches Umsteigen erreichbar sind.» Zum Beispiel mit einem direkten ­Bahnersatzbus ab Hauptbahnhof bis Uitikon Waldegg.

Bei schönem Wetter sonst Tausende

Doch eine solche Verbindung wäre ­gemäss dem SZU-Sprecher schwierig zu realisieren: «Um mit der Üetlibergbahn vergleichbare Kapazitäten zu schaffen, bräuchte man zig Busse, und dies im Stadtverkehr», erklärt er. An schönen Tagen würden normalerweise Tausende von Leuten auf den Üetliberg fahren.

Jetzt sind es massiv weniger, darauf deuten die Einbussen beim Uto Kulm hin. Bei der SZU liegen noch keine Daten zu den aktuellen Fahrgastzahlen vor. Die Kosten für die Behebung der ­Sturmschäden schätzt der SZU-Sprecher auf einen hohen sechsstelligen ­Franken­betrag.

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