«Unscheinbar anders» lädt zum Hinschauen ein
Zwei Kunstschaffende stellen in der Galerie Märtplatz Affoltern aus
Der Raum in der Galerie Märtplatz ist weit und offen. Ohne trennende Stellwände zeigen sich die farbenfrohen Werke von Benita Millius und Moritz Stillhard den Eintretenden schon auf den ersten Blick. Am vergangenen Freitag, an der Vernissage, war der Blick jedoch manchmal etwas eingeschränkt. Der Raum füllte sich mit vielen Gästen, die bald mit einem Glas in der Hand von Bild zu Skulptur schlenderten und dabei immer wieder für freudige Begrüssungen von Bekannten stehenblieben. Es war ein fröhlicher Anlass, ganz passend zu den bunten, frechen und manchmal auch etwas schrillen Werken.
Veronica Mühlebach begrüsste die Besucherinnen und Besucher im Namen von Kultur Affoltern zur Ausstellung unter dem Titel «Unscheinbar anders». Zum Titel erklärte sie: «Die Künstlerin und der Künstler möchten den Blick schärfen für das, was eher unscheinbar ist und erst bei genauem Hinschauen und Betrachten eine Schönheit und Besonderheit entfaltet.» Wichtig sei den beiden dabei auch immer die Verbindung zum Humorvollen und Leichten. Sie wies auf weitere Gemeinsamkeiten hin: «Sie lassen sich in keine Kunstrichtung einordnen, schaffen beide experimentell, haben Spass an dem, was sie tun, und leben ihre Leidenschaft aus.» Experimente und Spass erlebten auch die Gäste, denn die Bilder und Figuren führten sie beim Betrachten in eigene überraschende oder lustige Geschichten hinein.
Bilder, Teppiche, Figuren und Tierchen
Benita Millius lässt sich bei ihrem Kunstschaffen nicht einschränken und ist mit ganz verschiedenen Materialien lustorientiert unterwegs. Mit ihren zahlreichen kleinformatigen Bildern, die alle zusammen ein grosses Ganzes ergeben, bringt sie einen Hingucker in den Raum, bei dem man lange verweilen kann. Nebst weiteren Ausstellungsthemen ist auch ihre Teppichserie präsent. An der Vernissage wurde sie durch eine lebendige Performance – eine von Teppich umhüllte Frau – ergänzt. Von Moritz Stillhard sind unzählige farbige, schillernde Figuren und Tierchen in die Galerie eingezogen und haben sich auf Sockeln oder einem Fenstersims niedergelassen. Sie sind aus Pappmaché, Ton und Draht hergestellt und regen zum Schmunzeln oder Nachdenken an. In der Galerie anwesend ist auch seine ganz persönliche Artbox, in der er im Dunkeln gemäss vorgegebenen Keywords Kunstwerke entstehen lässt. Er nennt sie moKi, nach Moritz KI, und setzt sich damit gegen Kunst ab, die durch KI entsteht.
Die Ausstellung in der Galerie Märtplatz Affoltern dauert bis Sonntag, 14. Juni. Öffnungszeiten: Freitag, 17 bis 20 Uhr, Samstag, 10 bis 13 Uhr, Sonntag, 14 bis 17 Uhr






